Schefflenz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schefflenz
Schefflenz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schefflenz hervorgehoben
Koordinaten: 49° 24′ N, 9° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Neckar-Odenwald-Kreis
Höhe: 273 m ü. NHN
Fläche: 36,97 km2
Einwohner: 3955 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km2
Postleitzahl: 74850
Vorwahl: 06293
Kfz-Kennzeichen: MOS, BCH
Gemeindeschlüssel: 08 2 25 115
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mittelstraße 47
74850 Schefflenz
Webpräsenz: www.schefflenz.de
Bürgermeister: Rainer Houck (CDU)
Lage der Gemeinde Schefflenz im Neckar-Odenwald-Kreis
HessenBayernHohenlohekreisLandkreis HeilbronnMain-Tauber-KreisRhein-Neckar-KreisRhein-Neckar-KreisAdelsheimAglasterhausenBilligheimBinauBuchen (Odenwald)Elztal (Odenwald)FahrenbachHardheimHaßmersheimHöpfingenHüffenhardtLimbach (Baden)MosbachMudauNeckargerachNeckarzimmernNeunkirchen (Baden)Obrigheim (Baden)OsterburkenRavensteinRosenberg (Baden)SchefflenzSchwarzach (Odenwald)SeckachWaldbrunn (Odenwald)WalldürnZwingenberg (Baden)Karte
Über dieses Bild

Schefflenz ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Neckar-Odenwald-Kreis. Sie gehört zur europäischen Metropolregion Rhein-Neckar (bis 20. Mai 2003 Region Unterer Neckar und bis 31. Dezember 2005 Region Rhein-Neckar-Odenwald).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vier Ortsteile liegen auf der durch den Bach Schefflenz eingetalten Muschelkalkhochfläche des südwestlichen Baulands in 250 bis 310 Meter Höhe, die Randhöhen erreichen maximal ca. 350 m. Im äußersten Norden des Gemeindegebiets stehen mit den Oberen Röttonen bereits Gesteinsformationen des Buntsandsteins an, die für die im Nordwesten benachbarte Landschaft des sogenannten Hinteren Odenwalds kennzeichnend sind, sich jedoch geomorphologisch unauffällig als leicht zertalte schiefe Ebene mit den Muschelkalkebenheiten zu einer vermutlich tertiär (vor mehreren Millionen Jahren) angelegten Rumpffläche in Richtung Heidersbach und Rittersbach vereinen.[2] Das Gemeindegebiet liegt teilweise im Naturpark Neckartal-Odenwald.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abhängig vom geologischen Untergrund gestaltet sich die Taleintiefung rechts der Schefflenz (also im Westen) im Gemeindegebiet überwiegend sanft ansteigend zur Wasserscheide zur Elz hin (meist im Mittleren Muschelkalk). Links des Tals (also nach Osten) und im Oberen Muschelkalk hat die Schefflenz eine markantere Talschichtstufe von Kleineicholzheim bis Oberschefflenz herausgearbeitet. Unterhalb von Oberschefflenz wechselt die Schichtstufe die Talseite und tritt an der Nordseite des Vogelbergs (338 m ü. NN) erst wieder im Einzugsgebiet der Elz, nämlich im Auerbachtal, deutlich in Erscheinung. Das stattliche 544 m lange Schefflenzer Vogelbergtunnel verbindet im Osten des Auerbachtals die Einzugsgebiete von Neckar (Auerbachtal) und (Neckar-)Jagst (Schefflenztal). Diese Route bot in den 1860er Jahren (Inbetriebnahme: 25. Aug. 1866) topographisch und territorial Vorteile gegenüber einer nördlicheren (Elztal-)Route, um innerhalb des badischen Gebiets eine Streckenführung bis kurz vor Würzburg zu gewährleisten. Das Höhenniveau des Tunnels liegt bei leicht über 300 m.

Die Präsenz recht hochwertiger Böden bei klimatischen Bedingungen, welche im Grunde Weinbau zuließen (Jahresmitteltemperatur in den 1980er- und 90er-Jahren durchweg über 9 °C) sind typische Bedingungen einer Altsiedellandschaft (Landschaft Bauland). Die Bodengüte resultiert aus geologischem Substrat (wenig verkarsteter Muschelkalk) und mäßiger Lößüberdeckung. Indes finden sich einige Karsterscheinungen (wasserlose Hohlformen) auf den Höhen ringsum (im Waidachswald und südwestlich von Großeicholzheim).

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klimatisch macht sich die im Vergleich zum nördlich benachbarten Odenwald geringere topographische Höhenlage durch höhere Temperatur und geringere aber i. d. R. ausreichende Niederschlagsmengen (> 600 l/m² pro Jahr; d. h. Niederschlag größer als Verdunstung, für die herkömmlichen Feldfrüchte keine zusätzliche Bewässerung notwendig) günstig bemerkbar. Auch die strahlungstechnisch vorteilhafte recht offene Lage von Tal und Hochflächen mit allgemeiner Südsüdwest-Ausrichtung ist agrarisch/ klimatisch "von Nutzen". Der jahreszeitliche Temperaturverlauf zeigt meist im späten Juli und frühen August Maxima, mehrere Tiefpunkte treten gewöhnlich von Anfang Dezember bis Mitte Februar auf (nach eigenen Messungen 1987-1996 und historischen Auswertungen bis zurück in die 1920er Jahre). In den im Vergleich zu Sonnenstand teils verspäteten thermischen Extremen und im Wintermaximum des Niederschlags (besonders Dezember) kommen Eigenschaften eines eher ozeanisch dominierten subozeanischen bis subkontinentalen Übergangsklimas zu Geltung. Es darf angenommen werden, dass die nördlich und nordwestlich gelegenen Höhen des Odenwalds (bis ca. 600 m ü. NN) ggf. niederschlagsmäßig abschirmenden Effekt oder geringen Staueffekt bewirken, temperaturmäßig v. a. bei West- bis Nordwind schwacher erwärmender Föhneffekt zu veranschlagen ist (nicht in Zahlen belegt). Kurzfristige Schwankungen der Zirkulations- und Witterungsverhältnisse führen, wie vielerorts in den Mittelbreiten, gelegentlich zu bemerkenswerten, „historischen“ Ereignissen, die sich im allgemeinen Gedächtnis der Einheimischen - in der Regel jahreszeitlich eingeordnet - niederschlagen, z.B.:

  • niedrigste (Tiefst-)Temperatur: ca. -30 °C, vermutlich Winter 1928/29;
  • Schneehöhe über 50 cm: März 1987, Dezember 2001;
  • letztmals Bach begehbar zugefroren: Ende der 1960er Jahre;
  • regionales „Jahrhundert“-Hochwasser: Dezember 1993;
  • Sturmereignisse: Spätwinter 1990, Weihnachtssturm Lothar 1999.

Belege für diese und (nicht angeführte) andere Extrem-Ereignisse beruhen sowohl auf Angaben von Zeitzeugen wie auf persönlicher und/oder offizieller Dokumentation.

Siedlungs- und Bevölkerungsgeographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siedlungsgeographisch gehören Unter- und Mittelschefflenz dem Typus des Haufendorfs zu. Der Straßenverlauf erscheint zufällig, die Anordnung der Gehöfte willkürlich. Der historische Ortsetter von Oberschefflenz konzentriert sich dagegen entlang der Hauptstraße (ca. 120 Gebäudeeinheiten) und entlang weniger Nebenstraßen (ca. 60 Gebäudeeinheiten). Der Verlauf des alten Handels- und Heereswegs Heidelberg-Würzburg zeichnet sich im Verlauf der Oberschefflenzer Hauptstraße nach. Mit Sicherheit führte auch der Römerweg (ab. 1. Jahrhundert n. Chr.) durch das Schefflenztal gen Osten. Allerdings ist der genaue Verlauf umstritten: Während Roedder von einer bereits frühen Führung über die Höhen südlich des Elztals durch Oberschefflenz ausgeht, plädiert Ebersold für einen alten Mittel/ -Unterschefflenzer Wegeverlauf. Jedenfalls querte die Römerstraße auf der Strecke zwischen den römischen Lagern Neckarburken (West) und Osterburken (Ost) auf 30 km im heutigen Gemeindegebiet das einzige Tal. In Kleineicholzheim, dem sog. „Weiler“, mischen sich Haufen- und Straßendorfmerkmale, wobei an Odenwald- und Seckacher Str. - den beiden Hauptwegen -, wie in Oberschefflenz, hier eher ungeregelte Formen des Straßen- oder Reihendorfs vorherrschen.

Die Schefflenzdörfer und Kleineicholzheim sind vier (territorial-)geschichtlich eng zusammengehörige Einheiten. Gleichwohl hat sich im Laufe der Jahrhunderte ein verwaltungsmäßiges Zusammenwachsen der heutigen Ortsteile lediglich und letztlich im Zuge der Gemeindereform der frühen 1970er-Jahre ergeben, wenn auch die Benennung der drei Schefflenzdörfer „von jeher“ alte Verbundenheit erkennen lässt. Jene Verbundenheit zeigte sich über Jahrhunderte in den gemischten Ansprüchen der Kurpfalz und von Kurmainz auf die Dörfer. 1973 haben sich dagegen die politischen Gemeindezugehörigkeiten der beiden Eicholzheimdörfer nach Volksabstimmungen geändert: Groß- im obersten Schefflenztal zur Gemeinde Seckach, Klein- zu Schefflenz.

Zu bemerken ist, dass infolge der Vertreibung von - im Kern sprachlich und im historischen Gedächtnis - als deutsch eingeordneter Bevölkerung aus mittelosteuropäischen Siedlungsgebieten (v. a. Sudetenland, Mähren, Ungarn; auch Danzig) nach Ende des Zweiten Weltkriegs Schefflenz erheblichen Bevölkerungszuwachs erfuhr. Bis heute dauern privat in Pflege von Mundart oder Religion oder kulturellem Selbstverständnis Eigenarten bei den Kriegs-Flüchtlingen vor Ort z.T. fort, indes nicht vereinsmäßig (wie etwa in der Kreisstadt Mosbach). Konfessionell betrachtet hat sich durch den Zuzug der Kriegsflüchtlinge eine Vergrößerung des katholischen Bevölkerungsanteils im Vergleich zur traditionell calvinistisch-protestantischen Mehrheit eingestellt.

In der Bevölkerungsstruktur macht sich die Randlage der Gemeinde zwischen den Ballungsräumen Heidelberg-Mannheim, Heilbronn/ Neckar-Unterland sowie ferner Rhein-Main und Würzburg in den letzten beiden Jahrzehnten durch eine insgesamt stagnierende Bevölkerungszahl bemerkbar. Wanderungs- und Geburten- und Sterbefälle ergaben ein Einwohnermaximum von ca. 4400 Personen 1995 und 2000, während seitdem ein leichter Rückgang anhält (Ende 2005 4290 Einwohner). Im Vergleich zum Landesdurchschnitt von 220 fällt die Bevölkerungsdichte mit etwas weniger als 120 Einwohnern/km² unterdurchschnittlich aus. Dagegen entsprechen die mittleren Alter der männlichen und weiblichen Bevölkerungsgruppen ziemlich genau dem baden-württembergischen 2005: 40,0 Jahre bei Männern (B.-W.: 40,1), 43,0 bei Frauen (B.-W.: 42,7). [Statistisches Landesamt B.-W., siehe Weblinks]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Schefflenz besteht aus den vier Ortsteilen Kleineicholzheim (228 Einwohner, 2017), Mittelschefflenz (1070 Einwohner), Oberschefflenz (1505 Einwohner) und Unterschefflenz (1146 Einwohner).[3] Die Ortsteile sind gebietsgleich zu den früheren Gemeinden gleichen Namens.[4]

Zum Ortsteil Kleineicholzheim gehören das Dorf Kleineicholzheim und der Ort Bahnstation Eicholzheim. Zu den Ortsteilen Mittelschefflenz und Oberschefflenz gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zum Ortsteil Unterschefflenz gehören das Dorf Unterschefflenz, der Ort Am Kelchenwald und das Haus Kelchenmühle.
Im Ortsteil Mittelschefflenz liegt die Wüstung Eildorf.[5]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Gemeinden grenzen an die Gemeinde Schefflenz. Sie gehören teilweise zum Neckar-Odenwald-Kreis und teils zum Landkreis Heilbronn: Adelsheim, Billigheim, Elztal, Roigheim (Landkreis Heilbronn) und Seckach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schefflenz wird erstmals im Lorscher Codex anlässlich einer Schenkung durch einen Lentrich im Jahr 774 als Scaflenze urkundlich erwähnt.[6] Die drei Schefflenzdörfer besaßen als Reichsdörfer zunächst Reichsunmittelbarkeit.[7] Im Laufe des Mittelalters erwarben jedoch verschiedene Ritterfamilien Rechte an den Dörfern. Nach der Auflösung des Klosters Lorsch 1232 gelangten die drei Dörfer an Kurmainz. Ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts versuchte die Kurpfalz die Vorherrschaft in der Gegend zu erlangen, was in Schefflenz schrittweise gelang. 1545 wurde in der Kurpfalz die Reformation nach lutherischem Bekenntnis eingeführt. Dies verschärfte den Konflikt zwischen Kurpfalz und Kurmainz. 1653 verzichtete Kurmainz auf alle Rechte an den drei Schefflenzdörfern und Schefflenz gelangte endgültig zur Kurpfalz.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wuchs die Bevölkerungszahl auch durch Zuwanderung stark an. Bei der Auflösung der Kurpfalz im Reichsdeputationshauptschluss 1803 kam Schefflenz zunächst zum Fürstentum Leiningen und ab 1806 zum Großherzogtum Baden. Mitte des 19. Jahrhunderts verließen etwa 500 Einwohner Schefflenz zumeist in Richtung Nordamerika. 1862 wurde Oberschefflenz an die Bahnstrecke Heidelberg–Würzburg angeschlossen.[8] In der NS-Zeit wurden acht jüdische Einwohner Opfer der Shoa. An sie erinnert eine Gedenktafel auf dem jüdischen Friedhof Bödigheim, ihrer traditionellen Begräbnisstätte.[9]

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Schefflenz durch Vereinigung der bis dahin selbstständigen Gemeinden Mittelschefflenz, Oberschefflenz und Unterschefflenz gebildet. Am 1. Februar 1972 wurde die Gemeinde Kleineicholzheim nach Schefflenz eingemeindet.[10]

Wappen der ehemaligen Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:[11]

Partei Stimmen +/- Sitze +/-
UB 37,6 % (+17,5) 5 (+2)
CDU 34,0 % (-4,5) 5 (-1)
SPD 19,6 % (-15,1) 3 (-2)
AfS 8,8 % (+2,1) 1 (±0)

Die Wahlbeteiligung lag bei 60,7 % und war damit um 0,5 Prozentpunkte höher als bei der Kommunalwahl 2004. Dem Gemeinderat gehören 14 Männer an.

Kommunalwahl 25.5.2014:

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder, 4 Frauen und 10 Männer.[12]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Spitze der Gemeinde steht der Bürgermeister der von der Bevölkerung auf acht Jahre direkt gewählt wird. Seine Stellvertreter werden jeweils vom Gemeinderat nach den Gemeinderatswahlen neu gewählt. Bei der Wahl am 12. Oktober 2008 gewann Rainer Houck mit 57,1 Prozent die Wahl zum Bürgermeister. Er löst Peter Fox (CDU) ab, der 16 Jahre amtierte.

  • 1972–1992: Hermann Döttling (Freie Wähler)
  • 1992–2008: Peter Fox (CDU)
  • seit 28. November 2008: Rainer Houck (CDU), Houck wurde im September 2016 mit 71,2 % der Stimmen im Amt bestätigt.[13]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine eingebogene silberne (weiße) Spitze, worin ein linkshin liegendes grünes Eichenblatt unter einer pfahlweis gestellten grünen Erbsenschote mit silbernen (weißen) Erbsen, gespalten; vorn von Blau und Silber (Weiß) schräglinks gerautet (Wittelsbacher Wappen: die Kurpfalz als Teil des Wittelsbachischen Erbes), hinten in Schwarz ein rot bewehrter und rot bezungter goldener (gelber) Löwe.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schefflenz unterhält mit folgenden Gemeinden Gemeindepartnerschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Unterschefflenz befindet sich eine evangelische Kirche, deren Portal mit 1764 datiert ist. Vor der Kirche steht eine 1870 angepflanzte Tanzlinde, auf dem angrenzenden Friedhof befinden sich zwei Kriegerdenkmale für die Gefallenen des Ortes aus den Kriegen 1870/71 bzw. 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945. Das Bürgeramt ist ein moderner Zweckbau aus den Jahren 1957/58. Das 1911 erbaute Schulhaus des Ortes dient inzwischen als Wohnhaus. Wie auch in den anderen Ortsteilen befinden sich in Unterschefflenz zahlreiche historische Fachwerkgebäude, darunter das heute als Heimatmuseum genutzte Gebäude von 1797.

In Mittelschefflenz befindet sich eine evangelische Kirche, die 1473 in ihrer heutigen Gestalt vollendet und in den letzten Jahren umfassend saniert wurde. An der Längswand des Kirchenschiffs ist eine Sonnenuhr, vor der Kirche befindet sich ein Kriegerdenkmal. Das Rathaus ist ebenfalls ein moderner Zweckbau.

In Oberschefflenz befinden sich in der Ortsmitte die katholische Kirche St. Kilian von 1795 sowie die 1885 im Stil der Neogotik erbaute evangelische Kirche. Das Schulhaus wurde 1909 errichtet.

In Kleineicholzheim befindet sich das ehemalige Schloss der Grafen von Waldkirch, in dem von 1845 bis 1938 auch die Synagoge der jüdischen Gemeinde des Ortes untergebracht war. Das Gebäude wurde in den 1950er Jahren zum Mehrfamilienhaus umgebaut.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alljährlich zu Beginn des Jahres finden die Theateraufführungen der Theatergruppe des Gesangsvereins Eintracht Mittelschefflenz in der Schefflenzer Harmonie statt.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatmuseum des Vereins Schefflenztal-Sammlungen e. V. in Unterschefflenz, das mit einem Heimatpreis ausgezeichnet wurde.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konzerte des Musikvereins Oberschefflenz
  • Konzerte des Musikcorps Schefflenz
  • Maibaumaufstellen des Gewerbevereins
  • Backofenfest des Vereins der „Schefflenztal-Sammlungen e. V.“
  • Jedermannschießen des Bogenschützenvereins Schefflenz
  • Moto-Cross Rennen auf der WM Strecke des MSC Schefflenz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Landwirtschaft entwickelten sich Mitte des 20. Jahrhunderts mittelständische Betriebe (Landwirtschaftliche Kleinmotoren, Holz, Lacke). In Unterschefflenz produziert die Campina AG in einer Molkerei Schichtkäse und Frischkäse. Handwerksbetriebe überwiegen am Ort. Ein Teil der Einwohner pendelt nach Heilbronn bzw. Neckarsulm und Mannheim in die dortigen Industriebetriebe.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug der S-Bahn RheinNeckar in Oberschefflenz (Aug. 2007)

Die nächsten Autobahnen sind die A 81 (Heilbronn – Würzburg, Anschlussstellen Osterburken, ca. 16 km, und Möckmühl, ca. 19 km) sowie die A 6 (Mannheim – Heilbronn, Anschlussstelle Sinsheim, ca. 50 km). Durch das Gemeindegebiet und den Ortsteil Oberschefflenz führt die Bundesstraße 292, die auch als Zubringer zu den genannten Autobahnanschlüssen dient.

Durch die S-Bahn RheinNeckar entlang der Bahnstrecke Neckarelz–Osterburken ist Schefflenz gut in Richtung Mannheim und Würzburg angebunden. Mit der Linie S1 werden die Haltepunkte Oberschefflenz und Eicholzheim stündlich in Richtung Mosbach und Osterburken bedient. Von Osterburken aus besteht Anschluss nach Würzburg. In Richtung Mosbach führt die S1 über Heidelberg und Mannheim direkt weiter bis Kaiserslautern bzw. Homburg. Von 1908 bis 1965 hatte in Oberschefflenz die private Schefflenztalbahn nach Billigheim ihren Ausgangspunkt.

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen darüber hinaus mehrere Buslinien.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorherrschende Tageszeitung in Schefflenz – besonders als Aboblatt – ist die in Heidelberg erscheinende Mosbacher Ausgabe der Rhein-Neckar-Zeitung. In ihrem Regionalteil bietet sie Nachrichten aus dem Altkreis Mosbach.

Der als kommunales Mitteilungsblatt bei Nussbaum Medien in Bad Rappenau erscheinende Schefflenzer Bote enthält neben amtlichen Bekanntmachungen aktuelle Informationen der Gemeindeverwaltung, schulische und kirchliche Mitteilungen, Berichte von Vereinen und Parteien sowie Werbeinhalte und private Annoncen. Herausgeber ist die Gemeinde Schefflenz. Er ist im Print-Abo erhältlich, die Rubrik "Schefflenz aktuell" wird online auf der Gemeinde-Homepage Schefflenz vorgehalten.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schefflenz hat eine allgemeinbildende Grundschule in Oberschefflenz sowie eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule (Schefflenzschule). Ergänzt wird das Bildungsangebot durch Angebote der Musikschule Mosbach und der Volkshochschule Mosbach. Ebenso können in verschiedenen Vereinen Musikinstrumente erlernt werden.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldparkplätze, Rastplätze und Schutzhütten laden ebenso zum Besuch ein, wie gepflegte Gaststätten in den Ortsteilen und in der Umgebung. Ein alternatives Zwischenprogramm bietet der Barfußpfad an der Waldspitze im Ortsteil Mittelschefflenz.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moto-Cross-Gelände, Freibad im Ortsteil Unterschefflenz, gut ausgebaute Radwege, markierte Wanderwege, Waldwege, Waldhütte mit Grillmöglichkeit, Kinderspielplätze, Sportplätze, Sporthallen, Bogenschießanlage, Reitanlage mit Halle.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Alten- und Pflegeheim des DRK „Haus Luise von Baden“ (Neubau 2006, früheres Roedderheim)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Schefflenz bzw. die heute zu Schefflenz gehörigen Gemeinden haben folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • 1930: Edwin Roedder (* 8. April 1873 in Hornberg-Niederwasser; † 21. Oktober 1945 in Madison/Wisconsin), Philologe

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Augusta Bender (1846–1924), Bauerntochter, Telegrafistin, Lehrerin, Frauenrechtlerin, (Heimat-)Schriftstellerin, die ihren Lebenstraum vom Weg in die weite Welt mühsam verwirklichte.
  • Oskar Wirth (1884–1956), Politiker (BCSV, CDU), Mitglied der Beratenden Landesversammlung des Landes Baden.
  • Ingolf Burkhardt (* 1963), Jazzmusiker

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Böhm, Bürgermeisteramt Schefflenz (Hrsg.): Unsere Heimatvertriebenen – Die Vertreibung der Deutschen aus ihren Siedlungsgebieten in Süd- und Südosteuropa.
  • Günther Ebersold: Im Wald da sind die Räuber – Geschichte und Geschichten aus Odenwald und Bauland. Verlag Volk, Buchen 1990.
  • Georg Fischer (Hrsg.): Augusta Bender – Gesammelte Werke. Druckerei Odenwälder, Buchen-Walldürn 1996.
  • Franz Sales Meszmer: Historischer Atlas der Region Mosbach. Geschichts- und Museumsverein, Mosbach 1989.
  • Günter Olbert: Talentwicklung und Schichtstufenmorphogenese am Südrand des Odenwaldes. Tübinger geographische Studien (64), Geographisches Institut der Universität Tübingen, Tübingen 1975.
  • Edwin Roedder: Volkssprache und Wortschatz des badischen Frankenlandes – dargestellt auf Grund der Mundart von Oberschefflenz. Modern Language Association of America, New York 1936.
  • Edwin Roedder: Das südwestdeutsche Reichsdorf in Vergangenheit und Gegenwart – dargestellt auf Grund der Geschichte von Oberschefflenz im badischen Bauland. Verlag Schauenburg, Lahr 1928.
  • Ernst Schmidt: Geomorphologische Studien im hinteren Odenwald und im Bauland. Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1954.
  • Karl Otto Walter und Ludwig Sommer: Häuser und Leute von Oberschefflenz – Ein Spaziergang durch das Dorf. Druckerei Odenwälder, Buchen-Walldürn 1998.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schefflenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Günter Olbert: Talentwicklung und Schichtstufenmorphogenese am Südrand des Odenwaldes. Tübinger geographische Studien (64), Geographisches Institut der Universität Tübingen, Tübingen 1975
  3. Schefflenz - Kurzportrait auf der Webseite von Schefflenz, abgerufen am 26. März 2017
  4. Hauptsatzung der Gemeinde Schefflenz vom 21. September 2009
  5. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 322–324
  6. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 5), Urkunde 3580, 24. August 774 – Reg. 1072. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 220; abgerufen am 9. Dezember 2017.
  7. Erhard Nietzschmann: Die Freien auf dem Lande. Ehemalige deutsche Reichsdörfer und ihre Wappen. Melchior, Wolfenbüttel 2013, ISBN 978-3-944289-16-8, S. 58.
  8. Webseite Schefflenz, Geschichte
  9. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 20, ISBN 3-89331-208-0
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 477.
  11. Wahlergebnis beim Statistischen Landesamt
  12. http://www.schefflenz.de/index.php?id=303
  13. http://www.rnz.de/nachrichten/mosbach_artikel,-Mosbach-Buergermeisterwahl-Schefflenz-Rainer-Houck-deutlich-im-Amt-bestaetigt-_arid,222606.html