Schenna

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Schenna
(ital.: Scena)
Wappen von Schenna
Schenna (Südtirol)
Schenna
Schenna
Lage von Schenna in Südtirol
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Burggrafenamt
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2013)
2.843/2.874
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
98,18 % deutsch
1,67 % italienisch
0,15 % ladinisch
Koordinaten 46° 41′ N, 11° 11′ O46.68333333333311.183333333333600Koordinaten: 46° 41′ N, 11° 11′ O
Meereshöhe: 600 m s.l.m.
Fläche: 48,3 km²
Dauersiedlungsraum: 8,6 km²
Fraktionen: Schennaberg, Tall (Schenna), Verdins
Nachbargemeinden: Hafling, Meran, Riffian, Lana, Partschins, St. Leonhard in Passeier, Tirol
Partnerschaft mit: Stainz (A)
Postleitzahl: 39017
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021087
Steuernummer: 82003290218
Bürgermeister (2015): Alois Kröll (SVP)

Schenna (italienisch Scena) ist eine Gemeinde mit 2874 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in Südtirol (Italien). Sie liegt etwa drei km nordöstlich von Meran und etwa 25 km nordwestlich von Bozen.

Geografie[Bearbeiten]

Schenna

Die Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche von 48 km² und reicht von der Stadtgrenze Merans (360 m) bis zu den Gipfeln der Sarntaler Alpen, dem Hirzer (2781 m) und dem Ifinger (2581 m). Neben dem Ortskern (600 m) umfasst die Gemeinde weitere sechs Ortsteile (Verdins, St. Georgen, Schennaberg, Videgg, Unter- und Obertall), die von 716 m bis 1536 m reichen.

Klima[Bearbeiten]

Das Meraner Becken liegt klimatisch außerordentlich begünstigt. Der Klimavorzug gilt vor allem für die südwest-geneigten Hänge, die dadurch den höchsten Besonnungsgrad erreichen. Auf die Süd-West-Lage Schennas am Hang unterhalb des Ifinger- und Hirzermassivs trifft die Klimabezeichnung „sonnig und warm“ in besonderer Weise zu. Die statistisch ermittelte relative Sonnenscheindauer ergibt im Jahresdurchschnitt 66 Prozent. Für den Monat Dezember weist die Klimastatistik durchschnittlich 97 Sonnenstunden auf. Im März scheint die Sonne 175 Stunden, im Juni 235 und im September 195 Stunden. Dies ergibt rund 2.200 Sonnenstunden im Jahr.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits im 12. Jahrhundert taucht der Name Schenna das erste Mal urkundlich auf und kommt wahrscheinlich vom lateinischen Wort „scaene“ (bühnenartiger Aufbau). Münzfunde lassen darauf schließen, dass die Gegend rund um Schenna bereits in der Römerzeit besiedelt wurde. Im 12. Jahrhundert gab Landesfürst Petermann von Schenna, einer der mächtigsten Adeligen der damaligen Zeit, die Erlaubnis, auf den Hügel von Schenna ein Schloss zu bauen. Heute zählt das Schloss Schenna zu den bekanntesten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten Schennas.

Die Gemeinde gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Gerichtsbezirk Meran und war Teil des Bezirks Meran.

Wappen[Bearbeiten]

Der Wappenschild ist in eine obere silberne und untere schwarze Hälfte geteilt und hat oben einen roten wachsenden Löwen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

siehe auch die Liste der Baudenkmäler in Schenna

Schloss Schenna[Bearbeiten]

Schloss Schenna wurde um 1350 von Petermann von Schenna erbaut. 1845 von Erzherzog Johann von Österreich erworben, ist es heute noch im Besitz seiner Nachkommen, der Grafen von Meran, die es heute noch bewohnen und bewirtschaften. Kunst, Kultur und Geschichte Tirols zeigen sich in Sammlungen mit Waffen und Möbeln aus 8 Jh., in Gemälden großer Künstler und in Portraits bedeutender Habsburger. Bemerkenswert: Erinnerungsstücke an Erzherzog Johann, die von ihm stammende größte Andreas-Hofer-Sammlung und ein Fayenceofen im Renaissance-Rittersaal.

Mausoleum[Bearbeiten]

Mausoleum

Neugotischer Bau aus rotem Sandstein und Granit. Von 1860 bis 1869 erbaut als Grabstätte für Erzherzog Johann und seine Familie. Unterirdische Gruft mit schwerem Kreuzrippengewölbe; künstlerische Ausgestaltung durch Innsbrucker u. Veroneser Künstler, Altar aus Wiener Werkstätte.

Alte Pfarrkirche Maria Himmelfahrt[Bearbeiten]

Einschiffiger Kirchenbau, ursprünglich romanisch um 1200 erbaut. Erste Umbauten erfolgten zwischen 1370 und 1402; eine umfängliche Renovierung fand dann Anfang des 16. Jahrhunderts statt.[1] Dabei wurden u.a. kostbare Fresken aus der Zeit um 1400 freigelegt.

St. Georg in St. Georgen[Bearbeiten]

St. Georg (Schenna)

St. Georg ist eine Rundkirche aus der romanischen Stilepoche (12 Jh.) mit romanischen und gotischen Fresken, unter anderem zum Leben und Martyrium des heiligen Georg. Der Flügelaltar wird der Werkstatt Hans Schnatterpecks zugeschrieben.

Neue Pfarrkirche[Bearbeiten]

Mit dem Bau wurde 1914 begonnen und auf Grund der Unterbrechung während des Krieges konnte er erst 1931 beendet werden. Der Altarraum ist mit den Statuen der 12 Apostel geschmückt; sehr schön und eindrucksvoll sind die 14 geschnitzten Kreuzwegstationen von Johann Mury. Die Glasfenster stammen aus der Tiroler Glasmalereianstalt Innsbruck. Die neue Orgel wurde 1993 von Franz Zanin aus Udine erbaut und von Herbert Schönweger kunstvoll gestaltet. Sie besteht aus 39 Registern, Hauptwerk, Rückpositiv, Brustwerk und Pedal und hat 2744 Pfeifen.

St. Martinskirche[Bearbeiten]

Diese kleine romanische Kirche aus dem 12. Jh. ist das älteste Baudenkmal Schennas und dient heute als Totenkapelle. Der Bau ist zweischiffig mit je einer Rundapsis und zwei zentralen Pfeilern und ist nach karolingischem Maß erbaut worden.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Sommerabende in Schenna
  • Oldtimer-Rallye Südtirol Classic [2]
  • Schenner Markt
  • Tallner Sunntig
  • Herbstfest der Schützen
  • Schenna Schlossadvent
  • Silvester in Schenna

Tourismus[Bearbeiten]

Aus der ehemaligen bäuerlichen Landgemeinde hat sich in den letzten 40 Jahren einer der bedeutendsten Tourismusorte Südtirols entwickelt. Die Zahl der jährlichen Übernachtungen hat mittlerweile die Millionengrenze überschritten. Schenna zeichnet sich insbesondere durch eine große Zahl von Hotels der Kategorie 3 und 4 Sterne aus.

Besonders Wanderern bietet Schenna eine Vielzahl markierter und gut beschilderter Wanderwege in allen Höhenlagen – vom Maiser Waalweg bis in die Bergregionen des Ifinger- und Hirzergebietes. Zahlreiche Seilbahnen und Lifte erleichtern den Aufstieg zu Höhenwegen und Almwanderungen; gepflegte Berggasthäuser, Almen und Schutzhütten sorgen für das leibliche Wohl.

Eines der touristischen Ausflugsziele ist das Wandergebiet Tall-Hirzer. Es ist durch die Hirzerseilbahn und den Sessellift Grube erschlossen und umfasst die Weiler Prenn, Oberkirn und Videgg. Es erstreckt sich über eine Vielzahl von bewirtschafteten Almen. Das Wandergebiet Tall-Hirzer ist ausgehend von Verdins direkt mit der Seilbahn Verdins-Tall erreichbar.

In Schenna fährt die Taser-Pendelbahn, die die alte Troyer-Pendelbahn ersetzte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schenna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verein für Kultur und Heimatpflege Schenna: Die Sakralbauten auf dem Kirchhügel von Schenna, Medus Verlag, Meran 1991. (S.10ff)
  2. Südtirol Classic