Schirmeck

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Schirmeck
Wappen von Schirmeck
Schirmeck (Frankreich)
Schirmeck
Region Grand Est
Département Bas-Rhin
Arrondissement Molsheim
Kanton Mutzig
Gemeindeverband Communauté de communes de la Vallée de la Bruche
Koordinaten 48° 29′ N, 7° 13′ OKoordinaten: 48° 29′ N, 7° 13′ O
Höhe 289–840 m
Fläche 11,42 km2
Einwohner 2.301 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 201 Einw./km2
Postleitzahl 67130
INSEE-Code
Website www.ville-schirmeck.fr

Rathaus (Hôtel de ville) an der Bruche
Schirmeck
Die Bruche in Schirmeck

Schirmeck ist eine französische Gemeinde mit 2301 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass) und war bis 2015 der Hauptort (Chef-lieu) des gleichnamigen Kantons und gehört seither zum Kanton Mutzig. Die Dorfbewohner nennen sich Schirmeckois.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schirmeck liegt im Tal der Bruche in den Vogesen. In die Bruche mündet in Schirmeck der Framont, der sich in Grandfontaine aus zwei Quellbächen bildet. Des Weiteren mündet in der Ortslage der aus Barembach kommende gleichnamige Bach in die Bruche.

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Wackenbach und Tommelsbach. Die Nachbargemeinden sind Russ, Barembach, Rothau, La Broque und Grandfontaine.

Die Verkehrsanbindung erfolgt über die Bahnstrecke Strasbourg–Saint-Dié mit dem Bahnhof Schirmeck-La Broque einerseits und über die D 1420 Mutzig/MolsheimSaales sowie über einen Abzweig hiervon in Schirmeck in Richtung Nordwesten über den Vogesenkamm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die kleine Stadt Schirmeck und das gleichnamige Schloss über ihr gehörten einst zum römisch-deutschen Reich, bevor es von Truppen des französischen Königs besetzt und Frankreich angeschlossen wurde. Bis zur französischen Revolution war es ein Verwaltungszentrum des Bischofs von Straßburg. Das Département Bas-Rhin wurde 1790 gebildet und Schirmeck wurde diesem provisorisch zugeteilt. 1795 wechselte es zum Département Vosges. Ab 1871 gehörten Schirmeck und der gleichnamige Kanton zum Reichsland Elsaß-Lothringen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Elsass ein weiteres Mal von Frankreich annektiert und Schirmeck gehörte seither zum wieder errichteten Département Bas-Rhin. Ab Schirmeck biegt die historische deutsch-französische Sprachgrenze nach Nordwesten ab.

Während der Zeit zwischen 1940 und 1944 gehörte Schirmeck faktisch wieder zum Deutschen Reich und war mit La Broque, Rothau und Barembach zur Großgemeinde Schirmeck zusammengeschlossen worden. Am Ortsrand von La Broque bestand von August 1940 bis November 1944 das von den Nationalsozialisten angelegte Sicherungslager Schirmeck-Vorbruck, das den Polizeibehörden unter anderem als „Erziehungslager“ im Zuge der „Germanisierung“ des Elsass diente. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Elsass wieder zu Frankreich und Französisch löste Deutsch wieder als alleinige Amtssprache ab.

Das Mémorial de l'Alsace-Moselle (Elsass-Mosel-Gedenkstätte) ist der Geschichte des Elsass im Spannungsfeld zwischen Deutschland und Frankreich gewidmet. Hier werden seit Juni 2005 auf 3000 Quadratmetern Schrift-, Bild- und Tondokumente über den Zeitraum zwischen 1870 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs gezeigt.[1] Bis Ende 2017[veraltet] sollte dort eine Gedenkmauer entstehen, auf der mehr als 50.000 Namen von Toten des Zweiten Weltkriegs eingraviert werden sollten.[2] Nach Kritik an der unterschiedslosen Nennung von Tätern und Opfern wird das Konzept überarbeitet.[3]

Seit 2015 gehört Schirmeck zum Kanton Mutzig.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2011 2013
Einwohner[4] 2246 2605 2628 2352 2167 2177 2425 2455 2401 2364

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burg Schirmeck (13./14. Jahrhundert, im 20. Jahrhundert restauriert) mit Heimatmuseum, im Burghof Madonnenstatue
  • Synagoge, erbaut 1908/09 (Monument historique)
  • Pfarrkirche Saint-Georges mit Orgel von Stiehr und Mockers (1859) und Rinckenbach (1912): Nach dem Brand vom 4. Juli 1859, der die Kirche beschädigte, beauftragte die Gemeinde die Orgelbauerfirma Stiehr und Mockers mit dem Bau einer neuen Orgel, die 13.000 Francs kostete. Die alte Orgel wurde für 3.000 Francs in Zahlung genommen und an die Kirche in Odratzheim verkauft. Das neue Instrument wurde im Jahre 1863 geliefert. Der Orgelbauer Martin Rinckenbach restaurierte das Instrument im Jahre 1912 und installierte einen separaten Spieltisch. Es handelte sich um den ersten neugotischen Prospekt der Firma Stiehr und Mockers.[5]
  • Kirche Saint-Pierre-Fourrier in Wackenbach
  • Brunnen zur Erinnerung an den 17. November 1918, als französische Truppen in Schirmeck einmarschierten
  • Ehemaliges Rathaus von 1864, am Markt, heute Vereinshaus
  • Ehemaliges Gefängnis (19. Jahrhundert), heute Wohnhaus (111 rue du Tribunal)
  • Hôtel des Postes von 1898 (121 B, avenue de la Gare)
  • Bahnhof von Schirmeck-La Broque (1881)
  • Elsass-Mosel-Gedenkstätte im Norden der Ortslage

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean-Noël Wolf (* 1982 in Schirmeck), französischer Straßenradrennfahrer
  • Joseph Schmidlin (1876–1944), katholischer Theologe, starb im Sicherungslager Schirmeck
  • Heinrich Brandt (1886–1970), deutscher evangelisch-lutherischer Theologe und Landessuperintendent des Sprengels Osnabrück-Diepholz der hannoverschen Landeskirche, wurde 1916 in Schirmeck ordiniert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schirmeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Elsass-Mosel-Gedenkstätte Schirmeck auf Chemins de Mémoire
  2. Bärbel Nückles: Südwest: Elsass: Gedenkort für die Toten des Zweiten Weltkriegs geplant. Badische Zeitung, 8. Februar 2017, abgerufen am 8. Februar 2017.
  3. Bärbel Nückles: Wer war Opfer, wer war Täter? Badische Zeitung, 24. März 2017, abgerufen am 22. April 2017.
  4. Schirmeck auf der Seite des INSEE
  5. Info auf der Seite www.culture.gouv.fr