Schladming

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Stadtgemeinde
Schladming
Wappen Österreichkarte
Wappen von Schladming
Schladming (Österreich)
Schladming
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: GB
Fläche: 211,11 km²
Koordinaten: 47° 24′ N, 13° 41′ OKoordinaten: 47° 23′ 39″ N, 13° 41′ 21″ O
Höhe: 745 m ü. A.
Einwohner: 6.660 (1. Jän. 2018)
Postleitzahl: 8970
Vorwahl: 03687
Gemeindekennziffer: 6 12 65
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Coburgstraße 45
8970 Schladming
Website: www.schladming.at
Politik
Bürgermeister: Elisabeth Krammel (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
13
1
2
9
13 
Insgesamt 25 Sitze
  • ÖVP: 13
  • SPÖ: 1
  • FPÖ und Unabhängige: 2
  • Liste Schladming NEU: 9
Lage von Schladming im Bezirk Liezen
Aich (Expositur Gröbming)Gröbming (Expositur Gröbming)Haus (Expositur Gröbming)Michaelerberg-Pruggern (Expositur Gröbming)Mitterberg-Sankt Martin (Expositur Gröbming)Öblarn (Expositur Gröbming)Ramsau am Dachstein (Expositur Gröbming)Schladming (Expositur Gröbming)Sölk (Expositur Gröbming)AdmontAigen im EnnstalAltausseeAltenmarkt bei Sankt GallenArdningBad AusseeBad MitterndorfGaishorn am SeeGrundlseeIrdning-DonnersbachtalLandlLassingLiezenRottenmannSankt Gallen (Steiermark)SelzthalStainach-PürggTriebenWildalpenWörschachSteiermarkÜbersichtskarte der Gemeinden im gesamten Bezirk Liezen
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Schladming ist eine Stadtgemeinde im Bereich der Expositur Gröbming, Bezirk Liezen in der Steiermark (Gerichtsbezirk Schladming). Sie ist mit 6660 Einwohnern (1. Jänner 2018) die größte Kommune in der Expositur Gröbming und die zweitgrößte Stadt des Bezirkes. Schladming, ein wichtiger Wintersportort, war Austragungsort der Alpinen Skiweltmeisterschaften 1982 und 2013 sowie der Special Olympics in den Wintern 1993 und 2017.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schladming liegt in der nordwestlichen Obersteiermark im oberen Ennstal an der Einmündung des Talbachs in die Enns. Die Stadt wird umrahmt im Norden vom Dachstein und im Süden von den Niederen Tauern. Die Stadt grenzt im Westen an das Bundesland Salzburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Jänner 2015 wurden die Gemeinden Pichl-Preunegg und Rohrmoos-Untertal zu Schladming eingemeindet.

Das Gemeindegebiet umfasst neun Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2018[1]):

  • Fastenberg (135)
  • Gleiming (136) samt Gleimingberg
  • Klaus (977) samt Galgenbichl, Haslach, Klausner, Mauterndorf, Neuwirt, Nößlauer, Nußdörfl, Obere Klaus, Salzburger-Siedlung, Sonnenhang, Stierern und Taxner
  • Obertal (143)
  • Pichl (604) samt Mandling, Vorberg und Warterdorf
  • Preunegg (134)
  • Rohrmoos (942)
  • Schladming (3452) samt Maistatt und WM-Siedlung
  • Untertal (137)

Die sechs Katastralgemeinden sind (Fläche 2016[2]):

  • Klaus (747,08 ha)
  • Pichl (1.132,98 ha)
  • Preunegg (4.308,99 ha)
  • Rohrmoos (6.559,06 ha)
  • Schladming (283,63 ha)
  • Untertal (8.068,21 ha)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den elf Nachbargemeinden liegen fünf im Bezirk Liezen, vier im Bezirk Tamsweg (TA; Land Salzburg) und zwei im Bezirk Sankt Johann (JO; Land Salzburg).

Ramsau am Dachstein Haus
Radstadt (JO)
Forstau (JO)
Nachbargemeinden Aich
Michaelerberg-Pruggern
Weißpriach (TA) und Mariapfarr (TA) Sölk
Göriach (TA)
Lessach (TA)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schladming nach einem Stich von Vischer im Jahr 1681
Südwestansicht von Schladming
Turm der Katholischen Kirche in Schladming, gesehen von der Dachsteingasse

Die erste urkundliche Erwähnung einer Siedlung an dieser Stelle geht auf das Jahr 1180 (Slaebnich, altslow. „Schluchtberg“) zurück. Das Stadtrecht ist erstmals 1322 dokumentiert. Es ist auf den blühenden Bergbau in den Schladminger Tauern zurückzuführen, wo bis zu 1500 Bergknappen beschäftigt waren. Von hier gehen auch erste Bestrebungen zu einer Vereinheitlichung der Arbeitsbedingungen für die Bergleute in ganz Europa aus (Schladminger Bergbrief 1408). Abgebaut wurde Silber, Blei, Kupfer, später auch Cobalt und Nickel.[3]

Als sich im Zuge der Reformation die Bergleute an den Bauernaufständen gegen die Salzburger Obrigkeit (1524–1526) beteiligten, wurde Schladming 1525 unter Erzherzog Ferdinand I. fast völlig zerstört und dem Ort das Stadtrecht aberkannt. Die Stadtrechte wurden Schladming erst 1925 wieder zurückgegeben.

Bis in die Gegenwart hat die Verwaltung der politischen Expositur ihren Sitz im kleineren Gröbming, womit die Gegenreformation auch nach beinahe 500 Jahren ihre Nachwirkungen zeigt.

Der Bergbau, der Schladmings Geschichte jahrhundertelang geprägt hatte, wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts nach und nach eingestellt. Der nächste Aufschwung erfolgte durch die Erschließung des Ennstals mit einer Eisenbahnlinie im Jahr 1875. Damit begann der Aufstieg zum Tourismus- und Wintersportzentrum.

1947 wurde das Schladminger Krankenhaus gegründet. Bis 1961 war der Chirurg Hans Martz (* 1912 in Łódź) dessen Chefarzt.[4]

Im Rahmen der Steiermärkischen Gemeindestrukturreform wurden am 1. Jänner 2015 die Gemeinden Pichl-Preunegg und Rohrmoos-Untertal mit Schladming zur neuen Stadtgemeinde Schladming zusammengeschlossen.[5] Eine Beschwerde der Gemeinden Pichl-Preunegg und Rohrmoos-Untertal gegen die Zusammenlegung beim Verfassungsgerichtshof war erfolglos.[6]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der starke Tourismus hat zu einer positiven Bevölkerungsentwicklung geführt.


Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wohnbevölkerung gab bei der letzten Volkszählung im Jahre 2001 folgende Religionszugehörigkeit an:

römisch-katholisch
  
55,6 %
evangelisch
  
34,2 %
islamisch
  
4,1 %
ohne Bekenntnis
  
4,3 %
sonstige
  
1,6 %

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Schladming COA.png

Alle drei Fusionsgemeinden hatten bis Ende 2014 eigene Wappen. Wegen der Gemeindezusammenlegung verloren diese mit 1. Jänner 2015 ihre offizielle Gültigkeit. Die Neuverleihung des Gemeindewappens erfolgte durch die Steiermärkische Landesregierung mit Wirkung vom 10. Juli 2017.[7] Die Blasonierung lautet:

„In blauem Schild silbern ein Bergmann, mit Kittel und Schachtmütze angetan und auf das linke Knie gestützt, mit dem Schlegel in der erhobenen Rechten zum Schlag auf das mit der Linken an silbernes, aus dem rechten Schildrand in den Schildfuß wachsendes Gestein gesetzte Bergeisen ausholend.“

Das Schladminger Stadtwappen beruht auf einem alten Marktsiegel aus dem Jahre 1621, auf dem ein kniender Bergmann bei der Arbeit dargestellt wird.[8] Es zeigt einen Bergmann im Halbprofil mit Spitzhacke und Schlägel. Die Darstellung ist in Silber und Ocker vor blauem Hintergrund.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder.

Bürgermeister

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markt Schladming, Lithografie von Folwarczni, um 1830
Das Stadttor
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schladming
Regelmäßige Veranstaltungen
  • Mid Kultur: das Musikfestival Mid Kultur bietet seit 1977 – früher unter dem Namen „Schladminger Musiksommer“ – in den Monaten Juli und August Konzerte und Meisterkurse. Neu seit 1998 ist die Mid Europe, bei der stilistisch vielfältige Bläsermusik geboten wird. Seit drei Jahren gibt es auch die „Pre Mid“. Dabei werden volkstümliche Instrumente wie Alp- und Wurzhorn, Dudelsack und andere vorgestellt
  • Weltcup-Skirennen auf der Planai: seit 1973 finden auf der Planai, dem Hausberg von Schladming, Weltcup-Skirennen statt
Kulinarische Spezialitäten
  • Schladminger Bier
  • Steirerkäse: ein Grauschimmelkäse, der ursprünglich von den Bauern des Ennstales gemacht wurde und auf Butterbrot oder Roggenkrapfen gegessen wird.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Winter kann man sich in Schladming hauptsächlich mit alpinem Skilauf, Langlauf, Rodeln und Eislaufen sportlich betätigen. Im Sommer werden outdoor-Sportarten wie Wandern, Mountainbiking (vor allem Downhill) und Radfahren, Paragleiten, Klettern, Laufen, Tennis, Reiten, Beachvolleyball, Schwimmen, Fischen und Minigolf betrieben.

Schladming war Austragungsort der alpinen Skiweltmeisterschaften 1982 und 2013.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Wirtschaftsfaktor in Schladming ist der Tourismus, der im Tourismusjahr 2015 (November 2014 bis Oktober 2015) 1.547.748 Nächtigungen verzeichnete. Organisiert ist die Region als Urlaubsregion Schladming–Dachstein, wobei der Wintersport (Skiregion Schladming–Dachstein/Ski amadé) in der Stadtgemeinde mit 56,2 % der Nächtigungen die Oberhand hat. Demgegenüber stehen 43,8 % der Nächtigungen in der Sommersaison.[14]

Der größte Tourismusmagnet ist die 4-Berge-Skischaukel, die Schladming mit der Planai verbindet. Bekannt ist dieses Skigebiet vor allem durch das Nightrace, den Nachtslalom, dem alljährlich zirka 50.000 Besucher beiwohnen.

Seit 2004 findet auf der Planai jährlich der UCI-Mountainbike-Worldcup statt. Damit zieht Schladming im Sommer viele Downhill-Mountainbiker aus der ganzen Welt an.

Höhepunkte der touristischen Entwicklung waren

Bei der Bewerbung um die Alpine Skiweltmeisterschaft 2009 unterlag Schladming knapp dem französischen Konkurrenten Val-d’Isère, zwei Jahre später auch gegen Garmisch-Partenkirchen.

Die vom International Council for Ski Mountaineering Competitions (ISMC) an Schladming als Austragungsort vergebene Weltmeisterschaft im Skibergsteigen 2011[15] konnte jedoch aus sportpolitischen Gründen nicht in Schladming stattfinden.

Brauerei
Brauerei Schladming

Die Schladminger Brauerei wurde 1909 als „Erste Alpenländische Volksbrauerei“ gegründet. Heute ist sie Teil der österreichweit tätigen Brau Union.

Biersorten
  • BioZwickel
  • Schnee Weiße Bio
  • Märzen
  • Sepp

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bahn: Schladming liegt an der Ennstalbahn, der Bahnhof wurde 2013/14 modernisiert und barrierefrei gemacht.
  • Straße: Schladming liegt an der Ennstal-Landesstraße B 320, einer wichtigen Durchzugstrecke für den Reiseverkehr. Vor allem in der Hauptreisezeit kommt es immer wieder zu kilometerlangen Staus.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schladming entwickelte sich ab 1974 auch zur Sport-Schulstadt, in die Schüler aus der ganzen Welt kommen, ausgenommen Afrika.

1974 startete die Skihandelsschule Schladming, im selben Jahr wurde das Jugendsporthaus, das Internat für die Ski-Haupt- und Handelsschüler eröffnet. 1998 gab es die erste Matura am HAK-Aufbaulehrgang.

Seit 1962 finden jährlich die Internationalen Universitätswochen für Theoretische Physik statt, begründet von Paul Urban.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger der Gemeinde
  • Hannes Bammer († 14. Jänner 2017), Landesrat a. D.
  • Franz Wegart (1918–2009), Landeshauptmannstellvertr. a. D.
  • Ferdinand Pachernegg († 26. September 2012), Vizebürgermeister a. D.
  • Charly Kahr (* 1932), Skitrainer
  • Friedrich Niederl (1920–2012), Landeshauptmann a. D.
  • Josef Krainer junior (1930–2016), Landeshauptmann a. D.
  • Christoph Klauser (1924–2009), Landesrat a. D.
  • Hans Ainhirn, Bürgermeister a. D.
  • Msgr. Erich Kobilka, Dechant und Pfarrer a. D.
  • Hermann Kröll (1939–2016), Bürgermeister a. D.
  • Peter Schröcksnadel (* 1941), Präsident des ÖSV
  • Pauline Flechner (Ps. Halm) (1842–1921), Malerin
  • Theodor Karl Holl, Förderer des Skisportes
  • Franz Hutter, Verfasser einer umfangreichen Geschichte Schladmings und des angrenzenden Ausseer Raumes
  • Josef Walcher (1954–1984), Skirennläufer
  • Hans Wödl (1863–1937), Erschließer der Schladminger Tauern
Söhne und Töchter der Gemeinde

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schladming – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Schladming – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (CSV)
  2. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Regionalinformation, Stichtag 31. Dezember 2016, abgerufen 19. Februar 2017
  3. Bergbau in den Schladminger Tauern. in www.gemeinde.schladming.at
  4. Andreas Mettenleiter: Selbstzeugnisse, Erinnerungen, Tagebücher und Briefe deutschsprachiger Ärzte. Nachträge und Ergänzungen III (I–Z). In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 22, 2003, S. 269–305, hier: S. 279.
  5. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  6. Erkenntnis des VfGH vom 23. September 2014, G 43/2014, V 45/2014.
  7. 55. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 22. Juni 2017 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Stadtgemeinde Schladming (politischer Bezirk Liezen), abgerufen am 29. Juni 2017
  8. Wappen der Stadtgemeinde Schladming, auf gemeinde.schladming.at, abgerufen am 30. Juni 2017
  9. Partnerstädte – Stadtgemeinde Schladming. Abgerufen am 8. Juni 2017.
  10. Johann Ainhirn Ennstalwiki
  11. Hermann Kröll Ennstalwiki
  12. Jürgen Winter Ennstalwiki
  13. Rasanter Bürgermeisterwechsel in Schladming auf ORF vom 29. November 2018, abgerufen am 29. November 2018.
  14. Stadtnachrichten 2015/2 – S.48 (pdf, 6,47 MB), abgerufen am 10. Februar 2016.
  15. Weltmeisterschaft der Skibergsteiger in Schladming 2012. (Memento vom 8. Dezember 2009 im Internet Archive) Website der Urlaubsregion Schladming-Dachstein, 3. Juni 2008.