Schiltberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schiltberg
Schiltberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schiltberg hervorgehoben

Koordinaten: 48° 28′ N, 11° 15′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Aichach-Friedberg
Verwaltungs­gemeinschaft: Kühbach
Höhe: 455 m ü. NHN
Fläche: 29,79 km2
Einwohner: 1955 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86576
Vorwahl: 08259
Kfz-Kennzeichen: AIC, FDB
Gemeindeschlüssel: 09 7 71 162
Gemeindegliederung: 16 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Obere Ortsstraße 13
86576 Schiltberg
Website: www.schiltberg.de
Bürgermeister: Josef Schreier (CSU / Freie Wgem. / Parteilose Wgem.)
Lage der Gemeinde Schiltberg im Landkreis Aichach-Friedberg
Baar (Schwaben)PöttmesTodtenweisAindlingPetersdorf (Schwaben)InchenhofenKühbachSchiltbergSielenbachAdelzhausenEurasburg (Schwaben)Ried (bei Mering)MeringMerchingSchmiechenSteindorf (Schwaben)KissingObergriesbachHollenbachRehlingAffingAichachFriedberg (Bayern)DasingAugsburgLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis DachauLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis Donau-RiesLandkreis AugsburgLandkreis Landsberg am LechLandkreis Donau-RiesLandkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild

Schiltberg ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kühbach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiltberg liegt ca. 10 km östlich der Kreisstadt Aichach in der reizvollen Wald- und Hügellandschaft des Wittelsbacher Landes. Schiltberg gehört zur Planungsregion Augsburg.

Die Kommune ist über gut ausgebaute Staatsstrassen gut erreichbar, und hat in einer halben Autostunde Anschluss zu den Autobahnen A8 (München-Stuttgart) und zur A9 (München – Nürnberg).

Durch Schiltberg fließt die Weilach. Weilachtal wurde 1988 in den Rang eines Landschaftsschutzgebietes erhoben.

Schiltberg trägt den Beinamen Holzland. Das sogenannte Holzland umschließt vor allem den Schiltberger Forst im östlichen Gemeindegebiet von Schiltberg.

Es existieren folgende Gemarkungen: Allenberg, Aufhausen, Rapperzell, Ruppertszell, Schiltberg.

Die Gemeinde hat 16 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit mehreren vorgeschichtlichen Höhensiedlungen, darunter auf dem Budelberg bei Aufhausen, sowie auf dem Hofberg bei Schiltberg war bereits zur Bronzezeit ein vollerschlossenes Kulturland zu erkennen.Neolithische und bronzezeitliche Keramikscherben vom Hofberg in Schiltberg beweisen die Existenz vorgeschichtlicher Höhensiedlungen. In Schiltbergs Südwesten haben die Menschen der Urnenfelderzeit ebenfalls eindeutige Visitenkarten in Form von Tongefäßen und Bronzegusskuchen hinterlassen. In die Hallstattzeit datieren die Hügelgräber im Schiltberger Forst. An die Bajuwaren erinnert ein eisernes Kurzschwert aus dem heutigen Bsuchweg. Auf dem Budelberg bei Holzhausen errichteten die Bewohner der umliegenden Dörfer in der Zeit der Ungarneinfälle eine Fluchtburg. Burgstall, Wälle und Gräben blieben als Geländereste.

Überregionale Bekanntheit erlangte der Ort und das Holzland durch die ehemalige Burg auf dem Hofberg (um 1000 bis ca. 1450), in der zeitweise die einflussreichen Marschalken von Schiltberg residierten. Die Marschalken waren zwischen 1224 und 1284 militärische Anführer und Hof-Beamte der Wittelsbacher Pfalzgrafen und Herzöge.

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiltberg gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Aichach des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den 1970er Jahren wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Aufhausen (am 1. Juli 1970), Allenberg (am 1. Januar 1971), Ruppertszell (am 1. Januar 1972) und Rapperzell (am 1. Juli 1972) nach Schiltberg eingemeindet.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1359 Einwohner
  • 1970: 1503 Einwohner
  • 1987: 1637 Einwohner
  • 1991: 1707 Einwohner
  • 1995: 1759 Einwohner
  • 2003: 1795 Einwohner
  • 2005: 1807 Einwohner
  • 2010: 1870 Einwohner
  • 2015: 1950 Einwohner

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1.676 auf 1.955 um 279 Einwohner bzw. um 16,7 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Schiltbergs setzt sich seit 2008 aus dem 1. Bürgermeister und zwölf Gemeinderäten der Christlich Sozialen Union in Bayern (CSU) / Freie Wählergemeinschaft (FW) / Parteilose Wählergemeinschaft (PW) zusammen. Der Gemeinderat besetzt einen Rechnungsprüfungsausschuss.

Als Bürgermeister sind drei Bürgermeister benannt:

  • Erster Bürgermeister Gemeinde Schiltberg: Schreier Josef, CSU / FW / PW
  • Zweiter Bürgermeister Gemeinde Schiltberg: Kellerer Peter, CSU / FW / PW
  • Dritter Bürgermeister Gemeinde Schiltberg: Streit Fabian, CSU / FW / PW

Die Gemeinde gibt ein Gemeindeblatt heraus.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung des seit 1970 verwandten Wappen lautet: Geteilt von Blau und Silber; oben nebeneinander drei durchgehende, senkrecht stehende silberne Rauten, unten ein durchgehendes schwarzes Tatzenkreuz.

Die silbernen Rauten im Gemeindewappen sind dem Wappen der Marschälle von Schiltberg entnommen. Sie erinnern an das bedeutende Ortsadelgeschlecht, das zum engsten Kreis der herzoglich bayerischen Ministerialen des 12. und 13. Jahrhunderts zählt. Die Familie hatte Besitzungen in der näheren und weiteren Umgebung, sie reichten bis ins Oberinntal, auch die Burg Peissenberg zählte dazu. Der Ort Schiltberg bildete seinerzeit einen Herrschaftsmittelpunkt dieses ausgedehnten Besitzkomplexes. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg betete die Gemeinde noch im Totengedenken jeden Sonntag für Graf Berchtold von Schiltberg. Das Tatzenkreuz stellt die zur Gemeinde gehörende Deutschordens-Kommende Blumenthal dar. Die Herren von Schiltberg standen dem Orden sehr nahe und bedachten ihn mit großzügigen Schenkungen. Die Feldfarben Silber und Blau erinnern an die bayerische Landesherrschaft.[5]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1987 besteht mit dem oberösterreichischen Markt Schwertberg eine offizielle Partnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Maria Magdalena in Schiltberg
Das ehemalige Hofmark-Schloss
Mehrzweckhalle in Schiltberg
Rathaus und Feuerwache in Schiltberg

Katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Schiltberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde unter Einbeziehung des mittelalterlichen Turmes 1773 erbaut. Der Turm ist ein quadratischer Turm mit Spitzhelm zwischen Dreiecksgiebeln. Das Gemälde im Chorraum (oberhalb des Altares) stellt Maria Magdalena dar, die beim letzten Abendmahl die Füße Jesu salbt. Der Hochaltar und wohl auch die die Seitenaltäre wurden 1782 im Stil des späten Rokoko von Johann Anton Wiest gebaut.

Die Pfarrei wird von Pfarrer Szymula Marek P. geleitet. Filialkirchen sind Maria Königin in Allenberg und St. Markus in Rapperzell.

Hofbergtheater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gelände des ehemaligen Burgstalles findet sich heute die Freilichtbühne des Hofbergtheaters. Seit 1953 führt dort der Hofberg-Freilichttheater-Verein, Ritterspiele und Freilicht-Theater-Aufführungen durch. Ab 1977 wurde die Kulisse gebaut. Seit 1980 finden dort regelmäßige Veranstaltungen des Hofbergvereins statt. Zuerst waren dies Ritterspiele. Ab 1991 wurden literarische Werke wie Romeo und Julia und Wilhelm Tell dargestellt. Der Hofbergverein pflegt auch enge Beziehungen zu seinem Partnerverein in Schwertberg.

Schloss Rapperzell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einem Rapperzeller Hofmarksbesitzer verdankt die Gemeinde einen erhaltenen Schlossbau (um 1700) in Rapperzell.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zwölf, im produzierenden Gewerbe 72 und im Bereich Handel und Verkehr 16 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 22 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 626. Im verarbeitenden Gewerbe gab es sieben Betriebe, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe.

Im Jahr 2010 bestanden 37 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1158 ha, davon waren 827 ha Ackerfläche und 321 ha Dauergrünfläche.

Öffentlicher Verkehr mit Bus und Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Buslinie 243 (Aichach – Oberwittelsbach – Schiltberg – (Metzenried)) des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbundes (AVV) verbindet Schiltberg mit Aichach. Der nächste Bahnhof ist Radersdorf an der Bahnstrecke Augsburg–Ingolstadt, acht Kilometer nordwestlich von Schiltberg. Ebenso ist der Bahnhof Altomünster (Anbindung an den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund als S2) acht Kilometer entfernt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • ein Kindergarten mit 50 Kindergartenplätzen und 50 Kindern
  • eine Grundschule mit vier Lehrern und 97 Schülern

Vereinswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde sind 34 Vereine gemeldet.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schiltberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Schiltberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 21. August 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 415.
  4. Das Gemeindeblatt von Schiltberg. Gemeinde Schiltberg, abgerufen am 17. Mai 2019.
  5. Stephanie Heyl: Gemeinde Schiltberg. In: Gemeinde Schiltberg. Haus der Bayerischen Geschichte, 5. März 2019, abgerufen am 5. März 2019 (deutsch).