Schladming

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Schladming
Wappen von Schladming
Schladming (Österreich)
Schladming
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: GB
Fläche: 211,13 km²
Koordinaten: 47° 24′ N, 13° 41′ OKoordinaten: 47° 23′ 39″ N, 13° 41′ 21″ O
Höhe: 745 m ü. A.
Einwohner: 6.782 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 8970
Vorwahl: 03687
Gemeindekennziffer: 6 12 65
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Coburgstraße 45
8970 Schladming
Website: www.schladming.at
Politik
Bürgermeister: Jürgen Winter (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
13
1
2
9
13 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Schladming im Bezirk Liezen
Aich (Expositur Gröbming) Gröbming (Expositur Gröbming) Haus (Expositur Gröbming) Michaelerberg-Pruggern (Expositur Gröbming) Mitterberg-Sankt Martin (Expositur Gröbming) Öblarn (Expositur Gröbming) Ramsau am Dachstein (Expositur Gröbming) Schladming (Expositur Gröbming) Sölk (Expositur Gröbming) Admont Aigen im Ennstal Altaussee Altenmarkt bei Sankt Gallen Ardning Bad Aussee Bad Mitterndorf Gaishorn am See Grundlsee Irdning-Donnersbachtal Landl Lassing Liezen Rottenmann Sankt Gallen (Steiermark) Selzthal Stainach-Pürgg Trieben Wildalpen Wörschach SteiermarkÜbersichtskarte der Gemeinden im gesamten Bezirk Liezen
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Schladming ist eine Stadtgemeinde im Bereich der Expositur Gröbming, Bezirk Liezen in der Steiermark (Gerichtsbezirk Schladming). Sie ist die größte Kommune in der Expositur Gröbming und die zweitgrößte Stadt des Bezirkes. Schladming ist ein wichtiger Wintersportort der Steiermark. Die Stadt hat eine sehenswerte Altstadt mit einem steingemauerten Stadttor (Salzburger Tor).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schladming liegt in der nordwestlichen Obersteiermark im oberen Ennstal an der Einmündung des Talbach in die Enns. Die Stadt wird umrahmt im Norden vom Dachsteingebirge und im Süden von den Niederen Tauern. Die Stadt grenzt im Westen an das Bundesland Salzburg.

Die Nachbargemeinden sind im Norden Ramsau am Dachstein, im Osten Haus und Sölk, im Süden Krakau und im Westen Radstadt (Land Salzburg).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende neun Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Fastenberg (137)
  • Gleiming (139)
  • Klaus (971)
  • Obertal (145)
  • Pichl (603)
  • Preunegg (139)
  • Rohrmoos (929)
  • Schladming (3488)
  • Untertal (165)

Die sechs Katastralgemeinden sind (Fläche 2015[2]):

  • Klaus (748,05 ha)
  • Pichl (1.133,60 ha)
  • Preunegg (4.307,23 ha)
  • Rohrmoos (6.585,12 ha)
  • Schladming (283,63 ha)
  • Untertal (8.055,35 ha)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Stich von Vischer im Jahr 1681

Die erste urkundliche Erwähnung einer Siedlung an dieser Stelle geht auf das Jahr 1180 (Slaebnich, altslow. „Schluchtberg“) zurück. Das Stadtrecht ist erstmals 1322 dokumentiert. Es ist auf den blühenden Bergbau in den Schladminger Tauern zurückzuführen, wo bis zu 1500 Bergknappen beschäftigt waren. Von hier aus gehen auch erste Bestrebungen zu einer Vereinheitlichung der Arbeitsbedingungen für die Bergleute in ganz Europa (Schladminger Bergbrief 1408). Abgebaut wurde Silber, Blei, Kupfer, später auch Cobalt und Nickel.[3]

Nachdem sich im Zuge der Reformation die Bergleute an den Bauernaufständen gegen die Salzburger Obrigkeit beteiligten, wurde Schladming 1525 unter Erzherzog Ferdinand I. praktisch völlig zerstört und das Stadtrecht aberkannt. Die Stadtrechte wurden Schladming erst 1925 wieder zuerkannt.

Bis zum heutigen Tag stellt das wesentlich kleinere Gröbming die Verwaltung der politischen Expositur, womit die Gegenreformation auch nach beinahe 500 Jahren ihre Nachwirkungen zeigt.

Der Bergbau, der Schladmings Geschichte jahrhundertelang geprägt hatte, wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts nach und nach eingestellt. Der nächste Aufschwung erfolgte durch die Erschließung des Ennstals mit einer Eisenbahnlinie im Jahr 1875. Damit begann der Aufstieg zum Tourismus- und Wintersportzentrum.

Dachsteingasse in Schladming

Im Rahmen der Steiermärkischen Gemeindestrukturreform wurden am 1. Jänner 2015 die Gemeinden Pichl-Preunegg und Rohrmoos-Untertal mit Schladming zur neuen Stadtgemeinde Schladming zusammengeschlossen.[4] Eine Beschwerde der Gemeinden Pichl-Preunegg und Rohrmoos-Untertal gegen die Zusammenlegung beim Verfassungsgerichtshof war nicht erfolgreich.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den starken Tourismus ist die Bevölkerungsentwicklung positiv.


Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wohnbevölkerung gab bei der letzten Volkszählung im Jahre 2001 folgende Religionszugehörigkeit an:

römisch-katholisch
  
55,6 %
evangelisch
  
34,2 %
islamisch
  
4,1 %
ohne Bekenntnis
  
4,3 %
sonstige
  
1,6 %

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FrankreichFrankreich Felletin, Département Creuse, Frankreich, seit 1960
  • DeutschlandDeutschland Wetzlar, Hessen, Deutschland, seit 1974
  • JapanJapan Furano, Insel Hokkaidō, Japan, seit 1977

Wappen (bis 2014)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Schladming zeigt einen Bergmann im Halbprofil mit Spitzhacke und Schlägel. Die Darstellung ist in Silber und Ocker vor blauem Hintergrund.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Wirtschaftsfaktor in Schladming ist der Tourismus, der im Tourismusjahr 2015 (November 2014 bis Oktober 2015) 1.547.748 Nächtigungen verzeichnete. Organisiert ist die Region als Urlaubsregion Schladming–Dachstein, wobei der Wintersport (Skiregion Schladming–Dachstein/Ski amadé) in der Stadtgemeinde mit 56,2 % der Nächtigungen die Oberhand hat. Demgegenüber stehen 43,8 % der Nächtigungen in der Sommersaison.[6]

Der größte Tourismusmagnet ist die 4-Berge-Skischaukel, die das Zentrum mit der Planai in Schladming hat. Berühmt ist dieses Skigebiet vor allem durch das Nightrace, den Nachtslalom, dem alljährlich zirka 50.000 Besucher beiwohnen.

Seit 2004 findet auf der Planai jährlich der UCI-Mountainbike-Worldcup statt. Dadurch zieht Schladming im Sommer viele Downhill-Mountainbiker aus der ganzen Welt an.

Höhepunkte der touristischen Entwicklung waren

Bei der Bewerbung um die Alpine Skiweltmeisterschaft 2009 unterlag man knapp dem französischen Konkurrenten Val-d’Isère, zwei Jahre später hatte man gegen Garmisch-Partenkirchen das Nachsehen.

Die vom International Council for Ski Mountaineering Competitions (ISMC) an Schladming als Austragungsort vergebene Weltmeisterschaft im Skibergsteigen 2011[7] konnte jedoch aus sportpolitischen Gründen nicht in Schladming stattfinden.

Brauerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brauerei Schladming

Die Schladminger Brauerei wurde 1909 als „Erste Alpenländische Volksbrauerei“ gegründet. Heute ist sie Teil der österreichweit tätigen Brau Union.

Biersorten
  • BioZwickel
  • Schnee Weiße Bio
  • Märzen
  • Sepp

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schladming liegt an der Ennstalbahn, der Bahnhof wurde 2013/14 modernisiert und barrierefrei gemacht.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schladming liegt an der Ennstal-Landesstraße B 320, einer wichtigen Durchzugstrecke für den Reiseverkehr. Vor allem in der Hauptreisezeit kommt es immer wieder zu kilometerlangen Staus.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schladming entwickelte sich ab 1974 auch zur Sport-Schulstadt, in die Schüler aus ganz Österreich aber auch allen Kontinenten, außer Afrika, kommen.

1974 startete die Skihandelsschule Schladming, im selben Jahr wurde das Jugendsporthaus, das Internat für die Skihaupt- und Handelsschüler eröffnet. 1998 gab es die erste Matura am HAK-Aufbaulehrgang.

Seit 1962 finden jährlich die Internationalen Universitätswochen für Theoretische Physik statt, begründet von Paul Urban.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markt Schladming, lith. Folwerczni, um 1830
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schladming
Das Stadttor
  • Stadtmuseum: in einem Gebäude aus 1661 untergebracht, das ursprünglich zur Unterbringung kranker Bergleute und Hinterbliebenen verunglückter Knappen diente. Das Museum zeigt vor allem Ausstellungsstücke zur Bergbauvergangenheit sowie zu den Bauernkriegen der Reformation und Gegenreformation
  • Rathaus: 1884 von August Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha als Jagdschloss erbaut
  • Stadtbefestigung: erhalten sind Mauerreste aus dem Jahr 1629, ein Stadttor, das „Salzburger Tor“, und einer von vier Rundtürmen
  • Katholische Stadtpfarrkirche Schladming: im Kern spätromanisch, 1522 bis 1532 zur dreischiffigen, fünfjochigen Hallenkirche erweitert, Hochaltar von 1702 bis 1704
  • Evangelische Kirche: 1859 bis 1862 errichtet, Turm bereits 1852 errichtet, Flügelaltar im Seitenschiff aus der Reformationszeit (um 1570)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mid Kultur: das Musikfestival Mid Kultur bietet seit 1977 – früher unter dem Namen „Schladminger Musiksommer“ – in den Monaten Juli und August Konzerte und Meisterkurse. Neu seit 1998 ist die Mid Europe, bei der faszinierende Bläsermusik geboten wird. Seit 3 Jahren gibt es auch die Pre Mid. Originell und volksnah werden dabei Alp- und Wurzhorn, Dudelsack etc. vorgestellt
  • Weltcup-Skirennen auf der Planai: seit 1973 finden auf der bekannten Weltcupstrecke Planai, dem Hausberg von Schladming, Weltcup-Skirennen statt

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hervorzuheben sind:

  • Schladminger Bier
  • Steirer Käse: ein Grauschimmelkäse, der ursprünglich von den Bauern des Ennstales gemacht wurde und auf Butterbrot oder auf Roggenkrapfen gegessen wird.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Planai und Reiteralm

Im Winter kann man sich in Schladming hauptsächlich durch Skifahren, Langlaufen, Rodeln und Eislaufen sportlich betätigen. Im Sommer sind dies Sportarten wie Wandern, Mountainbiking (vor allem Downhill) und Radfahren, Paragleiten, Klettern, Laufen, Tennis, Reiten, Beachvolleyball, Schwimmen, Fischen und Minigolf.

Schladming war Austragungsort der alpinen Skiweltmeisterschaften 1982 und 2013.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hannes Bammer, Landesrat a.D.
  • Franz Wegart (1918–2009), Landeshauptmannstellvertr. a.D.
  • Ferdinand Pachernegg († 26. September 2012), Vizebürgermeister a.D.
  • Charly Kahr (* 1932), Skitrainer
  • Friedrich Niederl (1920–2012), Landeshauptmann a.D.
  • Josef Krainer junior (* 1930), Landeshauptmann a.D.
  • Christoph Klauser (1924–2009), Landesrat a.D.
  • Hans Ainhirn, Bürgermeister a.D.
  • Msgr. Erich Kobilka, Dechant und Pfarrer a.D.
  • Hermann Kröll (* 1939), Bürgermeister a.D.
  • Peter Schröcksnadel (* 1941), Präsident des ÖSV
  • Pauline Flechner-Halm (* 1842 in Wien; † 1921 in Schladming), 1912.
  • Dir. Theodor Karl Holl, Idealist und Förderer des Skisportes
  • Franz Hutter, Verfasser eines umfangreichen Werk über die Geschichte Schladmings und des angrenzenden Ausseer Raumes
  • Josef Walcher (1954–1984), Skirennläufer
  • Hans Wödl (1863–1937), Erschließer der Schladminger Tauern

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schladming – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Katastralgemeinden Stmk. 2015 (Excel-Datei, 128 KB); abgerufen am 29. Juli 2015.
  3. Bergbau in den Schladminger Tauern. auf gemeinde.schladming.at
  4. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  5. Erkenntnis des VfGH vom 23. September 2014, G 43/2014, V 45/2014.
  6. Stadtnachrichten 2015/2 - S.48 (pdf, 6,47 MB), abgerufen am 10. Februar 2016.
  7. Weltmeisterschaft der Skibergsteiger in Schladming 2012. (Memento vom 8. Dezember 2009 im Internet Archive) Website der Urlaubsregion Schladming-Dachstein, 3. Juni 2008.