Rose Schlösinger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Schlösinger)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Rose Schlösinger (* 5. Oktober 1907 in Frankfurt am Main; † 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee) war eine deutsche Widerstandskämpferin. Sie gehörte der Roten Kapelle an.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenschild der Parkanlage am Bornheimer Hang, die von einem nach Max Bromme benannten Weg durchquert wird

Rose Schlösinger setzte sich, wie ihre Mutter Sophie Schlösinger, schon früh politisch und sozial ein. Sie war u. a. Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend. Von 1924 bis 1926 machte sie eine Ausbildung zur Kindergärtnerin, ab 1929 begann sie ein Studium der Berufsberatung und Jugendpflege. 1932 wurde ihre Tochter Marianne geboren, die aus einer kurzen Ehe mit dem Lehrer Friedrich Heinemann stammte. 1933 wurde Rose Schlösinger als Tochter einer politisch Unzuverlässigen aus einem Praktikum entlassen und war zeitweise arbeitslos. Später arbeitete sie als Sekretärin. 1939 heiratete sie ihren Vetter Bodo Schlösinger, Übersetzer für Polnisch und Russisch, im gleichen Jahr übersiedelten sie nach Berlin. Ab 1940 nahm sie mit ihrem Ehemann an den Treffen um Arvid Harnack und Karl Behrens teil. Ihr Mann wurde in dieser Zeit als Übersetzer in Polen und später in Russland eingesetzt, dort erlebte er die Ermordung von russischen Zivilisten. Rose Schlösinger arbeitete ab 1942 als Übermittlerin von Informationen innerhalb der Widerstandsgruppe. Am 19. September 1942 wurde sie verhaftet und am 20. Januar 1943 wegen Spionage zum Tode verurteilt. Ihr Gnadengesuch wurde von Adolf Hitler abgelehnt. Am 5. August 1943 wurde sie im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee mit dem Fallbeil hingerichtet.

Ihr Mann hatte schon am 22. Februar 1943 an der Front Selbstmord begangen.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Rose Schlösinger ist heute die Parkanlage am Bornheimer Hang in Frankfurt-Bornheim benannt.

Rolf Hochhuth widmete seiner ersten Frau Marianne, der Tochter Rose Schlösingers, seine 1963 veröffentlichte Antigone-Bearbeitung "Die Berliner Antigone".

In Rose Schlösingers Geburtsstadt Frankfurt am Main ist an ihrem früheren Wohnhaus in der Münzenbergerstraße 4 eine Bronzetafel mit ihrem Porträt zu ihrem Gedenken angebracht;[1] außerdem gibt es in Frankfurt am Main eine Rose-Schlösinger-Allee.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frankfurt am Main 1933–1945