Schlütersche Verlagsgesellschaft

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Schlütersche Verlagsgesellschaft
Logo des Unternehmens
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1747
Sitz 30161 Hannover, Hans-Böckler-Allee 7
Leitung Geschäftsführer: Stefan Schnieder, Lutz Bandte
Mitarbeiter 375 (Stand 31. Januar 2015)
Branche Verlag, Druckerei und Medien
Website schluetersche.de

Die Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, kurz Schlütersche, ist ein 1747 begründeter mittelständischer Verlag mit Hauptsitz in Hannover.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1747 begann das Unternehmen als „Landschaftliche Buchdruckerei“ mit dem Druck des „Hannoverischen Kirchen-Gesang-Buches“, des „Genesius’schen Katechismus“ und eines Kalenders. Das Evangelische Gesangbuch erscheint auch heute noch bei der Schlüterschen. 1749 wurde Heinrich Ernst Christoph Schlüter mit der verantwortlichen Leitung der Druckerei betraut. Er, ab 1788 sein Sohn Georg Christoph Schlüter und ihre Nachkommen prägten das Unternehmen derart, dass es mehr und mehr synonym zum Familiennamen wurde. 1878 schließlich wurde es im Handelsregister als Schlütersche Buchdruckerei eingetragen.

Hannoversches Tageblatt, 1863–1940 im Firmenbesitz
Heutiger Firmensitz in Hannover, Hans-Böckler-Allee 7

Noch im Königreich Hannover war das Unternehmen 1863 in den Besitz des 1851 oder 1852 begründeten Hannoverschen Tageblattes gelangt, das dann bis 1940 im Besitz der Schlüterschen blieb.[2]

1903 verkaufte die Familie Schlüter den Betrieb an den Unternehmer Heinrich Ludwig Hartmann. Die Schlütersche behielt ihren Namen, obwohl sie keine Verbindung mehr mit ihren vorigen Eigentümern hatte. 1936 wandelte Heinrich Ludwig Hartmann das Unternehmen in eine Kommanditgesellschaft um. 1930 erschien das erste Branchen-Fernsprechbuch für die Stadt Hannover, der Vorgänger der heutigen Gelbe Seiten.

An dem von dem Bildhauer Karl Gundelach auf dem Stadtfriedhof Engesohde gestalteten Familiengrab um Hermann Wilhelm Schlüter[3] ließen die Mitarbeiter der Schlüterschen nach 1945 eine Gedenktafel für die im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Kollegen installieren.[4]

Die Telekommunikations-Verzeichnisse entwickelten sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zum wichtigsten Umsatzträger der Schlüterschen. Seit etwa dem Jahre 2000 haben die Online-Versionen der Verzeichnisse zunehmend an Bedeutung für den Unternehmensumsatz gewonnen. Begleitend dazu baute die Schlütersche Zusatzleistungen wie Suchmaschinen-Marketing und Social-Media-Marketing aus.

Inzwischen ist das Unternehmen ein reiner Verlag unter der heutigen Firmierung Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG. Die Druckerei fungierte seit 2002 als rechtlich eigenständiges Unternehmen und wurde 2011 geschlossen.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtliches Fernsprechbuch und Branchenverzeichnis der Oberpostdirektion Hannover, Druck durch Schlütersche Verlagsgesellschaft
  • Telekommunikations-Verzeichnisse, in langjähriger Zusammenarbeit mit der DeTeMedien GmbH, Frankfurt am Main. Dazu gehören unter anderem Gelbe Seiten und das Telefonbuch sowie die dazugehörigen Online-Dienste. Zusatzleistungen im Online-Marketing ermöglichen größere Reichweite.
  • Fachzeitschriften, Bücher und Online-Medien unter anderem zu Wirtschaft, Technik, Pflege, Veterinär- und Humanmedizin, Bücher zu Freizeit- und Kulturthemen mit regionalem Bezug.
  • Die Informationstechnik ist der dritte Geschäftsbereich, der Software-Lösungen für internen Gebrauch und für externe Kunden herstellt.

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen ist neben seinem zentralen Sitz in Hannover an den Standorten Mainz, Coburg und Augsburg vertreten. Darüber hinaus ist es an mehreren Unternehmen beteiligt, mit denen es eng zusammenarbeitet.

  • Schlütersche Marketing Services Hannover GmbH
  • Schlütersche Marketing Services Karlsruhe GmbH
  • Schlütersche Marketing Services Magdeburg GmbH
  • G. Braun Telefonbuchverlage GmbH & Co. KG, Karlsruhe und Leipzig
  • Kommunikation & Wirtschaft GmbH, Oldenburg
  • Mediengesellschaft Magdeburg mbH
  • M. & H. Schaper GmbH
  • SunMedia Verlags GmbH
  • Verlagsgesellschaft Haus & Markt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Warnecke u.a.: Zeitreise durch ein Vierteljahrtausend: 1747 - 1997. Die Chronik der Schlüterschen, Teil 2 der Reihe Schlütersche Verlagsanstalt und Druckerei, Hannover: 1747 - 1997, Hannover: Schlütersche, 1997
  • Hugo Thielen: Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, in: Stadtlexikon Hannover, S. 545f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schlütersche Verlagsgesellschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hugo Thielen: Schlütersche Verlagsgesellschaft (siehe Literatur)
  2. Klaus Mlynek: Hannoversches Tageblatt, in: Stadtlexikon Hannover, S. 266
  3. Hugo Thielen: Schlüter, (3) Hermann Wilhelm ..., in: Stadtlexikon Hannover, S. 544f.
  4. Vergleiche die Dokumentation bei Commons (unter dem Abschnitt Weblinks)

Koordinaten: 52° 22′ 15,96″ N, 9° 45′ 52,92″ O