Schlacht bei Amberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 49° 28′ 16″ N, 11° 49′ 45″ O

Schlacht bei Amberg
Teil von: Erster Koalitionskrieg
Datum 24. August 1796
Ort Amberg
Ausgang Sieg Österreich
Konfliktparteien

Frankreich 1804Erste Französische Republik Frankreich

HabsburgermonarchieHabsburgermonarchie Österreich

Befehlshaber

Frankreich 1804Erste Französische Republik Jean Baptiste Jourdan

HabsburgermonarchieHabsburgermonarchie Erzherzog Carl von Österreich

Truppenstärke
ca. 45.000 ca. 60.000
Verluste

etwa 1.800 Mann

unbekannt

Die Schlacht bei Amberg war eine Auseinandersetzung während des Ersten Koalitionskrieges, in der sich französische Revolutionstruppen und kaiserlich-österreichische Streitkräfte gegenüberstanden. Sie fand am 24. August 1796 nordwestlich der oberpfälzischen Regierungshauptstadt Amberg statt und endete mit einer Niederlage der französischen Truppen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 1796 hatte das französische Direktorium zwei Armeen zur Invasion der rechten Rheinseite und Süddeutschlands in Marsch gesetzt, die Sambre- und Maas-Armee unter dem Befehl von Obergeneral Jean-Baptiste Jourdan und die Rhein-Mosel-Armee unter dem Befehl von Obergeneral Jean-Victor Moreau. Nach ihrer Vereinigung sollten sie von hier aus direkt in das österreichische Kernland eindringen und sich dort mit einer weiteren französischen Armee vereinigen, die unter dem Kommando von Napoleon Bonaparte in Norditalien operierte.

Nachdem Erzherzog Karl nach dem unentschiedenen Treffen bei Neresheim (11. August) über das Südufer der Donau abgezogen war, stand es Moreau frei, am nördlichen Ufer zu bleiben und konnte gegebenenfalls auch seine Vereinigung mit Jourdan anstreben.

Die Armee unter Jourdan war bis Mitte August in die Oberpfalz vorgedrungen und hatte sich am 17. August bei Sulzbach-Rosenberg eine siegreiche Schlacht mit den sich zurückziehenden österreichischen Truppen unter FZM von Wartensleben geliefert. Inzwischen war am 18. August die österreichische Armee unter Erzherzog Karl bei Ingolstadt wieder auf das nördliche Donau-Ufer zurückgegangen. Der Erzherzog führte dabei seine 28.000 Mann auf das Nordufer der Donau zurück und vereinigte sich mit dem Royalisten unter dem Prinzen Conde auf 30.290 Soldaten und marschierte auf der Straße Regensburg-Neumarkt vor um die Vereinigung mit dem Korps unter FZM Wartensleben zu erreichen.

Ein französische Korps Bernadotte brach von Neumarkt zur Verfolgung in Richtung Regensburg auf und traf am 22. in der Schlacht bei Deining auf die Truppen des Generals Nauendorf, dessen Truppen sich nach einem kurzen Treffen auf Daßwang zurückzogen. Das von General Moreau verfolgte österreichische Korps unter FML Latour blieb zur Täuschung der Franzosen am rechten Donau-Ufer zurück und wurde am 24. August bei Friedberg geschlagen und an den Lech abgedrängt.

Truppenstärke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Truppenaufstellungen am 22. August 1796:[1]

Österreichische Truppen in der oberen Pfalz

Sambre-und Maas Armee

Schlacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzherzog Karl ging über Hemau gegen Neumarkt vor und befahl dem Feldzeugmeister von Wartensleben den Rückzug an der Naab bei Schwandorf einzustellen und wieder anzugreifen. Wartensleben ließ eilig die wichtigen Höhen nordwestlich von Amberg besetzen, seine beiden Kolonnen marschierten in zwei Treffen auf, die neu eingenommene Stellung etablierte sich jetzt auf erhöhten Terrain hinter Krummbach, Germersdorf und Kinersbruck. Sein rechter Flügel lehnte an den waldigen Höhen Krummbachs, der linke Flügel reichte bei Lengfeld an die Vils.

Erzherzog Karl verstärkte die Truppen Hotzes bei Lauf mit der Division unter FML Sztaray um die französische Division Bernadotte zu verfolgen. Der Erzherzog selbst führte 6 Bataillone und 16 Eskadronen, die er am 24. August durch weitere 9 Eskadronen verstärkte, von Neumarkt über Kastl nach Amberg.

Der französische rechte Flügel, gebildet durch die Division Championnet, war an der Schlucht bei Unter-Ammertal angelehnt, der linke Flügel dehnte sich gegen das Spital der Stadt aus. Die Division Grenier fungierte als Reserve und lagerte dahinter auf dem Plateau der Stadt. Auf dem linken Ufer der Vils stand die Division Collaud, um sich gegen Schwarzenfeld und Schwandorf zu sichern. Jourdan vermutete, dass der gegnerische Hauptangriff von der linken Seite kommen würde, deswegen wurde auch die Kavalleriedivision dort konzentriert und mit der Division Championnet vereinigt. Jourdans Divisionen wurden vom Erzherzog und Wartensleben von zwei Seiten in die Zange genommen.

Erzherzog Karl ließ seine Truppen über Ursenulm vorziehen und hinter Wagersant aufmarschieren. Wartensleben eröffnete unter heftigem Artilleriefeuer den Angriff gegen die französische Division Collaud. FML Kray bildete den linken Flügel bei Rahering und hinter Aschach, rechts rückte FML Hadik vor, um die Vereinigung mit den Truppen des Erzherzogs zu erreichen. Wartenslebens Truppen drängten die Österreicher aus der Haselmühle, drangen nahe Lengfeld über die Vils und formierte die Angriffskolonnen neuerlich bei Käffering. Mit starkem Geschützfeuer griff auch der Erzherzog an und brach durch den Wald von Ursenulm durch und erzwang die Vereinigung mit Hadiks Truppen. Am rechten Flügel führte Kray 9 Bataillone und 24 Schwadronen von Schwarzenfeld über Wölfering und Engelstadt zum Angriff auf die französische Stellung unter Collaud am Mariahilferberg vor, rechts außen wirkte separat eine weitere Kolonne über Ersdorf gegen Aschbach. Der Schwerpunkt der Kampfhandlungen lag hauptsächlich auf dem Sünderbühl, einer kleinen Anhöhe südlich des Poppenrichter Ortsteils Witzlhof.

Jourdans Front wurde bis Sulzbach zurückgedrängt, Greniers Division besetzte neue Stellungen gegen die Lauf die Anhöhen rechts und hinter der Stadt. Die geschlagene Division Collaud lehnte wieder gegen die Vils, Truppen unter Championnet deckten den rechten Flügels bis Pachelsfeld. Die leichten Truppen der Österreicher verfolgten die Franzosen auf die Linie Poppenriet, Allmannshofen, Rosenberg, Kropfenrieth und Diedersberg. Am Abend zog Erzherzog Karl unter dem Jubel des Volkes in Amberg ein. Am gleichen Tag hatte die Division des FML Hotze die Truppen unter Bernadotte bei Lauf angegriffen und nach Forchheim zurückgeworfen.

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der bei Amberg erlittenen Niederlage zogen sich die französischen Einheiten wieder in nordwestliche Richtung zurück, etwa auf gleicher Route wie beim Vormarsch. Auf dem Territorium des Fürstbistums Bamberg kam es ab dem 30. August zu ersten ernsthaften Rückzugsgefechten, wie bei den Gefechten bei Bamberg und Forchheim Anfang August. Die Franzosen versuchten jedoch durch in Brand Setzen ganzer Orte, wie zum Beispiel Ebermannstadt oder Strullendorf, ihre Gegner aufzuhalten, eine Vorgehensweise, die die Sambre- und Maas-Armee auf ihrem Rückzug zum Rhein noch häufig wiederholte.[2]

Am 3. September kam es bei Würzburg mit der verfolgenden österreichischen Armee zur Schlacht von Würzburg, die die Österreicher ebenfalls zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Es folgte am 16. September die Schlacht bei Limburg. Danach setzten die Franzosen unter großen Verlusten ihren Rückzug bis Düsseldorf fort, wo Jourdan schließlich sein Kommando niederlegte.

Schlacht bei Amberg auf dem Arc de Triomphe

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Schmidt: Die Oberpfalz als Kriegsschauplatz im August 1796. Amberg, 1896 (Digitalisat).
  • Karl-Otto Ambronn, Achim Fuchs, Heinrich Wanderwitz (Hrsg.): Amberg 1034–1984. Aus tausend Jahren Stadtgeschichte. Katalog zur Ausstellung aus Anlass der 950-Jahr-Feier. Amberg 1984, ISBN 3-924707-00-6.
  • Hans Bungert, Franz Prechtl (Hrsg.): Ein Jahrtausend Amberg. Schriftenreihe der Universität Regensburg Band 11. Mittelbayerische Druck- und Verlagsgesellschaft, Regensburg 1985, ISBN 3-921114-60-8.
  • Johann Baptist Schenkl: Neue Chronik der Stadt Amberg. Nachdruck der Ausgabe 1817. Carl Mayr, Amberg 1972.
  • Stefan Helml: Franzosen gegen Österreicher in Bayern 1796. Strobl Druck- und Verlags-GmbH, Amberg 1996, ISBN 3-9803552-2-5.
  • Erzherzog Carl von Österreich: Grundsätze der Strategie, erläutert durch die Darstellung des Feldzugs von 1796 in Deutschland. III. Theil. Anton Strauss, Wien 1819, S. 30–54 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  • Jean Baptiste Jourdan: Denkwürdigkeiten des Feldzugs von 1796, übersetzt von Johann Bachoven, verlegt 1823 in Koblenz, Seite 102 und 103

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erzherzog Carl von Österreich : Grundsätze der Strategie, erläutert durch die Darstellung des Feldzugs von 1796, gedruckt bei Anton Strauss, Wien 1814, Band III, Seite 29 u. 30
  2. Schneidawind, Franz Josef Adolf, Aschaffenburg 1835 : Carl, Erzherzog von Oesterreich, rettet Franken, befreit Nürnberg, Bamberg, Würzburg, Aschaffenburg, Frankfurt, und entsetzt Mainz von den Franzosen, in den letzten Tagen des Augusts und in den ersten Tagen des Septembers des Jahres 1796 : Fragment aus der Geschichte der Revolutionsfeldzüge der Franzosen, Seite 15