Schlacht am Asowschen Meer

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Schlacht am Asowschen Meer
Ostfront bis zum 9. September 1941
Ostfront bis zum 9. September 1941
Datum 26. September bis 11. Oktober 1941
Ort nördlich des Asowschen Meeres, Sowjetunion
Ausgang Deutscher Sieg
Konfliktparteien

Flag of Germany (1935–1945).svg Deutsches Reich
Flag of Romania.svg Königreich Rumänien

Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion

Befehlshaber

Erich von Manstein
(11. Armee)
Ewald von Kleist
(Panzergruppe 1)
Petre Dumitrescu
(3. rum. Armee)

Jakow Timofejewitsch Tscherewitschenko
(Südfront)
F.M. Charitonow
(9. Armee)
A. K. Smirnow
(18. Armee)

Truppenstärke
Heeresgruppe Süd
11. Armee
Panzergruppe 1
rumänische 3. Armee
9. Armee
18. Armee
Soldaten der Leibstandarte SS Adolf Hitler im brennenden Taganrog

Die Schlacht am Asowschen Meer (russisch: Донбасско-Ростовская стратегическая оборонительная операция) vom 26. September bis zum 11. Oktober 1941 war eine Schlacht zwischen der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang September 1941 hatte die 11. Armee der Wehrmacht (unter Eugen von Schobert, ab dem 12. September Erich von Manstein) den Übergang über den unteren Dnepr bei Berislaw erzwungen und die Verfolgung des zurückgehenden sowjetischen Gegners aufgenommen. Damit war in südöstlicher Richtung der Zugang zur Krim in Reichweite. Weiter östlich sollte das Industrie- und Verkehrszentrum Rostow am Don erreicht werden. Für das zweite Ziel bestand kein direkter Anschluss zur Panzergruppe 1 (unter Ewald von Kleist; am 6. Oktober in 1. Panzerarmee umbenannt), die weiter nördlich stand. Aufgrund herangeführter sowjetischer Verstärkungen musste die Verfolgung jedoch am 21. September eingestellt werden.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. September starteten die sowjetische 9. und 18. Armee mit insgesamt zwölf Divisionen einen Großangriff gegen die östliche Front der deutschen 11. Armee. Diese setzte sich aus dem XXX. Armeekorps (22. und 72. Infanterie-Division) und der rumänischen 3. Armee (1., 2. und 4. Gebirgs-Brigade, verstärkt durch die deutsche 170. Infanterie-Division) zusammen, während ein weiteres Korps am Zugang zur Krim stand (LIV. Armeekorps). Nach einem 15 km breiten Durchbruch bei der rumänischen 3. Armee wurde das in Richtung Krim marschierende XXXXIX. Gebirgskorps (1. und 4. Gebirgs-Division) umgruppiert, um die bedrohte Ostfront zu verstärken. Bis zum 29. September spitzte sich die Lage weiter zu. Erst ein Gegenangriff des eingetroffenen Gebirgskorps in Verbund mit der SS-Brigade „Leibstandarte SS Adolf Hitler“ bereinigte die Situation bei der rumänischen 3. Armee.

In den folgenden Tagen verstärkten die beiden sowjetischen Armeen noch einmal den Druck, insbesondere auf das XXX. Armeekorps. Gleichzeitig waren weitgehend unbemerkt von der Roten Armee an deren Nordflanke die Vorbereitungen der Panzergruppe 1 zum Eingreifen zum Abschluss gekommen. Am 1. Oktober gingen schließlich auch das XXX. Armeekorps und die rumänische 3. Armee zum Gegenangriff über. Das XIV. Armeekorps (mot.) unter General von Wietersheim hatte den Kessel am 9. Oktober durch den Vorstoß von Nordosten und Osten geschlossen. Die unterstellte 16. Panzerdivision hielt bei Andrejewka, die 60. Infanterie-Division (mot.) bei Semenowka und die SS-Division "Wiking" im Raum östlich von Mermentschik. Bis zum 11. Oktober wurde die Masse der sowjetischen Armeen im Raum Bolschoi TokmakMariupolBerdjansk eingekreist oder in überholender Verfolgung geschlagen. Dabei wurden ca. 65.000 Gefangene gemacht und 125 Panzer und über 500 Geschütze erbeutet.

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Schlacht war für die Wehrmacht ein großer operativer Erfolg, der durch die Zusammenarbeit zweier Großverbände (Teile der 11. Armee und Panzergruppe 1) ermöglicht wurde. In der Folge entstand eine neue Kräftegruppierung am Südflügel der Ostfront, die die weiteren Operationen vorgeben sollte. Der bisherige Doppelauftrag der 11. Armee wurde geändert in die alleinige Eroberung der Krim-Halbinsel. Dazu wurde die Armee verkleinert und bestand aus nur noch zwei Korps mit je drei Divisionen sowie der rumänischen 3. Armee. Das weitere Vorgehen auf Rostow wurde der Panzergruppe 1 aufgetragen, die zu diesem Zweck durch das XXXXIX. Gebirgs-Korps und die SS-Brigade „Leibstandarte SS Adolf Hitler“ verstärkt wurde.

Die Wehrmacht hatte einen Verlust von 12.421 Soldaten, davon wurden 2,456 getötet, 266 vermisst und 9.699 verwundet. Die Rote Armee verlor 150.000 Soldaten, davon gerieten 106.332 in Gefangenschaft, ferner konnte die Wehrmacht 212 Panzer und 772 Geschütze zerstören oder erbeuten.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Percy E. Schramm (Hrsg.): Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht, Band I: 1940/41 bearbeitet von Hans-Adolf Jacobsen, Bernard & Graefe Verlag für Wehrwesen, Frankfurt am Main 1965, S. 666–690 (Teilband 2)
  • Roland Kaltenegger: Die deutsche Gebirgstruppe 1939–1945, Bechtermünz Verlag, Augsburg 1999, S. 59/60 und 278

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liedtke, Gregory (2016). Enduring the Whirlwind: The German Army and the Russo-German War 1941–1943. Helion and Company. ISBN 978-1910777756, S. 149