Schlacht bei Abukir (1799)

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Schlacht bei Abukir
Antoine-Jean Gros (1806): Schlacht bei Abukir. Schloss Versailles, Thronsaal
Antoine-Jean Gros (1806): Schlacht bei Abukir.
Schloss Versailles, Thronsaal
Datum 25. April 1799
Ort Abukir
Ausgang Französischer Sieg
Konfliktparteien

Frankreich 1804Erste Französische Republik Frankreich

Osmanisches Reich 1793Osmanisches Reich Osmanisches Reich

Befehlshaber

Frankreich 1804Erste Französische Republik Napoleon Bonaparte
Frankreich 1804Erste Französische Republik Joachim Murat
Frankreich 1804Erste Französische RepublikJean Lannes
Frankreich 1804Erste Französische RepublikFrançois Lanusse
Frankreich 1804Erste Französische RepublikLouis-Nicolas Davout

Osmanisches Reich 1793Osmanisches Reich Said Mustafa Pascha

Truppenstärke
ca. 7.700 Mann, davon 1.000 Mann Kavallerie ca. 18.000 Mann
Verluste

220 Tote
600 Verwundete

2.000 Gefallene
4.000 Ertrunkene
1.500 Verwundete
2.000 Vermisste

Die Schlacht bei Abukir fand am 25. Juli 1799 bei dem Dorf Abukir (arabisch أبو قير, DMG Abū Qīr), etwa 15 Kilometer nordöstlich von Alexandria an der ägyptischen Mittelmeerküste zwischen Napoleons französischem Expeditionsheer und osmanischen Truppen statt. Die Schlacht ist nicht mit der berühmten Seeschlacht bei Abukir von 1798 zu verwechseln, in der Horatio Nelson die französische Flotte entscheidend besiegte.

Nach der Eroberung Ägyptens 1798 und der letztlich erfolglosen Belagerung von Akkon im Frühjahr 1799 zog sich Napoleon im Juni 1799 wieder nach Ägypten zurück. Dort war ein osmanisches Heer von 18.000 Mann unter Mustafa Pascha bei Abukir gelandet und hatte sich festgesetzt. Napoleon griff die Osmanen mit 5.000 Mann Infanterie und 1.000 Mann Kavallerie an und fügte ihnen eine vernichtende Niederlage zu. Am 2. August fiel auch das Fort von Abukir wieder in französische Hände. Die französischen Truppen wurden geführt von den Generälen Murat (Kavallerie-Avant Garde), Lannes (rechter Flügel), Lanusse (linker Flügel) und Davout (Absicherung gegen aufständische Araber im Hinterland). General Kléber führte die Reserve, konnte aber nicht mehr eingreifen, da er noch zu weit von Abukir entfernt war.[1]

Nach einer Reihe von Fehlschlägen entfaltete Bonaparte im Orient noch einmal seine taktische und strategische Überlegenheit: „Schnell aufmarschieren, mit vereinten Kräften zur rechten Zeit am entscheidenden Punkt angreifen, den Feind vernichten.“[2]

Bonaparte nutzte den Sieg von Abukir, sich in der französischen Öffentlichkeit mit einer „Verklärung der Ereignisse“ positiv darzustellen und günstige Voraussetzungen für einen Staatsstreich zu schaffen. Dieser erfolgte nach seiner bereits lange vorher geplanten, in Frankreich teilweise enthusiastisch gefeierten Rückkehr am 18. Brumaire (9. November 1799), bei dem das Direktorium abgelöst wurde und in der Folge Bonaparte Erster Konsul und damit zum Alleinherrscher über Frankreich wurde.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abel Hugo: France militaire. Histoire des armées françaises de terre et de mer de 1792 à 1837, Bd. 2. Paris 1838.
  • Christopher Buchholz: Französischer Staatskult 1792-1813 im linksrheinischen Deutschland (Europäische Hochschulschriften Reihe III, Bd. 749). Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-631-31904-5.
  • Franz Herre: Napoléon Bonaparte, Wegbereiter des Jahrhunderts. C. Bertelsmann Verlag, München 1988.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abel Hugo: France militaire, Band 2, S. 309–314, Paris 1838
  2. F. Herre: Napoléon Bonaparte..., S. 80
  3. C. Buchholz: Französischer Staatskult..., S. 137–175