Schleswig-Holsteinisches Landestheater und Sinfonieorchester

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Spielstätte in Flensburg
Spielstätte in Rendsburg
Musiker des Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchesters bei einer Probe in Flensburg

Die Schleswig-Holsteinische Landestheater und Sinfonieorchester GmbH ist die größte Landesbühne in Deutschland[1] und hat ihren Sitz in Rendsburg mit Spielstätten in Flensburg, Schleswig, Rendsburg, Itzehoe, Neumünster, Heide, Husum, Meldorf, Niebüll und St. Peter-Ording. Zum Programm der Bühne gehören Musiktheater, Ballett und Schauspiel sowie Kinder- und Jugendtheater (einschließlich mobiler Klassenzimmerproduktionen) und Puppentheater.

Wegen einer drohenden Insolvenz in den nächsten Jahren wurde die Institution im Februar 2014 in die Rote Liste Kultur des Deutschen Kulturrates aufgenommen und in die Kategorie 2 (gefährdet) eingestuft.[2] Mittlerweile ist die drohende Insolvenz jedoch abgewendet. Dies gelang zum einen durch Sparmaßnahmen wie z. B. die Zusammenlegung der Schauspiel-Produktionsstätten und den Umzug der Generalintendanz und Zentralverwaltung von Schleswig nach Rendsburg, zum anderen durch gesteigerte Einnahmen. Eigenkapital der GmbH und Finanzierungszusagen durch die Gesellschafter weisen auf eine gesicherte Zukunft in den nächsten Jahren hin.[3]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

19 Städte, Kreise und Gemeinden halten Anteile am Stammkapital. Anders als bei den weiteren Landesbühnen garantieren sie dem Schleswig-Holsteinischen Landestheater die Zahl der Vorstellungen. Geschäftsführer und Generalintendant ist seit 1. August 2010 Peter Grisebach.

Ein Schwerpunkt des Theaters ist das zeitgenössische Schaffen im Musiktheater wie auch im Schauspiel. Uraufführungen, Auftragswerke und Autorenstipendien gehören zum festen Bestandteil der Bühne. In den letzten Jahren wurde das Kinder- und Jugendtheater ausgebaut und ein Puppentheater neu hinzugenommen. Zusätzlich wurde eine neue Ballettcompagnie ins Leben gerufen, die mit klassischem Programm oder Choreographien zu Rockmusik Akzente setzte.

Das Schleswig-Holsteinische Landestheater und Sinfonieorchester hat knapp 380 Beschäftigte, darunter im künstlerischen Bereich ca. 180, die für über 700 Vorstellungen pro Spielzeit sorgen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits Ende der 1960er Jahre überlegten die Städte Flensburg, Rendsburg und Schleswig, die Theaterarbeit in ihren Spielstätten zu rationalisieren, um die Kosten aufzufangen. Nachdem die Landesregierung angekündigt hatte, ihre Zuschüsse für die Theater einzufrieren, kam es 1971 erstmals zu grundsätzlichen Gesprächen über ein vereinigtes Landestheater. Als Ergebnis der Gespräche kam es dann 1974 zur Zusammenfassung der drei bis dahin selbstständigen Theater in Flensburg, Rendsburg und Schleswig. Flensburg wurde zum Sitz und Probenort des Orchesters, des Balletts und des Musiktheaters, während Intendanz, Verwaltung und Dramaturgie sowie ein Teil des Schauspiels in Schleswig untergebracht sind. Damit wurden beide Städte die Standorte für neue Produktionen. Der Oberspielleiter und der andere Teil des Schauspiels fanden in Rendsburg ihre Heimat. Im Jahr 2016 zogen die Intendanz, Verwaltung und Dramaturgie nach Rendsburg. Die Schauspielproduktion findet seitdem nur noch in Rendsburg statt.

Drohende Insolvenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz hoher Eigeneinnahmen war das Schleswig-Holsteinische Landestheater im Jahr 2010 stärker denn je von der Insolvenz bedroht. Hohe Personalkosten und gesunkene Zuschauerzahlen führten zu einem Loch in der Kasse, welches nicht durch das Land Schleswig-Holstein gedeckt wurde. Die Landesregierung von Schleswig-Holstein erklärte hierzu, dass ein neues Konzept für das Weiterbestehen des Theaters erarbeitet werden müsse.

Bedingt durch die Entziehung der Betriebsgenehmigung des Theaters Schleswig wegen akuter Einsturzgefahr im Juni 2011 verschlechterte sich die Misere nochmals. Die Stadt Schleswig entschied im Jahr 2016, dass ein Theaterneubau an das bestehende Kulturhaus „Heimat“ im Stadtteil „Auf der Freiheit“ gebaut werden soll. Auf 9,5 Millionen Euro veranschlagt die Stadt Schleswig die Gesamtkosten für den Neubau des Theatergebäudes, das  an den Standort der „Heimat“ in Schleswig angeschlossen und von der vorhandenen Infrastruktur profitieren wird. Am 28. Februar 2017 wurde in der Kieler Staatskanzlei ein „Letter of Intent“ unterzeichnet, in dem die Landesförderung für eine Spielstätte des Landestheaters in Schleswig mit 2,5 Millionen Euro vereinbart wurde. [4] Neben der Beteiligung durch das Land werden von der Stadt über den Grundstückskauf und Planungskosten fünf Millionen Euro in das Bauvorhaben investiert, zusätzlich zu der Finanzierungszusage vom Land haben die kommunalen Landesverbände eine Finanzierungszusage in Höhe von zwei Millionen Euro getätigt. Die Finanzierungszusagen des Landes sind an die Bedingung geknüpft, dass die Zukunft des Landestheaters in seiner derzeitigen Struktur mittelfristig durch die Beiträge der Theater-Gesellschafter gesichert ist. Mit der Unterzeichnung des geänderten Gesellschaftervertrags am 3. August 2017 durch Vertreter von 15 Kommunen in Rendsburg wurde die Basis für den weiteren Aufschwung gelegt und die Bedingung des Landes erfüllt. [5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schleswig-Holsteinisches Landestheater und Sinfonieorchester – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schleswig-Holsteinisches Landestheater und Sinfonieorchester. Landesbühnengruppe im Deutschen Bühnenverein, abgerufen am 2. Dezember 2012 (PDF; 291 kB).
  2. Politik & Kultur Zeitung des Deutschen Kulturrates 2|14 Seite 13 Kulturelles Leben Rote Liste Kultur, abgerufen am 20. Februar 2014
  3. jhf: Schwarze Zahlen, neuer Vertrag: Landestheater wieder im Aufschwung | shz.de. In: shz. (shz.de [abgerufen am 23. Oktober 2017]).
  4. Landesregierung übernimmt Verantwortung für die Spielstätten im Land: Land und Kommunen unterstützen Theatersaalbau in Schleswig. Abgerufen am 23. Oktober 2017.
  5. jhf: Schwarze Zahlen, neuer Vertrag: Landestheater wieder im Aufschwung | shz.de. In: shz. (shz.de [abgerufen am 23. Oktober 2017]).