Schlettau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schlettau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schlettau
Schlettau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schlettau hervorgehoben
Koordinaten: 50° 34′ N, 12° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Scheibenberg-Schlettau
Höhe: 612 m ü. NHN
Fläche: 21,17 km²
Einwohner: 2442 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09487
Vorwahl: 03733
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 520
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
09487 Schlettau
Webpräsenz: www.schlettau-im-erzgebirge.de
Bürgermeister: Conny Göckeritz (Grüne)
Lage der Stadt Schlettau im Erzgebirgskreis
Sachsen Amtsberg Annaberg-Buchholz Aue Auerbach (Erzgebirge) Bad Schlema Bärenstein (Erzgebirge) Lauter-Bernsbach Bockau Börnichen/Erzgeb. Breitenbrunn/Erzgeb. Burkhardtsdorf Crottendorf Deutschneudorf Drebach Ehrenfriedersdorf Eibenstock Elterlein Lugau/Erzgeb. Gelenau/Erzgeb. Geyer Gornau/Erzgeb. Gornsdorf Großolbersdorf Großrückerswalde Grünhain-Beierfeld Grünhainichen Heidersdorf Hohndorf Zwönitz Jahnsdorf/Erzgeb. Johanngeorgenstadt Jöhstadt Königswalde Lauter-Bernsbach Lößnitz (Erzgebirge) Lugau/Erzgeb. Marienberg Mildenau Neukirchen/Erzgeb. Niederdorf (Sachsen) Niederwürschnitz Oberwiesenthal Oelsnitz/Erzgeb. Olbernhau Pfaffroda Pockau-Lengefeld Raschau-Markersbach Scheibenberg Schlettau Schneeberg (Erzgebirge) Schönheide Schwarzenberg/Erzgeb. Sehmatal Seiffen/Erzgeb. Stollberg/Erzgeb. Stützengrün Tannenberg Thalheim/Erzgeb. Thermalbad Wiesenbad Thum Wolkenstein (Erzgebirge) Zschopau Zschorlau ZwönitzKarte
Über dieses Bild

Schlettau ist eine Kleinstadt im Erzgebirgskreis in Sachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Mündung der Roten Pfütze in die Zschopau. Das Waldhufendorf Dörfel liegt nördlich von Schlettau.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Osten grenzt Annaberg-Buchholz an die Stadt, im Südosten Sehmatal, im Süden Crottendorf, im Südwesten Scheibenberg, im Westen Elterlein und im Norden Tannenberg.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Schlettau gehört seit dem 1. Oktober 1996 der Ortsteil Dörfel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Schutz des Überganges über die Zschopau und als Wegestation zum Preßnitzer Pass legte man um 1100 ein Kastell an. Das Gebiet gehörte den Schönburgern und oblag der Oberhoheit des böhmischen Königs. Am 13. März 1351 erhielten Friedrich und Bernhard von Schönburg Hassenstein (Hasištejn), Preßnitz und Schlettau, das in der Urkunde erstmals überhaupt Erwähnung findet (unter dem Namen Sleten oder Slatin), als Lehen. Am 20. März 1413 kam Schlettau in einem Tauschgeschäft zum Kloster Grünhain. 1367 wird Schlettau oppidum genannt, in der Mitte des 15. Jahrhunderts sind die ersten städtischen Rechte belegt.

Ansicht von Schlettau am Fuße des Scheibenberges um 1701

1515 wurde Schlettau freie Bergstadt. 1527/1529 wurde in der Region die Reformation durch Balthasar Loy und Johannes Bock eingeführt. Mit der damit verbundenen Auflösung des Klosters Grünhain kam Schlettau unter wettinische Herrschaft. Aufgrund der verkehrswichtigen Lage kam es im Dreißigjährigen Krieg mehrfach zum Durchzug plündernder Truppen. Ab 1725 begann man mit dem Kartoffelanbau auf Schlettauer Fluren. Als das Schloss ab Mitte des 18. Jahrhunderts nicht mehr genutzt wurde, verfiel es in zunehmendem Maße. Erst Ende des 19. Jahrhunderts erfolgten umfangreiche Renovierungsarbeiten. Bis dahin hatten Teile des Schlosses als Fabrikgebäude Verwendung gefunden. 1889 erfolgte mit der Eröffnung der Bahnstrecke Annaberg-Buchholz Süd–Schwarzenberg der Anschluss an das Bahnnetz. 1930 ging das Schloss Schlettau in den Besitz der Stadt über.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1996 erfolgte die Eingemeindung von Dörfel.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Oktober 1990 zählte Schlettau 2.985 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:

1993 bis 1997

  • 1993 – 2.844
  • 1994 – 2.823
  • 1995 – 2.820
  • 1996 – 2.854
  • 1997 – 2.794

1998 bis 2002

  • 1998 – 2.789
  • 1999 – 2.790
  • 2000 – 2.799
  • 2001 – 2.787
  • 2002 – 2.772

2003 bis 2007

  • 2003 – 2.753
  • 2004 – 2.758
  • 2005 – 2.732
  • 2006 – 2.705
  • 2007 − 2.691

ab 2009

  • 2009 − 2.598
  • 2012 − 2.468
  • 2013 − 2.456
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[3]
Wahlbeteiligung: 53,5 %
 %
50
40
30
20
10
0
39,3 %
43,2 %
10,1 %
7,3 %
FWBF
Schloss
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Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Freie Wähler Bürgerforum (FWBF): 6 Sitze
  • CDU: 6 Sitze
  • Schloss Schlettau: 1 Sitz
  • GRÜNE: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Conny Göckeritz (Grüne) setze sich bei der Bürgermeisterwahl am 7. Juni 2015 mit 67,9 Prozent gegen Amtsinhaber Axel Bräuer (CDU) durch. Göckeritz ist der erste Bürgermeister von Bündnis90/Die Grünen im Erzgebirge und im Freistaat Sachsen der zweite seit Erich Homilius 1994 Bürgermeister von Hohenstein-Ernstthal wurde.[4]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Partnerstadt ist Místo (Platz) in Tschechien (seit 2004)
  • Städtefreundschaft besteht mit Schnaittach (Mittelfranken)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Stadt führt die Ferienstraße Silberstraße. Das bekannteste Tourismusziel ist das Schloss Schlettau. Im darin untergebrachten Museum werden unter anderem historische Exponate der Posamentenherstellung, die in Schlettau heimisch war, gezeigt. Im Zentrum der Stadt steht eine restaurierte Kursächsische Postmeilensäule.

Kirchenmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Kantorei St. Ulrich.

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am Naturschutzzentrum steht ein Gedenkstein für einen namentlich bekannten sowjetischen Zwangsarbeiter, der wegen praktischer Lebenshilfe für seine Leidensgenossen von zwei Polizisten 1945 ermordet wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spitzenklöpplerinnen 1936
  • Größter Betrieb des Ortes ist ein Steinbruch zur Gewinnung von Zweiglimmergneis.
  • In Schlettau wird exklusiv der Kräuterschnaps „Grubenfeuer“ hergestellt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Schlettau (Erzgeb) (2010)

Schlettau liegt an der Bundesstraße 101. Die alte Wegverbindung zum Preßnitzer Pass vom Kloster Grünhain hat heute keinerlei überregionale Bedeutung mehr.

Auf der durch die Stadt führenden Bahnstrecke Annaberg-Buchholz–Schwarzenberg (- Aue) wurde 1997 der Personenverkehr eingestellt, die Strecke wird lediglich mehrmals im Jahr von dem Verein Sächsischer Eisenbahnfreunden (VSE) in Schwarzenberg bei Sonderfahrten befahren (Erzgebirgische Aussichtsbahn). Einst lag hier der Ausgangspunkt der Stichstrecke nach Crottendorf, welche bis Walthersdorf die Trasse nach Annaberg-Buchholz benutzte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Greifenhagen, Fabrikant und Begründer einer Stiftung in Schlettau
  • Ferdinand Edelmann, Fabrikant in Schlettau

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtverwaltung Schlettau: Festschrift zur ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt Schlettau vor 650 Jahren – Chronik der Stadt Schlettau 1351–2001. Verlag Bergstraße: Annaberg-Buchholz, 2001.
  • Von Annaberg bis Oberwiesenthal (= Werte der deutschen Heimat. Band 13). Schlettau, Krs. Annaberg. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1968, S. 106–112.
  • Richard Steche: Schlettau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 86.
  • Schlettau, in: Max Grohmann: Das Obererzgebirge und seine Städte. Graser, Annaberg 1903
  • Schlettau bei Annaberg. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 10. Band, Zwickau 1823, S. 345–353.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  3. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  4. Wahlsieg ohne Veggie-Day. Freie Presse, 8. Juni 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schlettau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Schlettau – Quellen und Volltexte