Schiffswerft August Pahl

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Die Schiffswerft August Pahl war eine nach ihrem Gründer benannte Werft in Hamburg.

Gründung (1897)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August Pahl gründete 1897 eine Werft in Hamburg-Finkenwerder auf dem Gelände von J. C. Wriede, hier baute er vorwiegend Barkassen und Motorboote. Aufgrund von fehlenden Ausdehnungsmöglichkeiten erfolgt 1910 ein Umzug auf ein größeres Gelände am Köhlfleet.

Feuerwehr IV, historisches Löschboot der Hamburger Feuerwehr (Pahlwerft 1930 Bau-Nr. 152)

Verlagerung zum Köhlfleet (1910)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Ersten Weltkrieg wurden vorwiegend Motorbarkassen, wenige Motorschlepper und eine Schute gebaut. Rudolf Pahl, der 1919 in die Firma eintrat, entwickelte eine Fernbedienung für den Antriebsmotor der Boote. Damit konnte der Motor vom Steuerstand bedient werden.

Nach dem Krieg wurden neben den Motorbarkassen und Motorschleppern außerdem viele Feuerlöschboote gebaut, einige Fahrgastschiffe und fast 20 Seenotrettungsboote für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Für die Afrikanische Frucht Compagnie wurden mehrere Flussleichter und eine Inspektionsbarkasse abgeliefert. Die größten Schiffe waren Hafenfähren (200 – 500 BRT) für die HADAG. Ab 1935 baute die Werft auch neun Alsterschiffe des neuen Typs.

Erweiterung der Werft (1948)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Werft erweitert, um auch größere Schiffe bauen zu können. Es begann mit Küstenmotorschiffe bis 300 BRT, ab 1955 wurden größere Frachter abgeliefert wie z. B. die Frachter Cap Castillo und ihr Schwesterschiff Cap Bonavista (4.040 BRT), die Cap Colorado (5850 BRT) und als letztes Schiff dieser Reihe die Poeldijk (5.600 BRT).

Konkurs (1984)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der großen durch die Sturmflut 1962 verursachten Schäden konnten anschließend nur noch kleine Schiffe wie das Forschungsschiff Friedrich Heincke (370 BRT, Biologische Anstalt Helgoland) und Sektionen für andere Werften gebaut werden. Das Schwesterschiff trug den Namen Alkor.

Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre wurden, neben diversen und umfangreichen Reparaturarbeiten (z.B. Hafenbagger, HADAG-Fähren, Tragflächenboote, Fischkutter, etc.), auch Aufträge für Airbus (Transportvorrichtungen für den ersten Airbus A300), Flutschutzeinrichtungen für den Hafen (Schiebetore) oder auch antimagnetische Schiffsrümpfe (Marine) bearbeitet und erstellt.

1984 führte der Konkurs zum Ende dieser Finkenwerder Werft, die in diesen fast 90 Jahren über 300 Neubauten abgeliefert hat.

Siehe auch:

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Szymanski, H.: Die Ewer der Niederelbe. Salzwasser-Verlag, Januar 2010, ISBN 3861951916

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]