Schlacht von Plataiai

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Schlacht von Plataiai
Teil von: Perserkriege
Schlacht bei Plataeae
Schlacht bei Plataeae
Datum Sommer 479 v. Chr.
Ort Südböotien, 12 km südlich von Theben; Ebene bei Plataeae
Ausgang Griechischer Sieg
Folgen Definitives Ende der persischen Ambitionen, Griechenland zu erobern, und ein weiterer Beweis für die militärische Überlegenheit des griechischen Aufgebots
Konfliktparteien
Sparta, Athen, Ägina, Plataiai, Megara, verbündete Griechenstädte Perserreich
+ verbündete Griechenstädte (u. a. Theben)
Befehlshaber
Pausanias Mardonios
Truppenstärke
26.500 Hopliten und 11.500 Athener, Ägineten, Platäer und Megarer ein großes Perserheer (genaue Zahl unbekannt)
Verluste
1360 (laut Plut.) über 50.000 (laut Plutarch), offensichtlich eine stark übertriebene Angabe
Ziele: Perser: Die Eroberung Griechenlands

Griechen: Eine Entscheidungsschlacht zur Vertreibung der Invasoren* A. A. Evans, David Gibbson: Militärgeschichte vom Altertum bis heute

Die von den siegreichen Griechen geweihte Schlangensäule

In der Schlacht bei Plataiai (griechisch Πλαταιαί, lateinisch Plataeae) in Böotien besiegten die gegen Persien verbündeten Griechen im Sommer 479 v. Chr. das persische Landheer unter dessen Feldherrn Mardonios. Nachdem die Griechen bereits im Vorjahr die Flotte des persischen Großkönigs bei Salamis vernichtend geschlagen hatten, bedeutete der Sieg bei Plataiai das Ende der persischen Versuche, Griechenland zu erobern.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Nach der persischen Niederlage in der Seeschlacht von Salamis (480 v. Chr.) kehrte der Großkönig Xerxes I. in sein Reich zurück. Seine Flotte befand sich in Auflösung; das weiterhin schlagkräftige Landheer überwinterte jedoch unter der Führung des Mardonios in Thessalien.

Mardonios versuchte zunächst, bestehende Differenzen zwischen Sparta und Athen auszunutzen. Er machte Athen Friedensangebote, um einen Keil zwischen die verbündeten Griechen zu treiben. Als ihm dies nicht gelang, ließ er Athen ein zweites Mal verwüsten. Erst nach Aushebung und Bündelung aller Kräfte, einschließlich der Ruderer, wagten die Griechen, sich zur Landschlacht zu stellen.

Truppenstärken[Bearbeiten]

Knapp 40.000 Griechen, darunter 5.000 Spartiaten, standen etwa gleich vielen Soldaten auf persischer Seite gegenüber.[1] Die Truppen des Mardonios bestanden großenteils aus Söldnern oder Hilfstruppen, zum Teil mit schlechter Panzerung; hinzu kamen griechische Hopliten aus den mit Persien verbündeten Poleis und die persischen Krieger selbst. Letztere waren gut gepanzert und ausgebildet. Sie stellten die Kerntruppen der Bogenschützen und der Reiterei. Wegen ihrer Wendigkeit und Geschwindigkeit wurden sie an kritischen Punkten in der Schlacht eingesetzt. Bei den Griechen bildete die Hoplitenphalanx der Spartaner und Athener die Hauptstreitmacht; hinzu kamen Truppenkontingente vieler Stadtstaaten, zum Beispiel der Platäer, Korinther, Megarer und Ägineten.

Verlauf der Schlacht[Bearbeiten]

Die griechische Armee marschierte vom Isthmus von Korinth, wo sie sich gesammelt hatte, nicht direkt auf den bei Athen stehenden Mardonios, sondern nach Norden in den feindesleeren Raum im Rücken der Perser. Anstatt die jetzt ungeschützte Peloponnes anzugreifen, folgten die Perser. Mardonios hatte als Schlachtfeld die Ebene von Plataiai ausgesucht, einer kleinen, von den Persern zerstörten Stadt in Boiotien südlich von Theben. Dort hoffte er, seine unterschiedlichen Kampftruppen zur Entfaltung bringen zu können. Die Griechen unter Führung des Spartiaten Pausanias zögerten zunächst, die Schlacht anzunehmen, da die Perser ihre Aufstellung gut vorbereitet hatten. Erst als die Truppen des Mardonios ihnen die Wasserversorgung abschneiden wollten, entschlossen sie sich zum Angriff.

Zunächst versuchten die Griechen, in die Ebene vorzudringen, wurden jedoch vom Pfeilhagel der persischen Bogenschützen zurückgeworfen. Bei einem zweiten Angriff unterliefen sie den Pfeilhagel und schlugen die ersten Reihen der Perser zurück. Der genaue Verlauf der Schlacht ist nicht bekannt. Sicher ist, dass im Verlauf des Kampfes Pausanias dem linken Flügel, den Athenern unter Aristides, den Befehl zu einer Flankenbewegung rückwärts gab. Die Athener machten die Schwenkbewegung jedoch nicht mit, sie drangen sogar weiter vor. Dadurch klaffte in der griechischen Front plötzlich eine Lücke. Mardonios selbst führte mit tausend Reitern einen Stoß auf diese Schwachstelle. Im allgemeinen Durcheinander behielt Pausanias die Nerven. Seine spartanischen Truppen fingen den Anprall der Angreifer auf. Mardonios stürzte vom Pferd und kam um. Das persische Heer war damit führerlos. Die vorgerückten Athener sahen bereits das persische Lager und führten noch einen Angriff. Die Perser gaben daraufhin die Schlacht verloren und flohen.

In der Schilderung des Schlachtverlaufes, so Hans Delbrück, lassen sich allerdings Legende und Wahrheit schwer trennen.

Folgen[Bearbeiten]

Mardonios, drei Söhne Dareios I. und viele Mitglieder der persischen Elite fielen im Kampf, die restlichen persischen Truppen flohen. Die persische Invasion in Griechenland war damit endgültig abgewehrt. Nach dem kurz darauf errungenen Sieg gegen die persische Flotte bei Mykale fand die Epoche der klassischen Perserkriege in Griechenland ihr Ende und die Griechen gingen in die Offensive. Die Griechenstädte an der kleinasiatischen Küste lösten sich aus der persischen Oberherrschaft und traten dem von Athen 477 v. Chr. gegründeten Attischen Seebund bei. Die Zeit relativen Friedens, die dem Sieg bei Plataiai folgte, gilt als Blütezeit des klassischen Griechenlands. Zur Feier des entscheidenden Sieges fanden danach alle fünf Jahre die Freiheitsspiele (Eleuthéria) statt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Hunt: Helots at the Battle of Plataea, in: Historia 46 (1997), S. 129–144.
  • Peter Green: The greco-persian Wars. University Press, Berkeley, Calif. 2008, ISBN 0-520-20313-5, S. 239-287.
  •  A. A. Evans, David Gibbson: Militärgeschichte vom Altertum bis heute. Bassermann, 2009, ISBN 978-3-8094-2549-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlacht von Plataiai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Delbrück, Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte, Band 1: Das Altertum, 1. Buch, Kapitel 9. online einzusehen

38.2423.318300Koordinaten: 38° 14′ 24″ N, 23° 19′ 4,8″ O