Schleuse Kannenburg

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Schleuse Kannenburg
Schleuse Kannenburg

Schleuse Kannenburg

Lage
Schleuse Kannenburg (Brandenburg)
Schleuse Kannenburg
Koordinaten 53° 4′ 29″ N, 13° 23′ 30″ OKoordinaten: 53° 4′ 29″ N, 13° 23′ 30″ O
Land: DeutschlandDeutschland Brandenburg
Gewässer: Havel, Obere Havel-Wasserstraße, Templiner Gewässer
Gewässerkilometer: km 3,60
Daten
Eigentümer: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
Zuständiges WSA: Oder-Havel
Stilllegung: seit 22. Dezember 2017 gesperrt[1]
Schleuse
Typ: Selbstbedienungsschleuse
Wird gesteuert von: Überwachungszentrale Zehdenick
Obertor: Stemmtor
Untertor: Stemmtor
Sonstiges
Stand: 033080 40638

f1

Die Schleuse Kannenburg, umgangssprachlich auch Kannenburger Schleuse genannt, befindet sich bei Kilometer 3,60 der Templiner Gewässer im äußersten Südwesten des Landkreises Uckermark in der Stadt Templin im Norden Brandenburgs. Eine erste Schleuse an der Stelle wurde bereits 1795 errichtet. Zuständig ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oder-Havel.

Sperrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Begutachtung durch die Bundesanstalt für Wasserbau im November 2017 wurde die Schleuse Kannenburg aufgrund irreparabler Schäden an den Holzspundwänden der Schleusenkammer mit sofortiger Wirkung gesperrt. Sie ist die Eingangsschleuse zu den beliebten Templinern Gewässern. Eine ausreichende Standsicherheit könne nicht mehr nachgewiesen werden und durch ein unvorhersehbares, spontanes Versagen könnten in der Schleuse befindliche Boote gefährdet werden. Die Schleuse Kannenburg ist seit dem 22. Dezember 2017 bis auf Widerruf für die gesamte Schifffahrt gesperrt.[2]

Im September 2018 war das Neubauvorhaben mit einer Partnerschaftsvereinbarung zwischen der Stadt Templin und dem damaligen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde auf den Weg gebracht worden. Die Kommune realisiert für den Bund den Neubau der Schleuse. Der Bund übernimmt sämtliche Kosten. Grund für diese ungewöhnliche Maßnahme sind nicht genügend eigene Planungskapazitäten. Ende September 2019 begannen erste bauvorbereitende Arbeiten für den Ersatzneubau der Schleuse. Zur Bereitstellung einer Arbeitsebene für Baufahrzeuge wird die Schleuse teilweise verfüllt. Baustraßen auf dem Schleusengelände werden angelegt. Die vorbereitenden Baumaßnahmen dauerten etwa zwei Wochen. Ab Mitte Oktober wurden Baugrunderkundungen durchgeführt. Diese dauerten bis Ende des Jahres 2019. Danach folgten Kampfmittelsondierungen durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg. Die Kosten der Verfüllung betrugen rund 100.000 € und wurden vom Bund getragen.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste umfassende wirtschaftliche Erschließung der Templiner Gewässer erfolgte ab dem Jahr 1745. Die Templiner Gewässer bestehen aus dem Templiner Kanal, auch regional Templiner Wasser genannt, sowie mehreren Seen. Erreichbar ist die Wasserstraße über die Oberen Havel-Wasserstraße.

Bauwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erschließung der Templiner Gewässer für die Binnenschifffahrt begann im Jahre 1745.[4] Die erste Schleuse Kannenburg entstand 1795 als einfache Kammerschleuse mit schrägen Wänden, die mit einer Grasfläche bedeckt waren und Faschinen zur Befestigung, ähnlich einer frühen Buschschleuse. 1838 wurde die Schleuse vom 1. August bis Ende Oktober des Jahres umfangreich repariert.[5] 1906 erfolgte ein Neubau der Schleuse Kannenburg, angepasst an das Großfinowmaß mit schrägen Wänden, die mit Steinplatten belegt wurden, gegründet auf einer hölzernen Spundwand. Die Häupter wurden aus Ziegeln errichtet und teilweise mit Naturstein verkleidet. Die Schleuse wird durch hölzerne Stemmtore verschlossen. Die nutzbare Schleusenlänge betrug zuletzt 41,50 Meter und die Breite 5,30 Meter. Die mittlere Fallhöhe beträgt 1,41 Meter.

Anmerkung: Alle Angaben beziehen sich auf die alte, jetzt gesperrte Schleuse.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H.-J. Uhlemann: Berlin und die Märkischen Wasserstraßen. DSV-Verlag, Hamburg 1994, S. 167 ff. ISBN 3-344-00115-9.
  • Schriften des Vereins für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e. V. WESKA (Westeuropäischer Schifffahrts- und Hafenkalender), Binnenschifffahrts-Verlag, Duisburg-Ruhrort. OCLC 48960431

Karten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Folke Stender: Redaktion Sportschifffahrtskarten Binnen 2. Nautische Veröffentlichung Verlagsgesellschaft, ISBN 3-926376-10-4.
  • W. Ciesla, H. Czesienski, W. Schlomm, K. Senzel, D. Weidner: Schiffahrtskarten der Binnenwasserstraßen der Deutschen Demokratischen Republik 1:10.000. Band 4. Herausgeber: Wasserstraßenaufsichtsamt der DDR, Berlin 1988, OCLC 830889996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schleuse Kannenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MOZ.de Märkisches Medienhaus abgerufen am 14. Januar 2020
  2. Nachrichten für die Binnenschifffahrt ELWIS abgerufen am 14. Januar 2020
  3. Pressemitteilung WSA abgerufen am 15. Januar 2020
  4. Hans-J. Uhlemann: Berlin und die Märkischen Wasserstraßen S. 171
  5. Amtsblatt der Regierung in Potsdam S. 334