Scheinfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Scheinfeld
Scheinfeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Scheinfeld hervorgehoben
Koordinaten: 49° 40′ N, 10° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Scheinfeld
Höhe: 304 m ü. NHN
Fläche: 45,11 km2
Einwohner: 4599 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91443
Vorwahlen: 09162, 09167Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: NEA, SEF, UFF
Gemeindeschlüssel: 09 5 75 161
Stadtgliederung: 18 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 3
91443 Scheinfeld
Website: www.stadt-scheinfeld.de
Bürgermeister: Claus Seifert (SPD)
Lage der Stadt Scheinfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
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Über dieses Bild
Nordostansicht
Ostansicht
Kirche in Oberlaimbach

Scheinfeld ist eine Stadt im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Scheinfeld. Die Stadt liegt am Südwestabfall des Steigerwaldes.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scheinfeld hat 14 Ortsteile[2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Oberscheinfeld, Burghaslach, Markt Taschendorf, Baudenbach, Langenfeld, Sugenheim und Markt Bibart.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name und Ersterwähnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ende des 8. Jahrhunderts wurde der Ort erstmals als „Scegifeldum“ erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken. Für Scheinfeld und seine Gemeindeteile sowie für Oberscheinfeld gibt es verschiedene Schreibungen des Ortsnamens in zahlreichen, meist unveröffentlichten archivalischen Quellen, die im Historischen Ortsnamenbuch für den ehemaligen Landkreis Scheinfeld nachgewiesen sind. Die Belege und die Namenserklärungen in diesem Buch gehen auf historische (Besitz- und Lehensverhältnisse) und geographische (Lage, Landwirtschaft) Umstände ein; dabei ist die Namensdeutung für Scheinfeld und Oberscheinfeld „zu den spitz zulaufenden Feldern“ oder „zu den Feldern eines Skago“. Schloss Schwarzenberg nahe Scheinfeld erscheint zum ersten Mal urkundlich im Jahr 1258.

Die Schwarzenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erkinger von Seinsheim kaufte in der Zeit von 1405 bis 1421 das Schloss Schwarzenberg von den Herren von Vestenberg, von Abenberg und dem hoch verschuldeten Hochstift Würzburg erworben. Erkinger nannte sich seit dieser Zeit "von Schwarzenberg". Aufgrund des Einflusses Erkingers erhielt Scheinfeld 1415 von Kaiser Sigismund das Stadtrecht. Die Stadt stand seitdem mit einer kurzen Unterbrechung 1631 bis 1634 durch die Schweden unter der Herrschaft der späteren Fürsten zu Schwarzenberg. Seit 1668 wirkten in Scheinfeld Franziskaner-Minoriten, die 1702 bis 1731 oberhalb Schloss Schwarzenberg das Kloster Schwarzenberg errichteten.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1805 kam Scheinfeld zu Bayern und wurde Kreisstadt im Rezatkreis. 1810 entstand in Schwarzenberg die erste bayerische Forstlehranstalt.[3] Das fürstl. Schwarzenberg'sches Herrschaftsgericht bestand in Scheinfeld von 1814 bis 1848, dann bestand bis 1852 eine Königlich bayerische Gerichts- und Polizeibehörde, die dann in ein Landgericht umgewandelt wurde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits am 21. März 1921 hatten die Nationalsozialisten unter Mitwirkung des Scheinfelder Oberamtsrichters Karl Engert für Scheinfeld und Markt Bibart eine erste nordbayerische Ortsgruppe gegründet.[4] Der gebürtige Scheinfelder Land- und Gastwirt Wilhelm Holzwarth, der Begründer des Uffenheimer Tageblatt war ebenfalls ein Gründungsmitglied der Scheinfelder NSDAP-Ortsgruppe, wurde aber später ein Gegner der Nationalsozialisten.[5] Scheinfelds Kreisleiter, Nikolaus Rückel, rief 1938 zur Teilnahme an den Feierlichkeiten zum 15-jährigen Bestehen der Neustädter NSDAP-Ortsgruppe auf: „Zeigt dem Frankenführer <Julius Streicher>, daß der Kreis Scheinfeld wie einst im Kampfe so auch heute in vorderster Front steht“.[6]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Scheinfeld zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete am 28. April 1946 ein DP-Lager zur Unterbringung von Vertriebenen (Displaced Persons, DPs) ein. Die Bewohner kamen aus dem DP-Lager Regensburg und stammten ausschließlich aus Litauen. Das Lager wurde von dem Team 569 der UNRRA betreut und 1949 aufgelöst. Als Zahlungsmittel wurde innerhalb des Lagers ein spezielles zweisprachiges (englisch/litauisch) Lagergeld verwendet.

Das Lager war ursprünglich durch den Reichsarbeitsdienst im Jahre 1934 errichtet worden. Bestandteile sind noch der sogenannte Altbau des Scheinfelder Gymnasiums sowie die Scheinfelder Wolfgang-Graf-Halle. Die übrigen Barackenbauten des Lagers wurden 1993 im Zuge des Neubaus der Dreifachsporthalle abgerissen.

Bis zum 30. Juni 1972 war Scheinfeld Zentralort des gleichnamigen Landkreises.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1866 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schwarzenberg eingegliedert. Anlässlich der Gebietsreform in Bayern kamen am 1. Januar 1972 Burgambach, Erlabronn, Grappertshofen, Oberlaimbach, Schnodsenbach und Thierberg sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Kornhöfstadt hinzu.[7] Ruthmannsweiler und Unterlaimbach folgten am 1. Januar 1976.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtratswahl 2014[9]
Wahlbeteiligung: 66,1 %
 %
50
40
30
20
10
0
28,20 %
27,30 %
44,6 %
ÜWG

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat hat 16 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte zu folgender Sitzverteilung:

  • SPD – 7 Sitze
  • CSU – 5 Sitze
  • Überparteiliche Wählergemeinschaft – 4 Sitze
  • Im September 2018 sind ein SPD- und ein ÜWG-Mitglied aus ihren Fraktionen ausgetreten und haben eine Ausschussgemeinschaft gebildet.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt pflegt Partnerschaften mit Beaulieu-sur-Dordogne in Frankreich und der Stadt Grünhain-Beierfeld in Sachsen.

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Verwaltungsgemeinschaft Scheinfeld gehören neben der Stadt Scheinfeld die vier Marktgemeinden Markt Bibart, Markt Taschendorf, Oberscheinfeld und Sugenheim sowie die Gemeinde Langenfeld.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadttor

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Scheinfeld ist Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.
  • Die Stadtwerke Scheinfeld betreiben ein stadteigenes Hallenbad (insbesondere für Schulsport genutzt) sowie das Freibad Scheinfeld (grunderneuert im Winter 2016/2017).

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurz nach der 1861 erfolgten Gründung eines Turnvereins in Neustadt an der Aisch wurde in Scheinfeld erstmals ein Turnverein eingerichtet.[11]
  • Feuerwehr Stadt Scheinfeld mit dem gleichnamigen Verein, welche im Jahr 1869 gegründet wurden und im Jahr 2019 das 150-jährige Gründungsjubiläum feiern.
  • Die Stadtkapelle Scheinfeld feierte 2011 ihr 100-jähriges Bestehen.
  • Aus der Scheinfelder Flüchtlingshilfe entstand im Jahr 2016 ein soziales Gebrauchtwarenkaufhaus in Scheinfelds Altstadt. In diesem „komm rein!“ getauften Laden können Kunden zu günstigen Preisen gebrauchte Kleidung und Haushaltswaren einkaufen. Betrieben wird er vom Diakonieverein Scheinfeld. Der gesamte Erlös wird an gemeinnützige Organisationen und Projekte in Scheinfeld sowie der ganzen Welt gespendet.
  • Die Kinderbaustelle Scheinfeld.
  • Scheinfelder Tracht.[12]
  • Fürstlich privil. Schwarzenberg’sche Böllerschützen der Scheinfelder Tracht im Heimat- und Kulturverein.
  • Schützenverein Scheinfeld.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugendarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Kinderbaustelle Scheinfeld (getragen vom Heimat- und Kulturverein Scheinfeld Stadt und Land e. V.) bietet Kindern (im Sommer einmal monatlich) die Möglichkeit, einen pädagogischen Abenteuerspielplatz zu besuchen.
  • Evangelische Jugend Scheinfeld
  • Klosterjugend (Kloster Schwarzenberg)
  • TSV-Scheinfeld
  • Schwimmvereine (DLRG und Delfin)

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Sportartikelhersteller Adidas hat in Scheinfeld seine einzige deutsche Produktionsstätte. Unter anderem werden dort Maßanfertigungen für Spitzensportler hergestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Scheinfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20120410/195640&attr=OBJ&val=1474
  3. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950. (Neuauflage 1978 anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828-1978.) S. 755.
  4. Wolfgang Mück: NS-Hochburg in Mittelfranken: Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922–1933. Verlag Philipp Schmidt, 2016 (= Streiflichter aus der Heimatgeschichte. Sonderband 4); ISBN 978-3-87707-990-4, S. 28.
  5. Wolfgang Mück (2016), S. 148, Anm. 468, und S. 259 f.
  6. Wolfgang Mück (2016), S. 185 f.
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 565.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  9. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  10. Schwarzenberger Schlosskonzerte. Abgerufen am 6. März 2018.
  11. Max Döllner (1950), S. 604 f.
  12. Scheinfelder Tracht: Website
  13. Wolfgang Mück: NS-Hochburg in Mittelfranken: Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922–1933. Verlag Philipp Schmidt, 2016 (= Streiflichter aus der Heimatgeschichte. Sonderband 4); ISBN 978-3-87707-990-4, S. 209–211 (Erlwein, Friedrich/Fritz („Stier von Neustadt“)).