Schlüsseln

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Schlüsseln ist ein in der Kryptologie verwendeter zusammenfassender Begriff für das Verschlüsseln und Entschlüsseln.[1]

Eine Person, die Nachrichten schlüsselt, also ver- oder entschlüsselt, wird im Jargon als Schlüssler (auch: Chiffrierer) bezeichnet.[2]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachlich zu unterscheiden ist zwischen einem Schlüsselraum wie im Bild, das Soldaten des Geheimen Funkmeldedienstes des OKW beim Schlüsseln von Nachrichten mithilfe der Schlüsselmaschine Enigma zeigt, und anderen Bedeutungen des Begriffs Schlüsselraum.
Diese Schlüsseltafel enthält Schlüsseleinstellungen für die Schlüsselmaschine Enigma.

Das Verb steht allgemein sowohl für das von einem kryptographischen Schlüssel abhängige Umwandeln von Klartext in einen Geheimtext als auch umgekehrt für das Umwandeln von Geheimtext in Klartext. (Die beiden Begriffe Klar- und Geheimtext stehen hier symbolisch für beliebige Arten von Daten, nicht nur Texte im klassischen Sinn, sondern beispielsweise auch für Tondateien, Bilddateien oder Videodateien.)

Insbesondere für schriftliche Nachrichten oder Funksprüche unterscheidet man zwischen dem Handschlüsseln, also dem manuell, beispielsweise mit Bleistift und Papier, durchgeführten Ver- oder Entschlüsseln, und dem maschinellen Schlüsseln, bei dem eine Schlüsselmaschine (zusammenfassender Begriff für Ver- und Entschlüsselungsmaschine) eingesetzt wird.

Schlüsselraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zimmer, in dem geschlüsselt wird, wird im Jargon als Schlüsselraum[3] (Bild oben) (englisch Cipher room)[4][5] oder auch als Verschlüsselungsraum[6] bezeichnet, selten auch als Chiffrierzimmer.

Weitere Begriffsverwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwendung findet der Begriff außer in Schlüsselmaschine und Schlüsselraum auch in anderen Komposita wie Schlüsselalphabet, Schlüsselanleitung (siehe auch Enigma-Schlüsselanleitung), Schlüsseleinstellung, Schlüsselgerät, Schlüsselkreis, Schlüsselmaterial, Schlüsselmittel, Schlüsselnetz (siehe auch Schlüsselnetz Triton), Schlüsseltafel (Bild unten), Schlüsselunterlagen, Schlüsselverfahren, Schlüsselvorschrift und Schlüsselzettel.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • OKM: Der Schlüssel M –Verfahren M Allgemein. M.Dv. (Marinedienstvorschrift) Nr. 32/1, Berlin 1940, S. 13. PDF;3,2 MB, abgerufen am 19. November 2018.
  • Andreas Sauer: Pfaffenhofener Stadtgeschichte(n). Kalter Krieg in Pfaffenhofen. Die Grundnetzschalt- und Vermittlungsstelle der Bundeswehr (GSVBw66) und ihre Geschichte. Pfaffenhofen an der Ilm 2014, S. 34. PDF;7,2 MB, abgerufen am 19. November 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Schlüssel M –Verfahren M Allgemein. OKM, Berlin 1940, S. 13. PDF;3,2 MB, abgerufen am 14. September 2017
  2. OKW: Schlüsselanleitung zur Schlüsselmaschine Enigma. H.Dv.g. 14, Reichsdruckerei, Berlin 1940, S. 7. (Abschrift des Original-Handbuchs mit einigen kleinen Tippfehlern.) Abgerufen am 28. November 2018. PDF; 0,1 MB (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive)
  3. Andreas Sauer: Pfaffenhofener Stadtgeschichte(n). Kalter Krieg in Pfaffenhofen. Die Grundnetzschalt- und Vermittlungsstelle der Bundeswehr (GSVBw66) und ihre Geschichte. Pfaffenhofen an der Ilm 2014, S. 34.
  4. K. Lee Lerner und Brenda Wilmoth Lerner: Encyclopedia of Espionage, Intelligence, and Security. Thomson Gale 2004, S. 1:404–405.
  5. NSA: Cryptolog 1985. Fort Meade, Maryland, 1998, S. 9. PDF; 9,4 MB abgerufen am 19. November 2018.
  6. Tür und Tor Artikel in Zeit Online vom 3. April 1987, abgerufen am 15. November 2018.
  7. OKW: Schlüsselanleitung zur Schlüsselmaschine Enigma. H.Dv.g. 14, Reichsdruckerei, Berlin 1940. (Abschrift des Original-Handbuchs mit einigen kleinen Tippfehlern.) Abgerufen am 28. November 2018. PDF; 0,1 MB (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive)