Schiras

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der iranischen Stadt Schiras. Aus dieser Region stammt auch eine Teppichsorte gleichen Namens sowie der Name einer Rebsorte. Zu den armenischen Dichtern siehe Howhannes Schiras (Vater) und Sipan Schiras (Sohn).
Schiras
Shiraz north east.JPG
Schiras (Iran)
Schiras
Schiras
Basisdaten
Staat: IranIran Iran
Provinz: Fars
Koordinaten: 29° 36′ N, 52° 31′ OKoordinaten: 29° 36′ N, 52° 31′ O
Höhe: 1500 m
Fläche: 340 km²
Einwohner: 1.460.665[1] (Berechnung 2010)
Vorwahl: 711
Zeitzone: UTC+3:30
Webseite: www.shiraz.ir
Politik
Bürgermeister: Mehran E'temadi
Eram-Garten

Die iranische Großstadt Schiras (oder Schiraz, persisch شيراز Schirāz, DMG Šīrāz) ist die Hauptstadt der zentralen Südprovinz Fars und gehört mit ca. 1,5 Millionen Einwohnern (Stand 2010) zu den fünf größten Städten Irans.

Sie liegt etwa 700 km südlich von Teheran im südlichen Zagrosgebirge auf etwa 1500 m ü. NN. Das Klima ist relativ angenehm und mild. Man nennt die für ihre Gartenkultur berühmte Stadt den „Garten des Iran“. Ihr Blumenreichtum und die berühmten Rosenzüchtungen geben ihr ein spezifisches Gepräge, das schon bei der Auffahrt durch den äußeren Torbogen auffällt.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der früheste Hinweis auf die Stadt findet sich auf elamitischen Schrifttafeln von 2000 v. Chr., die im Juni 1970 bei Bauarbeiten in Schiras gefunden wurden. Auf diesen Tontäfelchen, die in elamischer Sprache verfasst sind, ist der Name der Stadt als Tiraziš.[2] angegeben. Die altpersische Form lautete /širājiš/ und wurde durch Lautverschiebungen zum neupersischen Schirās.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Umgebung der Stadt war schon vor mehr als 2500 Jahren das Kernland des achämenidischen Persien.

Zwei mächtige altpersische Königshäuser stammen von hier: die antiken Achämeniden (559 bis 330 v. Chr.) und die Sassaniden (224 bis 651). Der achteckige Pavillon des Pars-Museums beschreibt die Region und ihre Dynastien.

Doch bereits vor der Einwanderung der Perser in die Persis existierte die Stadt. Die Tontäfelchen die in Schiras gefunden worden sind, lassen die Vermutung zu, dass die Stadt elamischen Ursprungs ist. Städtische Größe, wirtschaftliche und politische Wichtigkeit erlangte die Stadt jedoch erst unter den Persern. Tontäfelchen aus dem Verwaltungsarchiv von Persepolis aus der Zeit von Dareios dem Großen erwähnen Schiras mehrfach, so soll die Stadt ein königliches Schatzhaus beherbergt haben.[3] Nach dem Fall des Persischen Reiches der Achämeniden und die Zerstörung von Persepolis durch Alexander, übernahm Schiras die Rolle des kulturellen Zentrums der Perser.

Im Mittelalter residierten in Schiras unter anderem die islamischen Dynastien der Buyiden und Salghuriden, unter denen die Stadt wuchs und erblühte, aber auch mehrfach Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen war. Später dezimierten mongolische, türkische und afghanische Überfälle die Größe und Bevölkerung Schiras’. Erst unter Karim Khan Zand konnte sich die Stadt wieder erholen und erlebte eine neue Blütezeit, insbesondere in der Wirtschaft und Kultur. Am 20. Juni 1824 wurde die Stadt durch ein Erdbeben zerstört.[4] Schiras ist offiziell zur Kulturhauptstadt Irans erklärt worden.[5] 1967 bis 1977 fand das Schiras-Kunstfestival statt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zand-Zitadelle
Hafis-Grabmal
Nasirolmolk-Moschee
Der Maharloo-See bei Schiras

In Schiras sind die zwei berühmtesten Dichter Persiens in anmutigen Mausoleen am Stadtrand begraben: Hafis und Saadi. Neben den beiden wirkte hier auch Omar Chajjam.

Sehr bedeutend ist die Freitagsmoschee (Schah-Tscheragh-Moschee) mit dem Schrein von Schah Tscheragh, einem Bruder des achten Imams Reza.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Zitadelle des Karim Khan. Sie wurde um das Jahr 1770 fertiggestellt. Sie liegt im Zentrum der Stadt und diente als Regierungspalast und Wohnpalast, später als Mausoleum.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt besitzt einen Kopfbahnhof – dessen Empfangsgebäude soll das größte des Landes sein – in dem die von Teheran kommende Bahnstrecke Badrud–Isfahan–Schiras endet.

Die erste U-Bahn-Linie der Stadt wurde am 11. Oktober 2014 eröffnet.

Hauptartikel: U-Bahn Schiras

Universitäten und Forschungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klimatabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiras
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
96
 
12
-1
 
 
43
 
15
1
 
 
37
 
19
4
 
 
35
 
23
8
 
 
5
 
30
13
 
 
0
 
36
16
 
 
2
 
37
19
 
 
0
 
36
18
 
 
0
 
33
14
 
 
2
 
28
8
 
 
30
 
20
3
 
 
55
 
14
0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Schiras
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 11,7 14,6 19,3 23,2 30,2 35,5 37,2 36,4 33,3 27,6 20,1 14,0 Ø 25,3
Min. Temperatur (°C) -0,7 0,9 4,2 7,6 12,5 16,2 19,2 17,9 13,8 8,2 2,9 -0,2 Ø 8,6
Niederschlag (mm) 96 43 37 35 5 0 2 0 0 2 30 55 Σ 305
Sonnenstunden (h/d) 6,7 7,4 8,2 7,9 10,7 11,9 11,2 10,7 10,8 10,0 8,0 7,3 Ø 9,2
Luftfeuchtigkeit (%) 64 58 50 47 31 24 22 24 26 34 48 59 Ø 40,5
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
11,7
-0,7
14,6
0,9
19,3
4,2
23,2
7,6
30,2
12,5
35,5
16,2
37,2
19,2
36,4
17,9
33,3
13,8
27,6
8,2
20,1
2,9
14,0
-0,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
96
43
37
35
5
0
2
0
0
2
30
55
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sina Vodjani und Gabriele von Kröcher: Zarathustra. Membran International, Hamburg 2006, ISBN 978-3-86562-739-1, S. 230–247

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schiras – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsdaten der Großstädte Irans (2010) Tabelle auf Website der Provinzverwaltung Süd-Khorassan (persisch)
  2. Cameron, George G.: Persepolis Treasury Tablets, University of Chicago Press, 1948, S. 115.
  3. nirupars.com, Shiraz
  4. Friedrich Adolph Klüber (Hrsg.): Genealogisches Staats-Handbuch., 67. Jahrgang. Verlag von Franz Varrentrapp, Frankfurt am Main 1839, S. 377: „Auch Schiras ward am 20 Juni 1824 durch ein schreckliches Erdbeben verheert.“
  5. nirupars.com, Shiraz