Schierwaldenrath

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Schierwaldenrath
Gemeinde Gangelt
Koordinaten: 51° 1′ 13″ N, 6° 0′ 53″ O
Höhe: [1] 65 (62–68) m
Einwohner: 628 (31. Dez. 2015)
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 52538
Vorwahl: 02454
Karte
Lage von Schierwaldenrath in Gangelt
Katholische Pfarrkirche
Katholische Pfarrkirche
Bahnhofsgebäude
Historische Bahnanlage
Schienen und Bahnanlage
Ortsschild
Denkmalgeschützte Hofanlage
Wegekreuz
Wetterkreuz
Schierwaldenrath auf der Neuaufnahme von 1912
Schierwaldenrath auf der Urkatasterkarte von 1846
Schierwaldenrath auf der Tranchotkarte 1803–1820

Schierwaldenrath ist ein Ortsteil der Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schierwaldenrath liegt ca. 4,5 km nordöstlich von Gangelt an der Kreisstraße 3. In der Nähe des Ortes befindet sich am Saeffeler Bach das Naturschutzgebiet Höngener- und Saeffeler Bruch.[2]

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Starkregen und bei Schneeschmelze fließt das Oberflächenwasser aus den Bereich Schierwaldenrath in den Saeffeler Bach (GEWKZ 2818222)[3] und dann weiter über den Rodebach in die Maas. Der Saeffeler Bach hat eine Länge von 12,747 km bei einem Gesamteinzugsgebiet von 47,479 km².[4]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langbroich Braunsrath Pütt
Brüxgen Nachbargemeinden Waldenrath
Vinteln Kreuzrath Birgden

Siedlungsform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schierwaldenrath ist ein einzeiliges, beidseitig bebautes Straßendorf am Saeffeler Bach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1581 Schewrwalderadt
  • 1584 Schurwaleradt
  • 1662 Schur Waldenrath
  • 1820 Schirwaldenrath
  • 1846 Schierwaldenrath

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schierwaldenrath gehörte früher zum Jülicher Amt Millen. Die Ortsnamen-Deutung kann im Zusammenhang mit der ursprünglichen Zusammengehörigkeit von Schierwaldenrath zum Pfarrsprengel und Gericht Breberen gesehen werden. Es ist möglich, dass die Siedlung von Waldenrath aus in diesem nicht zum eigenen Pfarrsprengel gehörenden Bereich angelegt wurde.

Schierwaldenrath hatte 1828 insgesamt 213 Einwohner, 1852 waren es 249 Einwohner. Schierwaldenrath bildete mit den Orten Langbroich und Harzelt die Gemeinde Schierwaldenrath. Mit dem Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg vom 24. Juni 1969[5] wurde die Gemeinde Schierwaldenrath am 1. Juli 1969 in die Gemeinde Gangelt eingegliedert.[6]

Beim Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft ist Schierwaldenrath ständiger Teilnehmer. So wurde der Ort 2011 mit der Goldmedaille auf Kreisebene ausgezeichnet. Auf Landesebene errang der Ort 2012 eine Silberplakette. Das Dorf nennt sich zu Recht Golddorf.

Kirchengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarre St. Anna Schierwaldenrath ist seit 1804 eigenständig. Die Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Katholiken.

Die Bewohner von Schierwaldenrath wandten sich 1789 mit einer Bittschrift an ihren Ortspfarrer von Breberen, den Bau einer eigenen Kapelle zu befürworten. Wegen des weiten Kirchwegs kam er dieser Bitte nach. 1804 wurde Schierwaldenrath zur eigenständigen Pfarre erhoben. Zwischen 1887 und 1888 wurde die 1790 erbaute Kapelle durch eine neue Kirche nach Plänen von Erasmus Schüller ersetzt und am 30. Juli 1889 geweiht.

Im Zuge der Pfarrgemeindereformen im Bistum Aachen wurde die ehemals eigenständige katholische Pfarrgemeinde St. Anna Schierwaldenrath in die Weggemeinschaft der katholischen Pfarrgemeinden Gangelt eingegliedert.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß § 3 (1) f) der Hauptsatzung der Gemeinde Gangelt ist Schierwaldenrath ein Gemeindebezirk. Der wird durch einen Ortsvorsteher im Gemeinderat der Gemeinde Gangelt vertreten.[8] Ortsvorsteher des Gemeindebezirks ist Hans Ohlenforst. (Stand 2013)

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volksschule Schierwaldenrath, 1965: 3 Klassen, 3 Lehrerstellen, 94 Kinder

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche St. Anna Schierwaldenrath als Denkmal Nr. 48
  • Buntverglasung in der katholischen Pfarrkirche[12]
  • Windmühle Breberen als Denkmal Nr. 30
  • Haus Altenburg in Breberen als Denkmal Nr. 31
  • Backsteinhofanlage Palz 17 als Denkmal Nr. 53
  • Wegekreuz, Am Bahnhof 17, als Denkmal Nr. 49
  • Wegekreuz, Ende der Oberstraße als Denkmal Nr. 50
  • Hagelkreuz in Schierwaldenrath als Denkmal Nr. 52

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ortsring Schierwaldenrath
  • Freiwillige Feuerwehr Gangelt, Löscheinheit Schierwaldenrath
  • St. Joachim Schützenbruderschaft Schierwaldenrath
  • Chorgemeinschaft Langbroich-Schierwaldenrath
  • Musikverein Schierwaldenrath
  • Spielmannszug Schierwaldenrath
  • Spiel Vereinigung SVG Birgden, Langbroich, Schierwaldenrath
  • Karnevalsgesellschaft Scherwauerer Heggeströöper Schierwaldenrath
  • Frauengemeinschaft Schierwaldenrath
  • Jugendgruppe Schierwaldenrath
  • Sozialverband VdK Deutschland Ortsverband Birgden betreut Schierwaldenrath

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vogelschuss der Bruderschaft
  • Patronatsfest und Kirmes
  • St.-Martin-Umzug
  • Dorffest
  • Adventskonzert des Musikvereins
  • Karnevalistische Veranstaltungen

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autobahnanbindung

BAB Streckenabschnitt Anschlussstelle Entfernung
A46 Heinsberg – Düsseldorf AS Heinsberg 10 km
A44 Aachen – Mönchengladbach AS Aldenhoven 25 km
A4 Aachen – Köln AS Weisweiler 35 km

Bahnanbindung

Ab Bahnhof Geilenkirchen (ca. 10 km Entfernung)

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RE 4 Wupper-Express AachenMönchengladbachDüsseldorfDortmund
RB 33 Rhein-Niers-Bahn AachenMönchengladbachKrefeldDuisburg
RB 20 Euregiobahn AachenGeilenkirchen

Am Bahnhof Schierwaldenrath endet heute der Museumszug „Selfkantbahn“ aus Gillrath.

Straßennamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Bahnhof, Brökerstraße, Hinter dem Dorf, Klein Feldchen, Maarstraße, Palz, Oberstraße

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dritte Ausgabe 1994: Handbuch des Bistums Aachen, ISBN 3-87448-172-7, S. 695
  • Leo Gillessen: Die Ortschaften des Kreises Heinsberg, ISBN 3-925620-13-3, S. 106
  • Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz. Nicolai, Berlin und Stettin 1830

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schierwaldenrath – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. http://www.naturschutz-fachinformationssysteme-nrw.de/nsg/de/fachinfo/gebiete/gesamt/HS_011
  3. http://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/wasser/pdf/Gewaesserverzeichnis%20GSK3C.xls
  4. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 17. Oktober 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lanuv.nrw.de
  5. https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?print=1&anw_nr=2&gld_nr=%202&ugl_nr=2020&val=4036&ver=0&sg=0&menu=1&aufgehoben=N&keyword=&bes_id=4036
  6. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 101.
  7. http://www.weggemeinschaft-gangelt.de
  8. http://www.gangelt.de/images/stories/PDF/Ortsrecht/1.1%20Hauptsatzung.pdf
  9. http://www.kiga-schierwaldenrath.de/
  10. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 23. November 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.caritas-werkstatt-schierwaldenrath.de
  11. http://www.selfkantbahn.de/
  12. http://www.glasmalerei-ev.net/pages/b2629/b2629.shtml