Schlattingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schlattingen
Wappen von Schlattingen
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau (TG)
Bezirk: Frauenfeld
Politische Gemeinde: Basadingen-Schlattingeni2
Postleitzahl: 8255
frühere BFS-Nr.: 4533
Koordinaten: 700042 / 280434Koordinaten: 47° 40′ 1″ N, 8° 46′ 14″ O; CH1903: 700042 / 280434
Höhe: 419 m ü. M.
Fläche: 6,9 km²[1]
Einwohner: 756 (31.12.2018)[2]
Schlattingen

Schlattingen

Karte
Karte von Schlattingen
w

Schlattingen ist eine ehemalige Ortsgemeinde und eine Ortschaft[2] in der politischen Gemeinde Basadingen-Schlattingen im Bezirks Frauenfeld des Kantons Thurgau in der Schweiz.

Von 1816 bis 1998 war Schlattingen eine Ortsgemeinde in der Munizipalgemeinde Basadingen. Am 1. Januar 1999 fusionierte die ehemalige Ortsgemeinde im Zuge der Gemeindereorganisation des Kantons Thurgau zur Gemeinde Basadingen-Schlattingen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlattingen im Jahr 1954, im Hin­tergrund Diessenhofen und Gailingen

Schlattingen liegt in der Geisslibachsenke wenige Kilometer südlich des Hochrheins und südöstlich von Diessenhofen. In Schlattingen ist der südlich der Geisslibachsenke gelegene geschlossene Kirchbereich, der aus dem 13. Jahrhundert datiert, vom Strassen- und Haufendorf getrennt, das sich bis zum Hang des Rodenbergs erstreckt.[3] An den Hängen des Rodenberges sind neuere Häuser gebaut worden.

Schlattingen verfügt über einen Bahnhof an der Seelinie.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff der Kirche St. Georg stammt aus dem 12./13. Jahrhundert, der Chor im frühgotischen Stil aus dem Ende des 13. Jahrhunderts. Im 14./15. Jahrhundert wurde der Chor erhöht und das Kirchenschiff verlängert.[4]

Erstmals erwähnt wurde die Ortschaft im Jahre 897 als Slattingarro. Fundstücke aus der Altsteinzeit sowie aus der Römischen Zeit beweisen, dass sich jedoch schon früher Menschen in dieser Gegend niedergelassen haben. Im Mittelalter verfügten vor allem die Klöster St. Gallen, Münsterlingen, St. Katharinental und Wagenhausen über grosse Besitztümer innerhalb Schlattingens. Von 1489 bis 1798 übte die Stadt Diessenhofen die Niedere Gerichtsbarkeit in Schlattingen aus.[5]

Die Kollatur der 1275 erwähnten Kirche gehörte der Familie Göberg. Bald nach der Reformation wurde Schlattingen nach Stammheim pfarrgenössig. Diessenhofer Pfarrhelfer hielten ab 1585 die Predigt. 1827 wurde die Schlattinger Kirche Filialkirche Basadingens.[5]

Die Gemeinde bezog Ende des 18. Jahrhunderts Grundzinsen und besass 259 Jucharten Wald.[5] In Schlattingen hatte der Weinanbau schon früh Tradition. Daneben Korn-, Obst-, und Kleebau sowie ab dem 19. Jahrhundert vermehrt Milchwirtschaft betrieben. 1896 bis 1925 wurde Glimmersand abgebaut. Zwischen 1920 und 1980 sank der Anteil der in der Landwirtschaft Erwerbstätigen von 72 % auf knapp 46 %. In der gleichen Zeitspanne nahm der Anteil des Dienstleistungssektors um etwa 23 % zu. 1945 entstand eine neue Wohnsiedlung.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlatti.jpg

Blasonierung: In Schwarz mit schreitendem weissem, gelbbewehrtem und gezungtem Löwen.[6]

Der Löwe steht dafür, dass die Grafen von Kyburg in Schlattingen Vogteirechte besassen.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung von Schlattingen
Jahr 1850 1900 1950 1990 2000 2010 2018
Ortsgemeinde 488 333 406 512
Ortschaft 522 692 756[Anm. 1]
Quelle [5] [7] [8] [2]

Von den insgesamt 756 Einwohnern der Ortschaft Schlattingen im Jahr 2018 waren 123 bzw. 16,3 % ausländische Staatsbürger. 370 (48,9 %) waren evangelisch-reformiert und 132 (17,5 %) römisch-katholisch.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schlattingen ist vor allem die Kirche am südwestlichen Dorfende zu erwähnen, welche vom eigentlichen Dorf, welches von alten Häusern geprägt ist, durch den Geisslibach abgetrennt. Zu den Kulturgütern in Schlattingen zählen zudem das Schulhaus Im Zelgli.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schlattingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen / Fakten. Auf der Webseite der Gemeinde Basadingen-Schlattingen, abgerufen am 16. Dezember 2019
  2. a b c d Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  3. Alfons Raimann: Gemeinde Basadingen-Schlattingen. In: Amt für Denkmalpflege des Kantons Thurgau (Hrsg.): Denkmalpflege im Thurgau. Bd. 6. Huber Verlag, Frauenfeld 2004. ISBN 3-7193-1369-7. S. 208 f.
  4. Geschichte Kirche Schlattingen. Auf der Webseite der Evangelischen Kirchgemeinde Basadingen-Schlattingen-Willisdorf, abgerufen am 16. Dezember 2019
  5. a b c d e Erich Trösch: Schlattingen. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 9. August 2011, abgerufen am 12. Juni 2019.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  6. a b Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
  7. Ortschaften- und Siedlungsverzeichnis. Kanton Thurgau, Ausgabe 2005. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF; 1,7 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  8. Ortschaften- und Siedlungsverzeichnis. Kanton Thurgau, Ausgabe 2012. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF; 3,4 MB), abgerufen am 11. Mai 2020.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. mit Aussenhöfen