Schleife (Knoten)

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Schuhschleife
Schuhschleife
Typ Verbindung, Zier
Anwendung Schnürsenkel und Fliege binden
Ashley-Nr. 1212
Englisch bowknot

Die Schleife (in Österreich: Masche) ist ein doppelt auf Slip gelegter Kreuzknoten. Der fertige Knoten ist auch unter Belastung an jedem der Enden einfach aufzuziehen.

Er dient zum Binden von Schnürsenkeln und Querbindern.

Knüpfen[Bearbeiten]

„Schnellbinden“ einer Schuhschleife[1]

Eine in der Regel genügend sichere Schleife ist ein doppelt auf Slip gelegter Kreuzknoten: Zwei halbe Knoten werden symmetrisch übereinander geknüpft, so dass der erste rechts über links, der zweite links über rechts (oder beide umgekehrt) geht. Dabei wird der zweite halbe Knoten mit der Bucht geknüpft (d. h. auf Slip gelegt).

Häufige Fehler[Bearbeiten]

Schuhknoten mit Altweiberknoten (links), Kreuzknoten (rechts)
Holzschuh zum Üben einer Schuhschleife

Wenn der zweite halbe Knoten die gleiche Orientierung wie der erste hat, entsteht statt eines Kreuzknotens ein Altweiberknoten, der nicht dauerhaft hält, sondern sich schnell löst. Beim Kreuzknoten sind die einlaufenden und auslaufenden Enden parallel, während beim zu vermeidenden Altweiberknoten die losen Enden etwa 45° schräg zu den einlaufenden Enden sind, was bei der Schleife außer der mangelnden Festigkeit dafür sorgt, dass die Schleife schräg ist, wie man auf dem Bild sieht.

Weil viele Erwachsene diesen Unterschied nicht kennen, entstehen im Umgang mit Kindern oft Missverständnisse. Die Kinder werden dann ausgeschimpft, weil sie die Schuhe „nicht richtig“ gebunden haben, ohne dass ihnen der Unterschied von Kreuzknoten und Altweiberknoten gezeigt wird. Stattdessen wird ihnen oft empfohlen, noch einen „Doppelknoten“ darüber zu binden, also mit den beiden Schlaufen einen weiteren, den dritten, halben Knoten zu machen (ABoK #1215).

Modifizierter Kreuzknoten[Bearbeiten]

Selbst der Kreuzknoten kann sich unter bestimmten Umständen lösen, etwa bei längerer Beanspruchung (wie Joggen) oder bei Schnürsenkeln aus einem schlecht knotbaren Material (z. B. wegen zu geringer Reibung bei Paracord-Senkeln).

Eine einfache Modifikation kann dann Abhilfe schaffen:

  • Beim Binden des zweiten Knotens wickelt man den Schnürsenkel zwei Mal um die erste Schlaufe.[2]

Vier Typen[Bearbeiten]

Weil der erste halbe Knoten als Links- oder Rechtsschraube, vergleichbar einem Links- oder Rechtsgewinde, ausgeführt werden kann und beide Varianten als doppelt auf Slip gelegter Kreuzknoten oder Altweiberknoten zu Ende gebunden werden können, ergeben sich vier Arten, eine Schuhschleife zu binden:

Kreuzknoten links-rechts rechts-links
Altweiberknoten links-links rechts-rechts

Varianten[Bearbeiten]

  • Weitere Variationen lassen sich unter Ashley-Buch der Knoten #1214–1222 sowie bei Jan Fieggen „Ian's Shoelace Site“ finden.[3]
  • Eine Marathonschnürung[4] erzeugt einen festeren Stand im Schuh. Dazu wird der Schnürsenkel durch das bei Joggingschuhen meist unbenutzte oberste Loch geführt. Es entsteht eine Bucht, die vor dem Schleifebinden als erweiterte Öse genutzt wird.
Siehe auch: Liste der Knoten
Doppelte Schlaufen mit einer Schuhschleife ergeben einen Querbinder als Dekoration

Literatur[Bearbeiten]

  • Burkard Polster: The Shoelace Book. A Mathematical Guide to the Best (And Worst) Ways to Lace Your Shoes (Mathematical World; Bd. 24). American Mathematical Society, Providence, RI 2006, ISBN 0-8218-3933-0.
  • Ian Fieggen: Laces. 100s of Ways to Pimp Your Kicks. Sterling Publ., New York 2008, ISBN 978-1-4027-5201-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ian Knot = Ian's Fast Shoelace Knot. Abgerufen am 1. Januar 2012.
  2. Better Bowknot
  3. Megaknoten
  4. Anleitung zur Marathonschnürung