Schleuse Friedrichsfeld

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Große (l) und kleine (r) Schleuse
Lage der Schleusengruppe am Kanal

Die Schleusen Friedrichsfeld gehören – vom Rhein her – zur ersten der sechs Kanalstufen des Wesel-Datteln-Kanals (WDK) bei Kanalkilometer 1,85 in Voerde-Emmelsum bei Wesel.

Die Schleusengruppe Friedrichsfeld befindet sich unweit der Abzweigung des Wesel-Datteln-Kanals vom Rhein. Die Fallhöhe ist abhängig vom Rheinwasserstand. Bei Hochwasser des Rheins kann der Wasserstand rheinwärts sogar höher sein als im Kanal, so dass in den Kanal nicht wie üblich zu Berg, sondern zu Tal geschleust werden muss. Das Oberwasser hat einen Wasserstand von 22,5 Meter ü. NN. Das Unterwasser bei einem Mittelwasserstand des Rheins hat eine Höhe von 15,65 Meter ü. NN. Bei Hochwasser des Rheins beträgt die Höhe des Unterwassers 23,72 Meter ü. NN.

Die große Schleuse Friedrichsfeld wurde 1930 mit der Errichtung des Kanals eröffnet. Sie hat eine Länge von 220 und eine Breite von 11,84 Meter. Ober- und unterwasserseitig wird diese Schleuse durch Hubtore geschlossen, wobei das Gewicht des Untertores 45 Tonnen beträgt. Die große Schleuse fasst 20.000 Kubikmeter. Das Hubgerüst der Tore besitzt eine Höhe von 24,5 Meter. Die Schleusentore wurden 1992 erneuert.

Die kleine Schleuse hat eine Länge von 110 und eine Breite von 11,64 Meter. Die Schleuse wurde 1964 errichtet. Sie besitzt oberwasserseitig ein Hubsenktor und unterwasserseitig ein Stemmtor. Das Fassungsvermögen beträgt 10.000 Kubikmeter.

Die Bergfahrt an der großen Schleuse dauert circa 30, an der kleinen etwa 15 Minuten. Täglich passieren durchschnittlich 120 Schiffe die beiden Schleusen.

An der Schleusengruppe Friedrichsfeld befindet sich eine Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Meiderich zur Erhebung der Schifffahrtsabgaben. An diesem Stichkanal liegt auch die Marina Munderloh mit zwölf Liegeplätzen, davon zwei Gästeplätze. Südlich der Kanalstufe auf der Rheinseite liegt der Hafen Emmelsum, nördlich der Rhein-Lippe-Hafen.

Das seit der Inbetriebnahme des Kanals 1931 vorhandene Rückpumpwerk dient zunächst dazu, das ins Unterwasser abgelaufene Schleusungswasser ins Oberwasser zurückzupumpen. Darüber hinaus kann über die ganze Pumpwerkskette des WDK bei Bedarf Rheinwasser in Richtung Kanalkreuz Datteln gepumpt werden zur Speisung der Scheitelhaltung Herne/Datteln-Münster des Westdeutschen Kanalnetzes. Von den fünf Pumpen mit einer Förderleistung von jeweils 5000 Litern pro Sekunde werden maximal vier gleichzeitig betrieben.

Die Schleusengruppe Friedrichsfeld ist Teil der Route der Industriekultur.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DIN 4054, Verkehrswasserbau, Begriffe, September 1977

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schleuse Friedrichsfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 37′ 44,8″ N, 6° 36′ 58,4″ O