Schlacht von Bau

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Skizze zum Gefecht bei Bau, 9. April 1848

Die Schlacht von Bau war das erste große Gefecht während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung. Es fand am 9. April 1848 bei Bau im Herzogtum Schleswig statt.

Die feindlichen Heere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl die dänische Armee als auch die neu entstandene Schleswig-Holsteinische Armee waren auf einen Krieg nicht vorbereitet. Vor allem die Schleswig-Holsteiner hatten mit großen logistischen Schwierigkeiten, aber auch mit einem eklatanten Offiziersmangel zu kämpfen. Die Schleswig-Holsteinische Armee zählte am Tag des Gefechts etwa 5.600 bis 6.500 Mann. Davon nahmen aber nur etwa 2.200 Mann direkt an den Kampfhandlungen teil. Neben den zur provisorischen Regierung übergetretenen Teilen der alten dänischen Gesamtstaatsarmee (4 Linieninfanteriebataillone, 2 Jägerkorps, 2 Dragonerregimenter, 1 Artillerieregiment) bildeten vor allem rasch errichtete, kaum ausgebildete und schlecht bewaffnete Freikorps einen Teil der schleswig-holsteinischen Kräfte. Die dänischen Kräfte bestanden aus dem Nordjütischen Hauptkorps unter General v. Hedemann mit 7.200 Mann und dem von der Insel Alsen übergesetzten Flankenkorps unter Oberst v. Schleppegrell mit 3.800 Mann. Auch hier kamen bei weitem nicht alle Kräfte bei Bau/Bov zum direkten Einsatz.

Verlauf der Schlacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. April waren die dänischen Spitzen des Hauptkorps unter General v. Hedemann bis zu den Ortschaften Bommerlund und Kliplev vorgerückt. Bereits am 6. April hatten Gerüchte über eine dänische Landung bei Holnis - einer Landspitze am Ausgang der Flensburger Förde - zu dem unglücklichen Entschluss des schleswig-holsteinischen Oberkommandierenden v. Krohn geführt, eine bedeutendere Streitmacht weiter östlich Flensburgs zu postieren. Das Gefecht von Bau am 9. April 1848 vollzog sich im engeren Gebiet nördlich und westlich der Stadt Flensburg. Die dänischen Truppen sollten, ihre zahlenmäßige Überlegenheit voll ausnutzend, die Schleswig-Holsteiner in ihrem Zentrum zwischen Bau und Krusau angreifen und zugleich von Westen her einen Umgehungsangriff durchführen, der den zurückweichenden schleswig-holsteinischen Truppen den Fluchtweg nach Süden versperren sollte. Darüber hinaus täuschten drei dänische Kompanien, bei Holnis angelandet, einen Flankenangriff aus Osten vor, während dänische Kriegsschiffe bis in die Innenförde vordrangen und von dort die Stadt unter Feuer nehmen sollten. Dieser Plan ging nur teilweise auf, die Umgehung der Schleswig-Holsteiner in ihrer linken Flanke schlug fehl. Alle anderen Elemente des dänischen Angriffes genügten jedoch, um den 9. April 1848 zu einer katastrophalen Niederlage für die junge Schleswig-Holsteinische Armee zu machen. Im Zentrum dieses in der Literatur und Kunst besonders oft bemühten und heroisierten Kampfes stand der Untergang des Kieler Studenten- und Turnerkorps. Die im Verband mit dem schleswig-holsteinischen 5. Jägerkorps (Major Michelsen) kämpfenden Turner und Studenten wurden vom allgemeinen Rückzug der übrigen schleswig-holsteinischen Truppen nicht in Kenntnis gesetzt. Sie wurden dort eingeschlossen und schließlich nach einem blutigen Gefecht in der Flensburger Neustadt fast geschlossen gefangengenommen. Als irreguläre Freischärler und aus Sicht der dänischen Regierung als "Landesverräter" wurden diese gefangenen Studenten und Turner besonders hart behandelt, von Flensburg per Schiff über Sonderburg nach Kopenhagen gebracht und dort auf dem ausgemusterten Linienschiff „Dronning Maria“ inhaftiert. Im Gefecht bei Bau fielen auf schleswig-holsteinischer Seite 35 und auf dänischer Seite 16 Mann, es gab 138 bzw. 166 Verwundete und 923 Schleswig-Holsteiner gerieten in Gefangenschaft.

Zeugnisse der Erinnerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Flensburger Stadtteil Neustadt (am unteren Ende der Harrisleer Straße) wurde 1888 ein Obelisk zum Gedenken an die auf deutscher Seite gefallenen Studenten, Freiwilligen Turnern und Soldaten errichtet.[1][2][3] Zudem wurde ein Turnerdenkmal nicht weit entfernt nahe der Bergmühle errichtet.[4] Die Straßen Turnerberg sowie die Michelsenstraße erinnern in Flensburg ebenfalls an die Schlacht.[5] Nach der Schlacht erhielten zudem in manchen Städten Straßen den Namen Baustraße, beispielsweise in Kiel. Des Weiteren existiert in Kiel eine Straße die nach Major Sören Johann Dietrich Michelsen benannt wurde, der in der Schlacht fiel.[5] In Vischers Roman Auch Einer (1879) wird der Protagonist in der Schlacht von Bau durch einen Säbelhieb verwundet, nachdem sein Gewehr versagt hat.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Detlev von Liliencron (Hrsg.): Up ewig ungedeelt – die Erhebung Schleswig-Holsteins im Jahre 1848. Richter, Hamburg 1898. Nachdruck: Weidlich, Frankfurt/Main 1980.
  • Darstellung der Begebenheiten des Deutsch-Dänischen Krieges von 1848, unter besonderer Berücksichtigung des Antheils Preußischer Truppen. Erste Abtheilung. Von den anfänglichen Verhältnissen bis zum Treffen bei Bau. Mit einer Übersichtskarte und einem Plan der Umgegend von Flensburg und Bau. Beiheft zum Militär-Wochenblatt für Juli, August und September 1852. Redigirt von der historischen Abtheilung des Generalstabes. Berlin 1852 Scan online
  • Jan Schlürmann: Die Schleswig-Holsteinische Armee 1848-1851, Tönning 2004, S. 69-72.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schlacht von Bau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Gefecht in der Neustadt (1848); abgerufen 1. März 2015
  2. Flensburg-Online, Neuer Wohnraum, vom: 1. März 2015
  3. Das Denkmal für die Gefallenen von Bau, vom 1. März 2015
  4. Im Dezember 2014 wurde über eine Verlegung nachgedacht: Stadt Flensburg stimmt Umsetzung des Turnerdenkmals zur Sportanlage Eckener Str. zu, vom: 16. Dezember 2014 und Turnerdenkmal erhalten - auf Denkmalschützer hören!, vom: 18. Dezember 2014; jeweils abgerufen am: 1. März 2015
  5. a b Das Gefecht in der Neustadt (1848); abgerufen 28. Januar 2017