Schemtschuschnoje

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Siedlung
Schemtschuschnoje/Kirche Schaaken
Жемчужное
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gusjewsk
Frühere Namen Kirche Schaaken (bis 1946)
Bevölkerung 40 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40151
Postleitzahl 238316
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 209 819 019
Geographische Lage
Koordinaten 54° 54′ N, 20° 41′ OKoordinaten: 54° 53′ 42″ N, 20° 41′ 15″ O
Schemtschuschnoje (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Schemtschuschnoje (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Schemtschuschnoje (russisch Жемчужное, deutsch Kirche Schaaken, litauisch Žokai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)). Er liegt im Rajon Gurjewsk (Kreis Neuhausen) und gehört zur Chrabrowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Chrabrowo (Powunden)).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schemtschuschnoje liegt drei Kilometer südlich der Küste des Frischen Haffs (russisch: Kurschski saliw) und 25 Kilometer nordöstlich der Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg). Der Ort ist über eine Nebenstraße zu erreichen, die an der Stadtgrenze von Gurjewsk (Neuhausen) von der Fernstraße A 190 in nördlicher Richtung abzweigt und über Lasowskoje (Trömpau) bis nach Kaschirskoje (Schaaksvitte) am Kurischen Haff führt. Innerorts zweigt eine Nebenstraße nach Nekrassowo (Liska-Schaaken) und weiter bis Kijewskoje (Schmiedehnen) ab, und eine recht unwegsame Verbindungsstraße führt in östliche Richtung nach Prawdino (Thiemsdorf).

Bis 1945 war Kirche Schaaken eine Bahnstation an der Bahnstrecke Prawten–Schaaksvitte (russisch: Lomonossowo–Kaschirskoje) der Königsberger Kleinbahn, die danach nicht mehr in Betrieb war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor 1945 bestand der Ort Schaaken aus drei Teilen[2]: Liska-Schaaken (russisch: Nekrassowo), Domäne Schaaken (ist in Nekrassowo aufgegangen) und Kirche Schaaken. Kirche Schaaken[3] als Kirchdorf schon in vorreformatorischer Zeit kam 1874 mit Liska-Schaaken und Domäne Schaaken zum neu gegründeten Amtsbezirk Schaaken[4], der bis 1945 bestand. Er gehörte bis 1939 zum Landkreis Königsberg (Preußen), danach zum Landkreis Samland im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Am 27. Mai 1893 wurde die damals kommunalfreie Ortschaft Kirche Schaaken in die Landgemeinde Liska-Schaaken (Nekrassowo) eingegliedert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kirche Schaaken mit dem nördlichen Ostpreußen im Sommer 1945 gemäß dem Potsdamer Abkommen von der sowjetischen Besatzungsmacht unter sowjetische Verwaltung gestellt. Der Ort wurde wieder verselbständigt, erhielt den Namen „Schemtschuschnoje“ und wurde dem neu errichteten Rajon Gurjewsk (Kreis Neuhausen) zugeordnet. Von 1947 bis 1954 war der Ort in den Kaschirski selski sowjet (Dorfsowjet Kaschirskoje (Schaaksvitte)), von 1954 bis 2008 in den Marschalski selski sowjet (Dorfsowjet Marschalskoje (Gallgarben)). Seit einer Struktur- und Verwaltungsreform 2008/09[5] ist Schemtschuschnoje jetzt eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) qualifizierte Ortschaft innerhalb der Chrabrowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Chrabrowo (Powunden)).

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schaaken mit Burg und Kirche in einer Ansicht von Caspar Henneberger aus dem Jahre 1576

Siehe dazu den Hauptartikel Kirchspiel Schaaken (mit Kirchspielorts- und Pfarrerliste)

Kirchengebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenruine im Sommer 2016

Das Gotteshaus in Kirche Schaaken, von dem heute lediglich noch eine Ruine steht,[6] war ein für das Samland typischer verputzter Feldstein- und Backsteinbau mit dreiseitig geschlossenem Chor und stammte aus dem 14. Jahrhundert. Die im Zweiten Weltkrieg unzerstörte Kirche verfiel in den Nachkriegsjahren. 1966 wurde die Turmspitze abgenommen, und das mit Asbestplatten neu gedeckte Dach hielt bis in die 1980er Jahre. Heute sind noch die Außenmauern, der Turm und der Triumphbogen zwischen Langhaus und Chor erhalten.

Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in vorreformatorischer Zeit war Schaaken ein Kirchdorf. Bis 1894 sogar eine eigene Inspektion, gehörte die Pfarrei danach mit der überwiegend evangelischen Schaakener Bevölkerung bis 1945 zum Kirchenkreis Königsberg-Land II in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Schemtschuschnoje im Einzugsgebiet der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Marschalskoje (Gallgarben), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad[7] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Persönlichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Geschichte von Nekrassowo - Liska Schaaken bei ostpreussen.net
  3. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Kirche Schaaken
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Schaaken
  5. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni /1. Juli 2009, auf der Basis des Gesetzes Nr. 254 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  6. Patrick Plew, Die Kirchen im Samland: Schaaken (auch mit Bildern von der Kirchenruine)
  7. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirche Schaaken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien