Schifffahrtsweg Rhein-Kleve

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Der Schifffahrtsweg Rhein-Kleve (SRK) ist eine 8,5 km lange Bundeswasserstraße[1] in Nordrhein-Westfalen (Deutschland), für die das Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein zuständig ist. Er verbindet das Industriegebiet der Stadt Kleve mit dem Rhein und zählt zur Wasserstraßenklasse III.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schifffahrtsweg Rhein-Kleve besteht aus dem Spoykanal und dem unteren Teil des Griethauser Altrheins. Der Spoykanal beginnt als Bundeswasserstraße am Hafen Kleve mit km 1,78 und mündet im Unterwasser der Schleuse Brienen bei km 4,57 in den Griethauser Altrhein ein. Dieser mündet linksrheinisch mit km 10,24 in den Rhein bei km 863,93, kurz vor der deutsch-niederländischen Grenze[2]. Zum SRK gehört auch der 570 m lange obere Teil des Griethauser Altrheins als sog. sonstige Binnenwasserstraße des Bundes[1].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang des 15. Jahrhunderts suchte die Stadt Kleve einen unmittelbaren Zugang zum Rhein. Hierzu baute sie den Vorfluter Spoygraben zu einem 4 km langen Schifffahrtskanal aus. 1658 wurde der inzwischen verfallene Kanal wiederhergestellt und bei Brienen mit einer Schleuse zugänglich gemacht. 1809 wurde der Kanal mitsamt der Schleuse durch ein mächtiges Hochwasser mit Eisgang zerstört.

Für das Abfahren von Getreide aus dem Raum Kleve und das Heranbringen von Kohle aus dem Ruhrgebiet war der Wasserweg aber unverzichtbar. Nach einigen Behelfsmaßnahmen übernahm Preußen 1843–1846 den Ausbau von Kanal und Schleuse für ein 300-t-Schiff.

1907–1910 wurde die Wasserstraße den gestiegenen Schiffsgrößen angepasst durch Erweiterung des Spoykanals auf 3 m Tiefe und 10,5 m Sohlenbreite, durch den Neubau einer Schleuse neben der alten für das 600-t-Schiff mit 67 m Nutzlänge und 8,6 m Breite und durch Ausbaggerungen des inzwischen zum Altrhein gewordenen Rheins.

Schleuse Brienen im Spoykanal

Beim 1927 erbauten Pumpwerk wurde die Kammer der Schleuse von 1843 als Zuleitung genutzt. 1933 bekam die Schleuse - im Zusammenhang mit Deichbauten - höhere Kammermauern und neue Tore, so dass von da an 1000-t-Schiffe den Kanal bis zum Höchsten Schifffahrtswasserstand des Rheins benutzen können. Die Fahrwassertiefe beträgt heute im Kanal 2,5 m, auf dem Griethauser Altrhein entspricht sie dem jeweiligen Wasserstand des Rheins am Pegel Emmerich zuzüglich 0,30 m[3]. Durch die fortschreitende Erosion des Rheinbetts können die Schiffe aber monatelang den Klever Hafen nur mit Teilladungen anfahren. So ist zweifelhaft, ob die Wasserstraße für die Berufsschifffahrt benutzbar bleibt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. Eckoldt (Hrsg.), Flüsse und Kanäle, Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen, DSV-Verlag 1998
  • Hermann Kunze, Vom Spoy-Graben zum Spoykanal, Kalender für das Klever Land – Auf das Jahr 1983, Kleve 1982, Seite 104 ff

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Verzeichnis E, Lfd.Nr. 53 und Verzeichnis F der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  2. Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  3. Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung, Kapitel 14, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spoykanal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien