Schlacht bei Dachau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Schlacht bei Dachau am 5. Oktober 1648 war die letzte größere militärische Konfrontation des Dreißigjährigen Krieges.

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kaiserlich-bayerischen Truppen unter dem Oberkommando des Generalfeldmarschalls Piccolomini schlugen die französisch-schwedischen Truppen, welche sich nahe München befanden (zwischen den heutigen Münchner Stadtteilen Nymphenburg und Allach).

Piccolomini war bereits früh über die Anwesenheit der feindlichen Regimenter informiert und zog von München aus nordwärts entlang der Straße nach Dachau. Die kaiserlich-bayerische Kavallerie wurde in drei Einheiten aufgeteilt: Der General der Kavallerie Johann von Werth durchstreifte das Gelände links der Straße, während der Feldmarschall Freiherr von Reuschenberg sich mit seinen Einheiten direkt auf der Straße vorwärtsbewegte. Das Gelände rechts der Straße sicherte zum einen der kaiserliche Feldmarschall Graf Montecuccoli und zum andern der bayerische Feldmarschall Enkevort. Piccolomini selbst folgte mit der bayerischen Kavallerie und der Infanterie. Die Berichte über die Aufstellung der Truppen sind zum Teil nicht stimmig. Einig sind sich alle Berichterstatter allerdings darin, dass Werth sich links der Straße vorwärts bewegte.

Der Grund für die Anwesenheit der 15 französisch-schwedischen Regimenter zu Pferd, sowie 600 Mann zu Fuß, scheint eine groß angelegte Jagd in den Wäldern zwischen Dachau und München gewesen zu sein, da die Regimenter auch von Jägern und Hunden begleitet wurden. Es gelang der kaiserlich-bayerischen Kavallerie, unweit des Dorfes Feldmoching, den Gegner zu überraschen und diesen bis nach Dachau zurückzutreiben.[1] Der schwedische Oberbefehlshaber Wrangel konnte sich zu Fuß durch das sumpfige Gebiet des Dachauer Mooses nach Dachau retten. Die dort verbliebenen Truppen räumten die Stadt am nächsten Tag.

Enkevort berichtet später, dass 200 Mann getötet und mehrere Hundert gefangen genommen wurden, sowie über 1000 Pferde "ruiniert" wurden. Dagegen wird in der offiziellen Spezifikation nur von 94 Gefangenen berichtet.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausgewaehlte Schriften des Raimund Fürsten Montecuccoli, General-lieutenant und Feldmarschall, hrsg. v. Alois Veltzé: Bd. 3, Wien und Leipzig, 1900, S. 71 f.
  • Riezler, Sigmund von: Geschichte Bayerns, Bd. 5: 1597 bis 1651 (Geschichte der Europäischen Staaten 20), Gotha 1903, S. 643 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Barthold, Friedrich Wilhelm: Geschichte des grossen deutschen Krieges vom Tode Gustav Adolfs ab mit besonderer Rücksicht auf Frankreich, Teil 2, Stuttgart 1843, S. 627.
  2. Lahrkamp, Helmut: Jan von Werth. Sein Leben nach archivalischen Quellenzeugnissen, Köln 1962, S. 200.