Schild-Ampfer

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Schild-Ampfer
Schild-Ampfer (Rumex scutatus)

Schild-Ampfer (Rumex scutatus)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Gattung: Ampfer (Rumex)
Art: Schild-Ampfer
Wissenschaftlicher Name
Rumex scutatus
L.

Der Schild-Ampfer (Rumex scutatus) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schild-Ampfer ist ein typischer Schuttwanderer und besitzt eine tief verankerte Grundachse mit wandertriebähnlichen Stängeln, die sich bei Überschuttung wieder nach oben durchbohren. Die Art ist ausdauernd und wird etwa 10 bis 40 cm hoch. Die Blätter sind lang gestielt, spießförmig, dreieckig, rundlich herzförmig oder fast geigenförmig-spießförmig.

Der Blütenstand ist eine Rispe, die sehr locker ist und aus wenigen, aufrecht-abstehenden Ästen zusammengesetzt ist. Die Blütenstiele sind fadenförmig und meist kürzer als die Valven. Die äußeren Perigonblätter der weiblichen Blüten sind krautig, kaum 2 mm lang und fast kahnförmig. Sie sind zur Fruchtzeit der Basis der Valven angepreßt. Die Valven sind meist bleich, 4,5-6 mm lang und bis 5 mm breit und vollkommen schwielenlos.

Der Name der Art bezieht sich auf die schildförmigen Blätter.

Die Chromosomenzahl ist 2n = 20.[1]

Blütezeit ist von Mai bis August.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet umfasst die Gebirge Mittel-, Süd- und Osteuropas sowie Südwestasiens.[2] Als Standort werden Grobschuttflure (Geröllhalden) sowie steinige, sonnige Abhänge bevorzugt. Der Schild-Ampfer gedeiht auf mäßig trockenen, basenreichen, lockere, bewegten, offenen Grob- und Feinschuttböden.[1] Er ist eine Charakterart der Klasse Thlaspietea rotundifolii, kommt seltener auch in Gesellschaften der Klasse Asplenietea vor und ist außerhalb der Alpen in Mitteleuropa eine Charakterart des Rumicetum scutati aus dem Verband Stipion calamagrostis.[1] Die Pflanze ist bis in die subalpine Höhenstufe verbreitet. In den Allgäuer Alpen steigt er bis zu einer Höhenlage von 2100 Metern auf.[3]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schild-Ampfer ist reich an Vitamin C und Calciumoxalat. Er wurde früher offizinell verwendet (»Herba romana«). Kultursorten werden auch als »französischer oder römischer Spinat« (Rumex scutatus var. hortensis Lam. & DC.) angepflanzt und zuweilen auch in tieferen Lagen an Mauern eingebürgert. Er findet auch als Suppengewürz und Salat Verwendung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen. Erkennen & Bestimmen (Steinbachs Naturführer). Mosaik Verlag, München 2003, ISBN 3-576-11482-3
  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler und Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Bestimmungsbuch für alle in der Republik Österreich, in der autonomen Provinz Bozen/Südtirol (Italien) und im Fürstentum Liechtenstein wildwachsenden sowie wichtigsten kultivierten Gefäßpflanzen (Farnpflanzen und Samenpflanzen). OÖ Landesmuseum, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Karl Heinz Rechinger: Polygonaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band III, Teil 1. 2. Auflage. Carl Hanser, München 1957.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 332.
  2. Rumex im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 17. August 2017.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, Seite 446. IHW-Verlag, Eching bei München, 2001. ISBN 3-930167-50-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schild-Ampfer – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien