Schließanlage

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel erläutert Schlüssel-/Schloßsysteme, Gerätschaften (automatische Schließanlagen/-systeme) siehe Türschließer.
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Schema für eine Zentralschlossanlage.
Schema für eine Hauptschlüsselanlage.
Schema für eine Zentral-Hauptschlüsselanlage.
Schema für eine General-Hauptschlüsselanlage.

Eine Schließanlage ist ein aus mehreren Schließzylindern bestehendes Schließsystem, wobei die einzelnen Schließzylinder in funktionalem Bezug zueinander stehen.

Grundtypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schließanlagen werden in folgende Grundtypen unterschieden:

Gleichschließende Anlagen

Gleichschließend oder gleichsperrend heißt, dass mehrere baugleiche Schlösser mit nur einem Schlüssel geschlossen werden können. So sind zum Beispiel bei den meisten Autos alle Schlösser gleichschließend. Das heißt, dass man mit nur einem einzigen Schlüssel alle Türen, das Zündschloss, den Tankdeckel und den Kofferraum auf- bzw. zuschließen kann. So können auch verschiedene Schlösser wie Vorhängeschlösser, Türschlösser und Schrankschlösser gleichschließend angefertigt sein (siehe Einheitsschloss). Im engeren Sinne zählt eine Gleichschließung nicht zu den Schließanlagen.

Zentralschlossanlagen

Zentralschlossanlagen (kurz Z-Anlagen) bestehen aus einem oder mehreren Zentralschlössern, die von allen Schlüsseln der Anlage geschlossen werden können. Neben den Zentralschließungen bestehen Einzelschließungen, die ihrerseits nur vom zugehörigen Schlüssel geschlossen werden können, und nicht von den anderen Schlüsseln der Anlage. Typische Zentralschließanlagen finden sich in Mietshäusern. Dort sind der Haupteingang und beispielsweise der Kellerzugang als Zentralzylinder ausgelegt. Alle Schlüssel der Anlage können diese Zylinder betätigen. Die Wohnungstüren sind Einzelschließungen.

Hauptschlüsselanlagen

Hauptschlüsselanlagen (kurz HS-Anlagen) sind hierarchisch aufgebaute Systeme. Es gibt einen oder mehrere übergeordnete Schlüssel, die Hauptschlüssel, die in allen Zylindern der Anlage schließen. Die Einzelschlüssel hingegen können nur diejenigen Schließzylinder schließen, für die sie angefertigt wurden. Hauptschlüsselanlagen werden beispielsweise in Schulen eingesetzt. Die Schlüssel der Klassenräume können hier beispielsweise nicht den Haupteingang schließen, während die übergeordneten Schlüssel jedoch bei allen Türen der Anlage passen.

Zentral-Hauptschlüsselanlagen

Zentral-Hauptschlüsselanlagen (kurz Z/HS-Anlagen), auch kombinierte Hauptschlüssel-Zentralschloßanlagen (KHZ), sind Schließanlagen, die die Eigenschaften von Zentralschlossanlagen und Hauptschlüsselanlagen vereinen. Alle Einzelschlüssel schließen ein Zentralschloss, es gibt aber auch einen Hauptschlüssel, der alle Schließzylinder schließt. Anwendungsbeispiel ist ein Hotel, in dem die Gästeschlüssel das jeweilige Zimmer und die Haustüre schließen, der Zimmerservice hat einen Hauptschlüssel, der alle Schließzylinder schließt.

General-Hauptschlüsselanlagen

General-Hauptschlüsselanlagen (kurz GHS-Anlagen) sind erweiterte Hauptschlüsselanlagen mit zusätzlichen Hierarchiestufen. Es gibt Einzelschließungen, die in Gruppen zusammengefasst werden. Diesen Gruppen werden Schlüssel zugewiesen. Ein Gruppenschlüssel schließt mehrere Einzelschließungen. Mehrere Gruppen werden in Hauptgruppen zusammengefasst. Hauptgruppenschlüssel schließen Einzelschließungen aus mehreren Gruppen. Der Generalhauptschlüssel, kurz oft Generalschlüssel, schließt alle Zylinder der Anlage. Wenn es sich um eine große Schließanlage mit sehr vielen Hierarchieebenen handelt werden gelegentlich die Schlüssel der 2. Hierarchieebene als Hauptschlüssel bezeichnet, ebenso verwendet man Obergruppenschlüssel und Untergruppenschlüssel für die Ebenen darunter. Mit absteigender Hierarchie steigt für gewöhnlich die Anzahl der verschiedenen Schlüssel. Generalhauptschlüsselanlagen werden in großen Bürogebäuden oder in Universitäten eingesetzt.

Kennzeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiel für eine GHS-Schließanlage

Für eine Schließanlage wird üblicherweise ein Schließplan erstellt, der die Zuordnung der Schlüssel zu den Schlössern und die Bauform der Schlösser festlegt. Jede Schließanlage hat eine eindeutige, registrierte Nummer, was im Brandfall oft für die Feuerwehr wichtig ist. Die Nummer wird in den Griff (Reide) der Schlüssel eingeprägt und auch auf den Zylindern der Anlage angebracht. Die Kennzeichnung kann aus Buchstaben, Ziffern oder Kombinationen von beidem bestehen. Es können Wohnungsnummer, Türnummern o. ä. integriert werden. Aus dem Schließplan wird mit der Nummerierung die genaue Funktion des Schlüssels ersichtlich, d. h. welche Türen damit gesperrt werden können. Wenn die Nummer stirnseitig auf dem Schlüssel angebracht ist, kann sie sogar im eingeführten Zustand abgelesen werden, was oft in größeren Objekten (Flughäfen, Krankenhäusern u. ä.) der Fall ist.

In der Regel wird zu jeder Schließanlage eine Sicherungskarte als Eigentumsnachweis ausgestellt. Ohne diese Sicherungskarte lassen sich keine Nachschlüssel beschaffen.

Bauarten und Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mechatronischer Wendeschlüssel

Innerhalb von Schließanlagen wird zwischen mechanischen und mechatronischen Schließzylindern unterschieden. Rein mechanische Schließanlagen werden heutzutage meistens mit Zylinderschlössern hergestellt. Bei mechanischen Schließzylindern wird wiederum zwischen konventionellen Systemen und Wendeschlüsselsystemen unterschieden. Bei der Verwendung von konventioneller Schließtechnik, sogenannten Zackenschlüsseln, werden Hierarchiestufen durch eine Trennung der Sperrstifte im Zylinder erreicht. Bei Schlüsseln mit Bohrmulden werden entweder ebenfalls die Stifte mehrfach geteilt, oder die übergeordneten Schlüssel enthalten mehr oder weniger Bohrmulden, die teilweise in den untergeordneten Zylindern nicht abgefragt werden. Zur detaillierteren Beschreibung siehe Generalschlüssel.

Ein Maximum an Sicherheit erreichen Schließsysteme mit einem zusätzlichen in der Schlüsselreide (Schlüsselendstück, das mit den Fingern angefasst wird, auch Schlüsselkopf genannt) integrierten elektronischen Transpondersystem, das Daten mit dem elektronischen Zylinder austauscht, der dann wiederum die endgültige Freigabe über eine elektrisch betriebene Kupplung vollzieht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carsten Biehlig: Haustechnik für Verwalter, Vermieter und Makler. Haufe-Lexware, 2005, ISBN 9783448055436, S. 243–248.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]