Schlacht bei Mörchingen und Dieuze

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Schlacht bei Mörchingen und Dieuze
Französische Propagandapostkarte
Französische Propagandapostkarte
Datum 19. bis 20. August 1914
Ort bei Mörchingen und Dieuze, im Bezirk Lothringen
Ausgang Deutscher Abwehrerfolg
Konfliktparteien

Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich

Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich

Befehlshaber

Kronprinz Rupprecht von Bayern

Édouard de Castelnau

Truppenstärke
6. Armee
XXI. AK
I. bay AK
II. bay AK
III. bay AK
I. bay RK
2. Armee
15. Korps
16. Korps
20. Korps
1. Armee
8. Korps

Die Schlacht bei Mörchingen und Dieuze am 19. August und 20. August 1914 war eine der sogenannten Grenzschlachten des Ersten Weltkrieges. Sie fand an der Westfront zwischen Mörchingen und Dieuze statt. Zwei französische Angriffssäulen operierten nebeneinander bei den, 14 Kilometer auseinander liegenden Städten. Die vordersten deutschen Stellungen befanden sich im Bride Wald nördlich von Dieuze.

Es handelte sich dabei um einen Entlastungsangriff der Franzosen, die in Lothringen vorher schon einige Kilometer weit auf das Reichsgebiet vorgedrungen waren, um die deutschen Aktionen auf deren äußersten rechten Flügel (Umgehungsmanöver der 1. Armee) zu beeinflussen. Das Unternehmen war ein kompletter Fehlschlag der 2. Französischen Armee unter Édouard de Castelnau.

Zunächst hatten die Franzosen am 14. August 1914 mit dem 8. Korps der 1. Armee Saarburg, sowie mit den zur 2. Armee gehörenden 20. Korps Mörchingen und mit dem 15. und 16. Korps Dieuze besetzt.

Französische Offensive am 19. August[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingeleitet wurde die Schlacht durch einen Angriff des französischen 20. Korps (Général Ferdinand Foch) südlich von Mörchingen und des 15. (Général Louis Espinasse) und 16. französischen Korps (Général Louis Taverna) nördlich von Dieuze am 19. August 1914. Die deutschen Stellungen wurden von der 6. Armee unter Führung des Kronprinzen Rupprecht gehalten.

Zurückgelassene französische Ausrüstung nach der Schlacht

Das von den größten Verlusten betroffene 15. und das nur geringfügig weniger dezimierte 16. Korps operierten bei Dieuze, während das 20. Korps wenige Kilometer weiter versuchte, bei Mörchingen auf Racrange und Bermering voranzukommen, wobei kein konkretes Fernziel vorgegeben war. Beide Vorwärtsbewegungen scheiterten am Widerstand der Deutschen und deren massiven Einsatz an schwerer Artillerie.

Das 15. Korps stieß gegen Bidestroff nordöstlich von Dieuze vor und wurde dabei von den Deutschen aus dem Wald von Bride bei Guébestroff im Westen und dem Wald von Bassing im Norden von der Flanke angegriffen und zurückgeworfen. Trotz der schweren Verluste - das 3. Bataillon des 141. Infanterieregiments der 29. Infanteriedivision aus Marseille verlor 930 von 1.000 Mann an Gefallenen, Verwundeten und Vermissten - wurde es vom Oberbefehlshaber Joffre und auch vom Minister Messimy zum Sündenbock gestempelt und schließlich noch vom Senator Adolphe Gervais in der Zeitung Le Matin diffamiert. Diese staatlich gesteuerte Lüge löste eine Polemik aus, die bis heute andauert.

Deutsche Gegenoffensive am 20. August[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kronprinz Rupprecht, unzufrieden mit der defensive Rolle die ihm zugewiesen worden war, ersuchte seine Vorgesetzten um die Erlaubnis einen Gegenangriff zu führen.

In einem Tagesbefehl ließ er verlauten:

„Soldaten der 6. Armee! Befehle haben mich gezwungen, Ihren kriegerischen Schwung zu zügeln. Die Zeit der Vorsicht und der Zurückhaltung ist vorbei - wir wollen jetzt vorgehen, unsere Stunde ist gekommen! Es wird der Sieg sein, wir werden siegen[1]

Am Morgen des 20. August begannen die Deutschen mit überlegenen Kräften den Gegenangriff. Général de Castelnau war dadurch gezwungen, seinen Truppen den Rückzugsbefehl zu erteilen, das ursprünglich nicht betroffene 8. Korps der französischen 1. Armee wurde in die Kämpfe hineingezogen und musste das besetzte Sarrebourg zu räumen.

Bei Mörchingen rückte das bayerische III. Korps (General Ludwig von Gebsattel) von Delme über Badonvilliers vor, das bayerische II. Korps (General Karl von Martini) drängte die französische 70. Reservedivision der 2. Reservedivisionsgruppe zurück und nahm Armsdorf ein. Das XXI. Armee-Korps unter General Fritz von Below ging auf Dieuze vor und schlug das französische 15. Korps (29. und 30. Infanteriedivision) zurück, das dabei große Verluste erlitt. Die 31. Division (Generalleutnant Albert von Berrer) nahm Vergaville und die 42. Division (Generalleutnant von Bredow) konnte das von den Franzosen besetzte Dieuze zurückerobern. Das bayerische I. Reserve-Korps (General der Infanterie Karl von Fasbender) und das bayerische I. Armee-Korps (General der Infanterie Oskar von Xylander) kämpften den Widerstand des französischen 8. Korps (General de Castelli) mit der 15. und 16. Infanteriedivision nieder und eroberten Saarburg zurück. Bis zum Abend des 21. Juni 1914 hatte die Bayern die Linie Delme – Fresnes erreicht.

Das eigentliche Ende der Schlacht ist nicht genau zu bestimmen sie lief aus und hatte dann am 24. August in die Schlacht an der Trouée de Charmes ihre Fortsetzung.

Der geordnete Rückzug der Franzosen und die erfolgreiche Schlacht am Grand Couronné führten dazu, dass Nancy nicht direkt angegriffen wurde und auch hier der Stellungskrieg begann.

Zwei hochrangige französische Soldaten wurden in der Schlacht getötet:

  • Louis Laffitte Lieutenant im 37. Infanterieregiment[2], Professor an der Ecole Supérieure de Commerce de Nantes, ehemaliger Generalsekretär der Industrie- und Handelskammer Meurthe-et-Moselle, sowie Direktor der Internationalen Ausstellung von Ostfrankreich 1909 in Nancy
  • Émile Toussaint, Sous-lieutenant im 4. Jägerbataillon zu Fuß und Sohn von Général de Castelnau[3] Er verstarb am 20. August 1914 in Conthil.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.sambre-marne-yser.be/article=5.php3?id_article=12%29 Bataille de Lorraine (20. - 22. August 1914) http://www.sambre-marne-yser.be/.
  2. Gen Web de Louis Laffitte
  3. fiche du Mémorial Gen Web de DE CURIÈRES DE CASTELNAU Joseph Marie Henri François Xavier

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean-Yves Le Naour „Désunion nationale (La légende noire des soldats du Midi)“ Paris Éditions Vendémiaire 2011 ISBN 978-2-36358-003-0.
  • Jean-Yves Le Naour „Il en restera toujours quelque chose ? Solder les comptes de la rumeur du XVe corps“ Cahiers de la Méditerranée Nr. 81 2010 S.253–263.
  • Maurice Mistre „La légende noire du 15e Corps d'armée (L'honneur volé des Provençaux par le feu et par l'insulte)“ Saint-Michel-l'Observatoire 2009 Collection Un territoire et des hommes ISBN 978-2-9527564-7-1.
  • Jacques Didier „Échec à Morhange (Août 1914, la bataille de Lorraine)“ Louviers Éditeur Ysec 2003 ISBN 2-84673-021-0.
  • Maurice Naërt, Lefranc Gratien, Jean Laxague, Jean Courbis, J. Joubert Les armées françaises dans la Grande guerre Paris Éditeur Impr. nationale 1922–1934 vier Bände:
„Les armées françaises dans la Grande guerre 1936 Band 1 Kapitel 1 Les préliminaires, La bataille des frontières“ Online.
Les armées françaises dans la Grande guerre 1922 Band 1 Kapitel1 „Annexes“ Online.
  • Rupprecht von Bayern „Mein Kriegstagebuch“ Hrsg. von Eugen von Frauenholz München Deutscher Nationalverlag 1929 3 Bände.
  • Louis Picheral „De Lagarde à Dieuze (Étude sur les enseignements psychologiques du début de la Grande Guerre en Lorraine et sur les opérations de la 2e armée du XVe corps et de la 30e division, du 10 au 30 août 1914)“ Nîmes Éditeur Impr. régionale 1922
  • Pierre Montagnon Dictionnaire de la Grande Guerre Paris Éditeur Pygmalion, département de Flammarion 2013 ISBN 978-2-7564-0833-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]