Schlüsselaustauschprotokoll

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Ein Schlüsselaustauschprotokoll wird in der Kryptografie verwendet, um zwei oder mehreren Kommunikationspartnern einen gemeinsamen, geheimen Schlüssel zugänglich zu machen. Dies kann geschehen, indem jemand einen Schlüssel an alle beteiligten Partner überträgt oder indem während der Durchführung des Protokolls ein neuer Schlüssel erzeugt wird. Das Schlüsselaustauschprotokoll legt dabei die genaue Verfahrensweise fest. Der Schlüssel wird anschließend verwendet, um Nachrichten mittels symmetrischer Verschlüsselungsverfahren zu verschlüsseln und zu entschlüsseln.

Schlüsselaustauschprotokolle lösen das sogenannte Schlüsselverteilungsproblem, das darin besteht, den Kommunikationspartnern einen gemeinsamen, geheimen Schlüssel zugänglich zu machen.

Ursprünglich bestand die einzige Möglichkeit zur Lösung des Schlüsselverteilungsproblem darin, einen Schlüssel persönlich oder versiegelt durch einen Boten auszutauschen. Mit dem Auftauchen von Kommunikationsnetzwerken wurden Protokolle wie das symmetrische Needham-Schroeder-Protokoll eingesetzt, um zwischen zwei Parteien, von denen jede mit der gleichen vertrauenswürdigen dritten Partei einen gemeinsamen geheimen Schlüssel hat, einen Sitzungsschlüssel auszutauschen. Eine weitere Möglichkeit entstand erst 1975, als Whitfield Diffie mit Martin Hellman den Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch, das erste auf asymmetrischen Verfahren basierende Protokoll entwickelte.

Literatur[Bearbeiten]