Schlitzblatt-Karde

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Schlitzblatt-Karde
Blütenköpfe der Schlitzblatt-Karde (Dipsacus laciniatus)

Blütenköpfe der Schlitzblatt-Karde (Dipsacus laciniatus)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Unterfamilie: Kardengewächse (Dipsacoideae)
Gattung: Karden (Dipsacus)
Art: Schlitzblatt-Karde
Wissenschaftlicher Name
Dipsacus laciniatus
L.

Die Schlitzblatt-Karde (Dipsacus laciniatus), auch Schlitzblättrige Karde oder Gelappte Karde genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Karden (Dipsacus) in der Unterfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae). Sie gilt in Österreich als heimisch, in Deutschland hingegen als eingebürgerter Neophyt. Die Schlitzblatt-Karde ähnelt der Wilden Karde (Dipsacus fullonum).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schlitzblatt-Karde ist eine zweijährige oder mehrjährige hapaxanthe Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 120, nicht selten aber auch über 300 cm erreicht[1]. Die Stängel sind dickstachelig. Die Stängelblätter sind am Grund paarweise schüsselförmig verwachsen (Wassersammelbecken, sogenannte Phytotelmen), fiederspaltig und am Rand borstig bewimpert. Die Hüllblätter sind verlängert und stehen weit ab (im Gegensatz zur Wilden Karde, Dipsacus fullonum, bei der sie bogig aufsteigen). Die walzenförmigen Blütenköpfe sind kegelförmig. Die Blüten sind im Unterschied zu denen der Wilden Karde weiß.

Blütezeit ist von Juli bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt n = 9.[2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schlitzblatt-Karde kommt im warmen bis warmgemäßigten Europa und West-Asien an frischen bis feuchten Ruderalstellen und Waldrändern vor. Sie kommt auf feuchten bis frischen, nährstoff- und basenreichen Lehm- und Tonböden vor. Sie gedeiht in Mitteleuropa in Gesellschaften der Klasse Artemisietea.[3]

In Österreich tritt die Art selten in den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich, Nordtirol und Wien sowie unbeständig in Kärnten, Oberösterreich und der Steiermark in der collinen Höhenstufe auf und gilt als gefährdet. Sie tritt hier an Waldrändern, in Auen, auf Ruderalstellen und auf Friedhöfen auf.[4]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schlitzblatt-Karde wird selten als Zierpflanze in Naturgärten genutzt. Die Fruchtstände finden für Kränze und Trockensträuße Verwendung.[5]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.
  •  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bochumer Botanischer Verein, Bilder vom Habitus mit Größenvergleich
  2. www.floraweb.de
  3.  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 885.
  4.  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
  5.  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schlitzblatt-Karde – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien