Schleuse Meiderich

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Schleuse Meiderich
Unterhauptturm der Schleuse

Unterhauptturm der Schleuse

Lage
Schleuse Meiderich (Nordrhein-Westfalen)
Schleuse Meiderich
Koordinaten 51° 27′ 3,8″ N, 6° 46′ 32,2″ OKoordinaten: 51° 27′ 3,8″ N, 6° 46′ 32,2″ O
Land: Deutschland / Nordrhein-Westfalen
Ort: Duisburg-Meiderich
Gewässer: Rhein-Herne-Kanal
Gewässerkilometer: km 0,72 – 0,91
Daten
Zuständiges WSA: WSA DU-Meiderich
Bauzeit: 1978–1980
Schleuse
Typ: Kammerschleuse
Kategorie: Vb
Nutzlänge: 190,00 m
Nutzbreite: 11,89 m
Höhe Oberwasser: 25 m ü. NHN
Durchschnittliche
Fallhöhe:
7,35 m
Obertor: Hubsenktor
Untertor: zweigeteiltes Hubtor
Sonstiges
Website: Seite bei dem WSA

Die Schleuse Meiderich gehört – vom Rhein her – zur ersten der fünf Kanalstufen des Rhein-Herne-Kanals (RHK). Sie befindet sich in Duisburg im Stadtteil Meiderich kurz östlich der Duisburg-Ruhrorter Häfen. Sie ist die einzige Schleuse dieser Kanalstufe.

Wasserstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserstraßennetz in Duisburg

Das Wasserstraßennetz in Duisburg verbindet die Ruhr und den RHK speziell durch den Verbindungskanal oberhalb der Ruhrschleuse Duisburg.

Vom Rhein aus kann sowohl über den Hafenkanal (mit den Duisburg-Ruhrorter Häfen) und die Schleuse Meiderich als auch über die Ruhr und die Ruhrschleuse Duisburg kanalaufwärts und flussaufwärts gefahren werden.

Der Rhein-Ruhr-Hafen in Mülheim an der Ruhr wird über den Schleusenkanal (inoffiziell bekannt als Ruhrschifffahrtskanal) und die Ruhrschleuse Raffelberg angefahren. Der Schleusenkanal schneidet die weiten, für die Binnenschifffahrt ungeeigneten Ruhrschleifen ab.

Der RHK zweigt am Hafenkanal der Duisburg-Ruhrorter Häfen nach Norden ab. Über ihn kann Waltrop erreicht werden, wo der RHK endet und in den Dortmund-Ems-Kanal (DEK) übergeht. Dieser führt einerseits weiter nach Norden und andererseits über die Kanalstufe Henrichenburg nach Südosten in den Hafen Dortmund. Über den DEK nach Norden kann das Kanalkreuz in Datteln (Dattelner Meer) erreicht werden, dort zweigen der Datteln-Hamm-Kanal (DHK) in Richtung Osten und wenig weiter nördlich der Wesel-Datteln-Kanal (WDK) nach Nordwesten ab.

Die Schleuse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1980 wurde die heutige Schleuse fertiggestellt, deren 24 m hohes Untertor mit dem Steuerstand eine weithin sichtbare gelbe Landmarke in die Hafen- und Ruhrlandschaft setzt. Der Vorhafen der alten Schleuse ist heute noch im Unterwasser an der Mauerung der Kanalwände zu erkennen. Als Reserveplatz für einen eventuell nötigen Neubau der Schleuse wird er nicht verfüllt.

Der Vorgängerbau der heutigen Schleuse wurde mit der Kanaleröffnung 1914 in Betrieb genommen. Anstelle der alten 165 m langen und 10 m breiten Schleusenkammer hat die neue eine nutzbare Länge von 190 m und eine Breite von 12 m, sodass auch große Schubverbände mit Leichtern der Europa-Klasse II die Schleuse passieren können.

Die Fallhöhe ist abhängig vom Rheinwasserstand. Bei entsprechendem Hochwasser des Rheins kann der Wasserstand rheinwärts sogar höher sein als im Kanal, so dass in den Kanal nicht wie üblich zu Berg, sondern zu Tal geschleust werden muss. Die Schleuse hat kein eigenes Pumpwerk, sondern die Pumpen im Hafenbecken C des Ruhrorter Hafens sorgen für das Rückpumpen des Wassers in den Kanal.

Die Schleuse kann von einer Person bedient werden. Hier am Beginn des Kanals befindet sich die Hebestelle für die Nutzungsgebühren, die ein- und ausfahrenden Schiffe werden registriert. Von hier werden auch die Ruhrschleusen Duisburg und Raffelberg gesteuert. Etwa 25.000 Schiffe mit insgesamt 15 Millionen Tonnen Fracht passierten 1996 die Meidericher Schleuse.

Die Kanalstufe wurde mit nur einer Schleusenkammer ausgestattet, da die nahegelegene Ruhrschleuse Duisburg die Funktion einer zweiten Kammer übernehmen kann.

Karte des Kanals mit Häfen, Schleusen u.v.a.m.

Im Januar 2011 rammte ein Tankschiff das Tor im Unterwasser, das aufgrund des Hochwassers zu dieser Zeit zu Tal statt zu Berg schleuste. Der Kanal wurde danach für mehrere Tage gesperrt.[1] Zwar wurde der Kanal danach wieder für die Schifffahrt freigegeben, jedoch ist die Beschädigung des Tores auch Ende 2013 nach wie vor erkennbar.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schleuse Meiderich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Schleuse Meiderich in Duisburg bleibt nach Schiffsunfall wohl Tage gesperrt“, Der Westen am 17. Januar 2011. Zugriff am 1. November 2013.