Scheiden-Gelbstern

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Scheiden-Gelbstern
Scheiden-Gelbstern (Gagea spathacea)

Scheiden-Gelbstern (Gagea spathacea)

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Liliengewächse (Liliaceae)
Unterfamilie: Lilioideae
Gattung: Gelbsterne (Gagea)
Art: Scheiden-Gelbstern
Wissenschaftlicher Name
Gagea spathacea
(Hayne) Salisb.

Der Scheiden-Gelbstern (Gagea spathacea), auch Scheidiger Goldstern genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Liliengewächse (Liliaceae).

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Scheiden-Gelbstern blüht im April bis in den Mai hinein in lichten mäßig feuchten Laubwäldern. Schleswig-Holstein befindet sich im Arealzentrum, sonst kommt er nur zerstreut in Deutschland vor. Derzeit geht seine Ausbreitung zurück. Sein Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis zum Kaukasus.[1] In Deutschland ist der Scheiden-Gelbstern als eine nationale Verantwortungsart innerhalb der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung eingestuft.[2]

Pflanzenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scheiden-Gelbstern

Der Scheiden-Gelbstern ist eine frühblühende, mehrjährige krautige Pflanze. Es handelt sich um einen Geophyten, der als Überdauerungsorgane zwei, von einer gemeinsamen Haut umschlossene Zwiebeln hat. Der Scheiden-Gelbstern besitzt zwei röhrig-hohle stielrunde bis 1,5 mm breite Grundblätter, die in der Mitte mit farblosem Mark versehen sind.

Die Blüten stehen einzeln oder bis zu fünft in einem scheindoldigen Blütenstand. Die zwittrigen Blüten sind dreizählig. Die stumpfen, gelben Perigonblätter und der Blütenstiel sind nicht behaart.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = ca. 104.[3]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typisch für Geophyten, überdauert der Scheiden-Gelbsternden den Winter mit seinen Zwiebeln. Die vorweiblichen, Nektar enthaltenden Blüten werden meistens durch Bienen bestäubt. Der Nektar wird in Septalnektarien, also zwischen den Fruchtknotenfächern, gebildet. Keimfähige Samen werden nur selten gebildet. Man nimmt an, dass der Scheiden-Gelbstern aus den Hybriden des Wald-Gelbsterns und des Wiesen-Gelbsterns Gagea lutea x pratensis entstanden ist. Falls keimfähige Samen gebildet werden, so werden diese durch Ameisen ausgebreitet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora - Kritischer Band. Spektrum Akademischer Verlag, 2005, ISBN 3827416000.
  • Franz Fukarek, Heinz Henker und Christian Berg: Flora von Mecklenburg-Vorpommern (Farn- und Blütenpflanzen). 1. Auflage, Weissdorn-Verlag, Jena 2006, ISBN 3-936055-07-6.
  • Martin Schnittler, Tanja Pfeiffer, D. Harter und A. Hamann (2009): Bulbils contra seeds: reproductive investment in two species of Gagea (Liliaceae). Plant Systematics and Evolution 279 (1-4): 29-40.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Gagea spathacea - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 29. September 2016.
  2. Arten in besonderer Verantwortung Deutschlands auf der Homepage des Bundesamtes für Naturschutz, abgerufen am 3. Juni 2016
  3. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 125.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Scheiden-Gelbstern – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien