Schlangenwall

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Schlangenwall (ukrainisch Змієві вали; russisch Змиевы валы) ist eine Landmarke im Norden der Ukraine, in der Nähe von Kiew. Sie umfasst ein älteres System der Fortifikationswälle und eine modernere Befestigung aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die älteren Wälle sind vom 2. Jahrhundert v. Chr. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. entsprechend der Radiokohlenstoffmethode datiert. Welches Volk sie gebaut hat, ist bisher nicht eindeutig bekannt. Verschiedene Hypothesen sprechen von Sarmaten, Ostgoten und frühen Ostslawen (Anten). Das Ziel der Einrichtung der Wälle war offensichtlich der Schutz vor den Nomaden aus südlichen Steppen. Die heute bekannten Reste der Wälle haben eine gesamte Länge von 1000 Kilometer.

In der Epoche der Kiewer Rus wurden die Schlangenwälle unter Großfürst Wladimir dem Großen und seinen Nachfolgern ausgebaut. Neuere Abschnitte beinhalten im Inneren hölzerne Rümpfe, die die Erdwälle um sie herum stabilisieren. Die Höhe der mittlerweile stark erodierten Schlangenwälle betrug etwa 8 bis 10 m. Wissenschaftler äußerten die Vermutung, dass auf den Schlangenwällen zu Wladimirs Zeiten hölzerne Befestigungen vorhanden waren. Entlang der Schlangenwälle ziehen sich auf der südlichen Seite Spuren von einem Graben.

Siehe auch[Bearbeiten]