Schladming

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Schladming
Wappen Österreichkarte
Wappen von Schladming
Schladming (Österreich)
Schladming
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: GB
Fläche: 211,11 km²
Koordinaten: 47° 24′ N, 13° 41′ OKoordinaten: 47° 23′ 39″ N, 13° 41′ 21″ O
Höhe: 745 m ü. A.
Einwohner: 6.715 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 8970
Vorwahl: 03687
Gemeindekennziffer: 6 12 65
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Coburgstraße 45
8970 Schladming
Website: www.schladming.at
Politik
Bürgermeister: Jürgen Winter (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
13
1
2
9
13 
Insgesamt 25 Sitze
  • ÖVP: 13
  • SPÖ: 1
  • FPÖ und Unabhängige: 2
  • Liste Schladming NEU: 9
Lage der Stadt Schladming im Bezirk Liezen
Aich (Expositur Gröbming)Gröbming (Expositur Gröbming)Haus (Expositur Gröbming)Michaelerberg-Pruggern (Expositur Gröbming)Mitterberg-Sankt Martin (Expositur Gröbming)Öblarn (Expositur Gröbming)Ramsau am Dachstein (Expositur Gröbming)Schladming (Expositur Gröbming)Sölk (Expositur Gröbming)AdmontAigen im EnnstalAltausseeAltenmarkt bei Sankt GallenArdningBad AusseeBad MitterndorfGaishorn am SeeGrundlseeIrdning-DonnersbachtalLandlLassingLiezenRottenmannSankt Gallen (Steiermark)SelzthalStainach-PürggTriebenWildalpenWörschachSteiermarkÜbersichtskarte der Gemeinden im gesamten Bezirk Liezen
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Schladming ist eine Stadtgemeinde im Bereich der Expositur Gröbming, Bezirk Liezen in der Steiermark (Gerichtsbezirk Schladming). Sie ist mit 6715 Einwohnern (1. Jänner 2017) die größte Kommune in der Expositur Gröbming und die zweitgrößte Stadt des Bezirkes. Schladming ist ein wichtiger Wintersportort und war Austragungsort der Alpinen Skiweltmeisterschaften 1982 und 2013 sowie der Winter Special Olympics 1993 und 2017.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schladming liegt in der nordwestlichen Obersteiermark im oberen Ennstal an der Einmündung des Talbach in die Enns. Die Stadt wird umrahmt im Norden vom Dachsteingebirge und im Süden von den Niederen Tauern. Die Stadt grenzt im Westen an das Bundesland Salzburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende neun Ortschaften (Bevölkerung am 1. Jänner 2017 nach Ortschaften (Gebietsstand 1. Jänner 2017)[1]):

  • Fastenberg (135 Ew.)
  • Gleiming (130)
  • Klaus (972)
  • Obertal (143)
  • Pichl (603)
  • Preunegg (133)
  • Rohrmoos (940)
  • Schladming (3508)
  • Untertal (151)

Die sechs Katastralgemeinden sind (Fläche 2016[2]):

  • Klaus (747,08 ha)
  • Pichl (1.132,98 ha)
  • Preunegg (4.308,99 ha)
  • Rohrmoos (6.559,06 ha)
  • Schladming (283,63 ha)
  • Untertal (8.068,21 ha)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den elf Nachbargemeinden liegen fünf im Bezirk Liezen, vier Bezirk Tamsweg (TA; Land Salzburg) und zwei im Bezirk Sankt Johann (JO; Land Salzburg).

Ramsau am Dachstein Haus
Radstadt (JO)
Forstau (JO)
Nachbargemeinden Aich
Michaelerberg-Pruggern
Weißpriach (TA) und Mariapfarr (TA) Sölk
Göriach (TA)
Lessach (TA)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Stich von Vischer im Jahr 1681

Die erste urkundliche Erwähnung einer Siedlung an dieser Stelle geht auf das Jahr 1180 (Slaebnich, altslow. „Schluchtberg“) zurück. Das Stadtrecht ist erstmals 1322 dokumentiert. Es ist auf den blühenden Bergbau in den Schladminger Tauern zurückzuführen, wo bis zu 1500 Bergknappen beschäftigt waren. Von hier aus gehen auch erste Bestrebungen zu einer Vereinheitlichung der Arbeitsbedingungen für die Bergleute in ganz Europa (Schladminger Bergbrief 1408). Abgebaut wurde Silber, Blei, Kupfer, später auch Cobalt und Nickel.[3]

Nachdem sich im Zuge der Reformation die Bergleute an den Bauernaufständen gegen die Salzburger Obrigkeit beteiligten, wurde Schladming 1525 unter Erzherzog Ferdinand I. praktisch völlig zerstört und das Stadtrecht aberkannt. Die Stadtrechte wurden Schladming erst 1925 wieder zuerkannt.

Bis zum heutigen Tag stellt das wesentlich kleinere Gröbming die Verwaltung der politischen Expositur, womit die Gegenreformation auch nach beinahe 500 Jahren ihre Nachwirkungen zeigt.

Der Bergbau, der Schladmings Geschichte jahrhundertelang geprägt hatte, wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts nach und nach eingestellt. Der nächste Aufschwung erfolgte durch die Erschließung des Ennstals mit einer Eisenbahnlinie im Jahr 1875. Damit begann der Aufstieg zum Tourismus- und Wintersportzentrum.

Dachsteingasse in Schladming

1947 wurde das Schladminger Krankenhaus neugegründet. Bis 1961 war der Chirurg Hans Martz (* 1912 in Łódź) dessen Chefarzt.[4]

Im Rahmen der Steiermärkischen Gemeindestrukturreform wurden am 1. Jänner 2015 die Gemeinden Pichl-Preunegg und Rohrmoos-Untertal mit Schladming zur neuen Stadtgemeinde Schladming zusammengeschlossen.[5] Eine Beschwerde der Gemeinden Pichl-Preunegg und Rohrmoos-Untertal gegen die Zusammenlegung beim Verfassungsgerichtshof war nicht erfolgreich.[6]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den starken Tourismus ist die Bevölkerungsentwicklung positiv.


Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wohnbevölkerung gab bei der letzten Volkszählung im Jahre 2001 folgende Religionszugehörigkeit an:

römisch-katholisch
  
55,6 %
evangelisch
  
34,2 %
islamisch
  
4,1 %
ohne Bekenntnis
  
4,3 %
sonstige
  
1,6 %

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markt Schladming, lith. Folwerczni, um 1830
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schladming
Das Stadttor
  • Stadtmuseum: in einem Gebäude aus 1661 untergebracht, das ursprünglich zur Unterbringung kranker Bergleute und Hinterbliebenen verunglückter Knappen diente. Das Museum zeigt vor allem Ausstellungsstücke zur Bergbauvergangenheit sowie zu den Bauernkriegen der Reformation und Gegenreformation
  • Rathaus: 1884 von August Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha als Jagdschloss erbaut
  • Stadtbefestigung: erhalten sind Mauerreste aus dem Jahr 1629, ein Stadttor, das „Salzburger Tor“, und einer von vier Rundtürmen
  • Katholische Stadtpfarrkirche Schladming: im Kern spätromanisch, 1522 bis 1532 zur dreischiffigen, fünfjochigen Hallenkirche erweitert, Hochaltar von 1702 bis 1704
  • Evangelische Kirche: 1859 bis 1862 errichtet, Turm bereits 1852 errichtet, Flügelaltar im Seitenschiff aus der Reformationszeit (um 1570)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mid Kultur: das Musikfestival Mid Kultur bietet seit 1977 – früher unter dem Namen „Schladminger Musiksommer“ – in den Monaten Juli und August Konzerte und Meisterkurse. Neu seit 1998 ist die Mid Europe, bei der faszinierende Bläsermusik geboten wird. Seit 3 Jahren gibt es auch die Pre Mid. Originell und volksnah werden dabei Alp- und Wurzhorn, Dudelsack etc. vorgestellt
  • Weltcup-Skirennen auf der Planai: seit 1973 finden auf der bekannten Weltcupstrecke Planai, dem Hausberg von Schladming, Weltcup-Skirennen statt

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schladminger Bier
  • Steirer Käse: ein Grauschimmelkäse, der ursprünglich von den Bauern des Ennstales gemacht wurde und auf Butterbrot oder auf Roggenkrapfen gegessen wird.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Winter kann man sich in Schladming hauptsächlich durch Skifahren, Langlaufen, Rodeln und Eislaufen sportlich betätigen. Im Sommer sind dies Sportarten wie Wandern, Mountainbiking (vor allem Downhill) und Radfahren, Paragleiten, Klettern, Laufen, Tennis, Reiten, Beachvolleyball, Schwimmen, Fischen und Minigolf.

Schladming war Austragungsort der alpinen Skiweltmeisterschaften 1982 und 2013.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahn
  • Schladming liegt an der Ennstalbahn, der Bahnhof wurde 2013/14 modernisiert und barrierefrei gemacht.
Straße
  • Schladming liegt an der Ennstal-Landesstraße B 320, einer wichtigen Durchzugstrecke für den Reiseverkehr. Vor allem in der Hauptreisezeit kommt es immer wieder zu kilometerlangen Staus.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Wirtschaftsfaktor in Schladming ist der Tourismus, der im Tourismusjahr 2015 (November 2014 bis Oktober 2015) 1.547.748 Nächtigungen verzeichnete. Organisiert ist die Region als Urlaubsregion Schladming–Dachstein, wobei der Wintersport (Skiregion Schladming–Dachstein/Ski amadé) in der Stadtgemeinde mit 56,2 % der Nächtigungen die Oberhand hat. Demgegenüber stehen 43,8 % der Nächtigungen in der Sommersaison.[7]

Der größte Tourismusmagnet ist die 4-Berge-Skischaukel, die das Zentrum mit der Planai in Schladming hat. Berühmt ist dieses Skigebiet vor allem durch das Nightrace, den Nachtslalom, dem alljährlich zirka 50.000 Besucher beiwohnen.

Seit 2004 findet auf der Planai jährlich der UCI-Mountainbike-Worldcup statt. Dadurch zieht Schladming im Sommer viele Downhill-Mountainbiker aus der ganzen Welt an.

Höhepunkte der touristischen Entwicklung waren

Bei der Bewerbung um die Alpine Skiweltmeisterschaft 2009 unterlag man knapp dem französischen Konkurrenten Val-d’Isère, zwei Jahre später hatte man gegen Garmisch-Partenkirchen das Nachsehen.

Die vom International Council for Ski Mountaineering Competitions (ISMC) an Schladming als Austragungsort vergebene Weltmeisterschaft im Skibergsteigen 2011[8] konnte jedoch aus sportpolitischen Gründen nicht in Schladming stattfinden.

Brauerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brauerei Schladming

Die Schladminger Brauerei wurde 1909 als „Erste Alpenländische Volksbrauerei“ gegründet. Heute ist sie Teil der österreichweit tätigen Brau Union.

Biersorten
  • BioZwickel
  • Schnee Weiße Bio
  • Märzen
  • Sepp

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schladming entwickelte sich ab 1974 auch zur Sport-Schulstadt, in die Schüler aus ganz Österreich aber auch allen Kontinenten, außer Afrika, kommen.

1974 startete die Skihandelsschule Schladming, im selben Jahr wurde das Jugendsporthaus, das Internat für die Skihaupt- und Handelsschüler eröffnet. 1998 gab es die erste Matura am HAK-Aufbaulehrgang.

Seit 1962 finden jährlich die Internationalen Universitätswochen für Theoretische Physik statt, begründet von Paul Urban.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

13
1
2
9
13 
Insgesamt 25 Sitze
  • ÖVP: 13
  • SPÖ: 1
  • FPÖ und Unabhängige: 2
  • Liste Schladming NEU: 9

Die Sitzverteilung im Gemeinderat lautet nach der letzten Gemeinderatswahl von 2015:

  • 13 ÖVP
  • 1 SPÖ
  • 2 FPÖ und Unabhängige
  • 9 Liste Schladming NEU

Bürgermeister ist seit 2015 Jürgen Winter (ÖVP).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Schladming COA.png

Alle drei Fusionsgemeinden hatten bis Ende 2014 eigene Wappen. Wegen der Gemeindezusammenlegung verloren diese mit 1. Jänner 2015 ihre offizielle Gültigkeit. Die Neuverleihung des Gemeindewappens erfolgte durch die Steiermärkische Landesregierung mit Wirkung vom 10. Juli 2017.[9] Die Blasonierung lautet:

„In blauem Schild silbern ein Bergmann, mit Kittel und Schachtmütze angetan und auf das linke Knie gestützt, mit dem Schlegel in der erhobenen Rechten zum Schlag auf das mit der Linken an silbernes, aus dem rechten Schildrand in den Schildfuß wachsendes Gestein gesetzte Bergeisen ausholend.“

Das Schladminger Stadtwappen beruht auf einem alten Marktsiegel aus dem Jahre 1621, auf dem ein kniender Bergmann bei der Arbeit dargestellt wird.[10] Es zeigt einen Bergmann im Halbprofil mit Spitzhacke und Schlägel. Die Darstellung ist in Silber und Ocker vor blauem Hintergrund.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hannes Bammer († 14. Jänner 2017), Landesrat a.D.
  • Franz Wegart (1918–2009), Landeshauptmannstellvertr. a.D.
  • Ferdinand Pachernegg († 26. September 2012), Vizebürgermeister a.D.
  • Charly Kahr (* 1932), Skitrainer
  • Friedrich Niederl (1920–2012), Landeshauptmann a.D.
  • Josef Krainer junior (1930–2016), Landeshauptmann a.D.
  • Christoph Klauser (1924–2009), Landesrat a.D.
  • Hans Ainhirn, Bürgermeister a.D.
  • Msgr. Erich Kobilka, Dechant und Pfarrer a.D.
  • Hermann Kröll (1939–2016), Bürgermeister a.D.
  • Peter Schröcksnadel (* 1941), Präsident des ÖSV
  • Pauline Flechner-Halm (* 1842 in Wien; † 1921 in Schladming), 1912.
  • Dir. Theodor Karl Holl, Idealist und Förderer des Skisportes
  • Franz Hutter, Verfasser eines umfangreichen Werk über die Geschichte Schladmings und des angrenzenden Ausseer Raumes
  • Josef Walcher (1954–1984), Skirennläufer
  • Hans Wödl (1863–1937), Erschließer der Schladminger Tauern

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schladming – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Schladming – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung am 1.1.2017 nach Ortschaften (Excel-Datei, 835 kB); abgerufen am 15. Juni 2017
  2. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Regionalinformation, Stichtag 31. Dezember 2016, abgerufen 19. Februar 2017
  3. Bergbau in den Schladminger Tauern. auf gemeinde.schladming.at
  4. Andreas Mettenleiter: Selbstzeugnisse, Erinnerungen, Tagebücher und Briefe deutschsprachiger Ärzte. Nachträge und Ergänzungen III (I–Z). In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 22, 2003, S. 269–305, hier: S. 279.
  5. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  6. Erkenntnis des VfGH vom 23. September 2014, G 43/2014, V 45/2014.
  7. Stadtnachrichten 2015/2 - S.48 (pdf, 6,47 MB), abgerufen am 10. Februar 2016.
  8. Weltmeisterschaft der Skibergsteiger in Schladming 2012. (Memento vom 8. Dezember 2009 im Internet Archive) Website der Urlaubsregion Schladming-Dachstein, 3. Juni 2008.
  9. 55. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 22. Juni 2017 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Stadtgemeinde Schladming (politischer Bezirk Liezen), abgerufen am 29. Juni 2017
  10. Wappen der Stadtgemeinde Schladming, auf gemeinde.schladming.at, abgerufen am 30. Juni 2017
  11. Partnerstädte - Stadtgemeinde Schladming. Abgerufen am 8. Juni 2017.