Schlemmerfilet

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Unter der Bezeichnung Schlemmerfilet vertreiben verschiedene Hersteller der Lebensmittelindustrie ein Tiefkühlgericht mit Fisch. Es handelt sich um einen zumeist etwa 2–3 cm hohen, 11 cm breiten und 15 cm langen Block grätenfreien Fisches, häufig Filets vom Alaska-Seelachs, auf der ein etwa 0,5 cm dicker Belag aus Semmelbröseln, Kräutern, Gewürzen und Fett aufgebracht ist. Der Fischblock wird aus Blöcken tiefgefrorenen Fisches hergestellt und besteht in der Regel aus mehreren Fischstücken. Das Produkt wird üblicherweise in einer Aluminiumschale ausgeliefert, die auch zur Zubereitung verwandt werden kann.

Gebackenes Schlemmerfilet

Abgrenzung zur Zubereitungsart à la Bordelaise der klassischen französischen Küche[Bearbeiten]

Die als „Bordelaise“ bezeichnete Auflage auf dem Fisch hat keine Verwandtschaft zur Sauce bordelaise oder der auch bei Fisch anwendbaren klassischen Garnitur „à la Bordelaise“, welche die Verwendung der Bonnefoy-Sauce voraussetzen würde. Laut Iglo soll der Zusatz „Bordelaise“ in der Produktbezeichnung an die französische Esskultur „anknüpfen“.

Zubereitung[Bearbeiten]

Schlemmerfilets werden zubereitet, indem die Aluminiumschale mit dem tiefgekühlten Lebensmittel etwa 40 Minuten bei etwa 200 °C im Backofen erhitzt wird. Hierbei soll der Belag teilweise schmelzen. Der geschmolzene Teil soll sich mit dem Fischsaft zu einer Soße verbinden, während der auf dem Fischklotz verbleibende andere Teil durch die Maillard-Reaktion eine aromatische Kruste bilden soll.

Geschichte und konsumkulturelle Aspekte[Bearbeiten]

Das „Schlemmerfilet à la Bordelaise“ hat eine besondere konsumkulturelle Bedeutung. 1969 wurde es in Deutschland von der Firma Langnese-Iglo GmbH, die zum internationalen Konzern Unilever gehörte, auf den Markt gebracht. Damit war das „Schlemmerfilet à la Bordelaise“ eines der ersten sogenannten Fertigprodukte in Deutschland. Das Produkt ist bis heute erhältlich und erfreut sich weiter großer Beliebtheit. In den nachfolgenden Jahren wurden weitere „Schlemmerfilets“ mit Belägen in diversen anderen Geschmacksrichtungen kreiert. Die Eintragung der Wortmarke „Schlemmerfilet à la Bordelaise“ wurde vom Deutschen Patentamt per 1. Januar 1986 abgelehnt.[1] Inzwischen bringen viele Tiefkühlkosthersteller „Schlemmerfilets“ und solche „à la Bordelaise“ heraus, die sich in Art und Zubereitung der Zutaten aber bis heute eng an die von Langnese-Iglo geprägte Form anlehnen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Patent- und Markenamt: Markenregister, Aktenzeichen L28275