Scheibenberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Scheibenberg
Scheibenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Scheibenberg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 32′ N, 12° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Scheibenberg-Schlettau
Höhe: 680 m ü. NHN
Fläche: 9 km2
Einwohner: 2126 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 236 Einwohner je km2
Postleitzahl: 09481
Vorwahl: 037349
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 510
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rudolf-Breitscheid-Str.35
09481 Scheibenberg
Webpräsenz: www.scheibenberg.de
Bürgermeister: Michael Staib (Bürgerforum)
Lage der Stadt Scheibenberg im Erzgebirgskreis
SachsenAmtsbergAnnaberg-BuchholzAueAuerbach (Erzgebirge)Bad SchlemaBärenstein (Erzgebirge)Lauter-BernsbachBockauBörnichen/Erzgeb.Breitenbrunn/Erzgeb.BurkhardtsdorfCrottendorfDeutschneudorfDrebachEhrenfriedersdorfEibenstockElterleinGelenau/Erzgeb.GeyerGornau/Erzgeb.GornsdorfGroßolbersdorfGroßrückerswaldeGrünhain-BeierfeldGrünhainichenHeidersdorfHohndorfJahnsdorf/Erzgeb.JohanngeorgenstadtJöhstadtKönigswaldeLauter-BernsbachLößnitz (Erzgebirge)LugauMarienbergMildenauNeukirchen/Erzgeb.Niederdorf (Sachsen)NiederwürschnitzOberwiesenthalOelsnitz/Erzgeb.OlbernhauPockau-LengefeldRaschau-MarkersbachScheibenbergSchlettauSchneeberg (Erzgebirge)SchönheideSchwarzenberg/Erzgeb.SehmatalSeiffen/Erzgeb.Stollberg/Erzgeb.StützengrünTannenbergThalheim/Erzgeb.Thermalbad WiesenbadThumWolkenstein (Erzgebirge)ZschopauZschorlauZwönitzKarte
Über dieses Bild
Scheibenberg: Blick durch die Kirchgasse in Richtung Markt. Im Hintergrund links das ehemalige Handelshaus des Kaufmanns Christian Ernst Coith. Schräg gegenüber das Rathaus mit hohem Eckturm. Im Vordergrund rechts das Pfarrhaus.
Stadtansicht von 1839

Scheibenberg ist eine kleine Bergstadt im Erzgebirgskreis in Sachsen mit rund 2300 Einwohnern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt nordwestlich des gleichnamigen Berges auf einer Höhe von rund 600 bis 670 m Höhe. Höchster Punkt ist der Scheibenberg mit 807 m.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich von Scheibenberg liegt Elterlein, östlich Schlettau und im Süden Crottendorf. Im Westen grenzt die Stadt an Raschau-Markersbach.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scheibenberg und Ortsteil Oberscheibe, symbolischer Zug

Zur Stadt Scheibenberg gehören die Ortsteile Oberscheibe und Brünlasgüter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den ersten Schürfarbeiten am Scheibenberg gab der Bergmeister, Michael Zechendorfer, am 4. Mai 1522 im Auftrag der Grundherren Wolf und Ernst von Schönburg die Verleihung von Hofstätten für Bergbauwillige bekannt. Am 20. Mai 1522 gewährte der Landesherr Herzog Georg auf Bitten von Ernst von Schönburg der Scheibenberger Knappschaft erste Vergünstigungen. Gleichzeitig bestimmte er, dass die Annaberger Bergordnung in Scheibenberg in Anwendung gebracht werden sollte und dass er nicht auf den Zehnten verzichtete. Am 31. Mai 1522 verlieh Kurfürst Friedrich und sein Bruder Johann der Siedlung das Stadtrecht – solche neue stadt – und gewährte ihr umfassende Freiheiten. Aus dieser Urkunde geht auch hervor, das auf dem Scheibenberg noch kein Silber gefunden wurde. In den nächsten Jahren erfolgte der Aufbau der Stadt mit Rathaus, Kirche und Brauhaus. Bei einem Brand 1529 wurden große Teile des Ortes zerstört. Die Reformation wurde 1539 eingeführt, wovon eine Inschrift auf der Rückseite des Scheibenberger Altars kündet. Anfang Mai 1559 gelangte Scheibenberg mit dem gesamten oberwäldischen Teil der Grafschaft Hartenstein in den Besitz des Kurfürstentums Sachsen und wurde dem Amt Crottendorf unterstellt. Ende des 16. Jahrhunderts kam es zum allmählichen Erliegen des Bergbaues. 1632 versuchten auch Scheibenberger Bürger den Wiesenthaler Pass gegen den Einmarsch des Feldherrn Heinrich von Holk zu verteidigen. Während des gesamten Dreißigjährigen Krieges hatte Scheibenberg unter Plünderungen und Überfällen zu leiden, wovon Pfarrer Christian Lehmann in seiner Kriegschronik eindrücklich berichtet.

Mit der Fertigstellung der Straße Annaberg–Schwarzenberg 1824 werden die Verkehrsverhältnisse verbessert. 1861 wurde die Sparkasse gegründet, ein Jahr später die Freiwillige Feuerwehr Scheibenberg. Ab 1884 begann der Aufbau einer zentralen Wasserversorgung. Mit der Einweihung der Bahnstrecke GrünstädtelBuchholz am 1. Dezember 1889 erhielt Scheibenberg Bahnanschluss und die bisher verkehrende Fahrpost wurde eingestellt. Auf dem Scheibenberg wurde 1892 ein Berggasthof errichtet. 1897 wurde ein Stadtkrankenhaus eröffnet, am 1. Mai 1899 die Bahnstrecke nach Zwönitz. 1911 wurde der Ort an die Elektrizitätsversorgung angeschlossen. 1914 begann man mit dem Abbau von Basalt. Um den Berg zu erhalten, wurde der Basaltabbau 1928 wieder eingestellt. 1971 musste der baufällige Aussichtsturm gesprengt werden. 1994 wurde ein neuer Turm eingeweiht.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. Januar 1994: Oberscheibe

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Oktober 1990 zählte Scheibenberg 2.476 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:

1993 bis 1997

  • 1993: 2.372
  • 1994: 2.409
  • 1995: 2.443
  • 1996: 2.411
  • 1997: 2.476

1998 bis 2002

  • 1998: 2.510
  • 1999: 2.494
  • 2000: 2.449
  • 2001: 2.431
  • 2002: 2.440

2003 bis 2007

  • 2003: 2.399
  • 2004: 2.391
  • 2005: 2.372
  • 2006: 2.347
  • 2007: 2.318

ab 2009

  • 2009: 2.256
  • 2012: 2.203
  • 2013: 2.177
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[2]
Wahlbeteiligung: 64,1 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
55,0 %
24,7 %
20,3 %
FWBF
Wir
   
Insgesamt 12 Sitze

Seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 sind die 12 Sitze des Stadtrates wie folgt verteilt:

  • Bürgerforum: 7 Sitze
  • CDU: 3 Sitze
  • Wir für Scheibenberg und Oberscheibe: 2 Sitze

Vorsitzender des Stadtrates ist der Bürgermeister.

Bisherige Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sächsische Städteordnung von 1832 wurde in Scheibenberg 1837 eingeführt. Der Titel des Bürgermeisters tritt dabei zum ersten Mal auf und löst den bisherigen Stadtrichter ab. Aus den vorhandenen und gesichteten Unterlagen sowie mündlichen Überlieferungen ergibt sich folgende unvollständige Liste:

  • 1837–1845 Richter, Friedrich Gottlob Apotheker, ehrenamtl. Bürgermeister
  • 1846–1851 Gley, Friedrich Ferdinand, ehrenamtl. Bürgermeister
  • 1851–1855 Landrock, Albin, stellvertr. Bürgermeister
  • 1855–1862 Nestler, Karl Ehregott, 1. hauptamtl. Bürgermeister
  • 1863–1866 Haubold, hauptamtl. Bürgermeister
  • 1868–1879 Schmidt, Johann August, hauptamtl. Bürgermeister
  • 1879–1881 Leukert, Alfred, hauptamtl. Bürgermeister
  • 1881–1913 Kegler, Oswald, hauptamtl. Bürgermeister
  • 1913–1931 Franke, Karl Max, hauptamtl. Bürgermeister
  • 1931–1945 Meyer, Gerhard, hauptamtl. Bürgermeister
  • 1945–1946 Näser, Friedrich Gottfried, kommissarisch Antifa-Ausschuss (SPD)
  • 1946–1950 Weißig, Otto, hauptamtl. Bürgermeister (SED)
  • 1951–1955 Lang, Erich, hauptamtl. Bürgermeister aus Bärenstein (SED)
  • 1955–1958 Ullmann, Irene, hauptamtl. Bürgermeisterin (SED)
  • 1958–1972 Graupner, Gerhard, hauptamtl. Bürgermeister (SED)
  • 1972–1972 Werner, Elli, kommissarisch aus Scheibenberg (SED)
  • 1972–1975 Petermann, Heinz, hauptamtl. Bürgermeister (SED)
  • 1975–1976 Gabler, Joseph, kommissarisch aus Elterlein (SED)
  • 1976–1978 Kolberg, Bodo, hauptamtl. Bürgermeister (SED)
  • 1978–1990 Kretzschmar, Petr, hauptamtl. Bürgermeister (SED)
  • 1990–2015 Andersky, Wolfgang, hauptamtl. Bürgermeister (parteilos, Bürgerforum)
  • Seit 1. August 2015 Staib, Michael (parteilos, Bürgerforum)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großes Wappen der Stadt Scheibenberg

Das Wappen basiert auf dem großen Ratssiegel, das die Stadt mit dem Stadtrecht 1530 erhielt. Blasonierung: Geteilt von Silber über Rot, oben zwei natürliche Fichten, unten schräggekreuzt silberne Schlegel und Eisen, belegt mit einer silbernen Scheibe, darin ein aufgerichteter roter Greif.[3]

Die Stadt führt außerdem ein großes Wappen mit zwei Bergknappen als Schildhalter.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ev.-luth. Kirche St. Johannis, Bau begonnen 1559, äußerlich barockes Erscheinungsbild mit wesentlich älteren Elementen; einer der schönsten Innenräume im Erzgebirge, spätgotischer Flügelaltar und Kruzifix, barocke Kanzel, zahlreiche Logen, Schwebengel, doppelte Emporen, Grabmal für Pfarrer Christian Lehmann
  • Regelmäßige Stadtanlage
  • Barocke Bürgerhäuser
  • Heimatmuseum am Markt

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bekannt sind die Basaltsäulen (Orgelpfeifen) am gleichnamigen Berg Scheibenberg

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Denkmal im Stadtpark erinnert an die Opfer der Kriege.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halt der Erzgebirgischen Aussichtsbahn im Bahnhof Scheibenberg

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Lage der Stadt an einem alten Handelsweg nach Böhmen über den Wiesenthaler oder den Preßnitzer Pass war schon immer ein hohes Verkehrsaufkommen zu verzeichnen. Der Ort wurde in der Vergangenheit durch diese strategische Lage häufig Opfer von Plünderungen und Überfällen durch durchziehende Heere. Heute führt durch Scheibenberg die Bundesstraße 101 von Annaberg-Buchholz nach Aue.

Seit 1889 ist die Stadt mit dem Bahnhof Scheibenberg an die Bahnstrecke Annaberg-Buchholz Süd – Schwarzenberg angeschlossen. Der Personenverkehr ist jedoch seit 1997 eingestellt. Ab und an wird die Strecke für touristische Bahnfahrten genutzt. Die Bahnstrecke nach Zwönitz wurde bereits 1966 endgültig eingestellt und aufgelassen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Lehmann (1611–1688), Pfarrer und bedeutendster Altchronist des Erzgebirges, verbrachte seine meiste Lebenszeit in der Stadt
  • Gotthelf Friedrich Oesfeld (1735–1801), Pfarrer (1760–1769 in Scheibenberg) und Chronist
  • Carl Benjamin Dietrich (1791–1864), deutscher evangelischer Pfarrer (1832–1864 in Scheibenberg) und Chronist
  • Constantin Cäsar Kellermann (1807–1888), deutscher Jurist und Politiker, MdL, Gerichtsdirektor und Stadtrichter in Scheibenberg
  • Friedrich Wilhelm Kühlmorgen (1851–1932), deutscher Jurist und konservativer Politiker, MdL (Königreich Sachsen), war Amtsgerichtsrat in Scheibenberg
  • Bernd Schirmer (* 1940), Autor und Dramaturg, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Scheibenberg
  • Steffen Siebert (* 1974), Skispringer, wohnte von 1974 bis 1981 in Scheibenberg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Steche: Scheibenberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 83.
  • Christian Lehmann: Chronicon Scheibenbergense. Heidler & Fahle, Scheibenberg, 1992
  • Stadtverwaltung Scheibenberg (Hrsg.): 475 Jahre Scheibenberg – Festschrift zur 475-Jahr-Feier, 1522–1997. Heidler & Fahle, Scheibenberg 1997
  • AG Heimatgeschichte (Hrsg.): Carl Benjamin Dietrich: Sein Leben – seine Werke; Die kleinen Chroniken der freien Bergstadt Scheibenberg mit Oberscheibe. Scheibenberg 2005
  • Jens Hahn: Elterlein-Scheibenberg-Oberwiesenthal: Drei Bergstädte im Erzgebirge – Erzbergbau und Knappschaftswesen bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Obererzgebirgischer Silberspiegel, Zwönitz 2010, ISBN 978-3-00-029673-4
  • Scheibenberg. In: Max Grohmann „Das Obererzgebirge und seine Städte“, S. 1–12 des 12. Kapitels, Graser Annaberg 1903
Panorama vom gleichnamigen Berg Scheibenberg (807 m ü. NN) Richtung der Stadt Scheibenberg mit Blick auf die Morgenleithe (812 m ü. NN), den Spiegelwald (727 m ü. NN), Schatzenstein (760 m ü. NN) und den Geyerschen Wald mit Sendeturm. (von links)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_s10_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR14&p_ebene=GE&p_ort=14521510
  3. Das Scheibenberger Stadtwappen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Scheibenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien