Schloss Kunrau

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Schloss Kunrau, Gartenseite

Schloss Kunrau ist ein Schloss im Ort Kunrau in Sachsen-Anhalt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss wurde von 1859 bis 1861 für Theodor Hermann Rimpau, den Leiter der Meliorationsarbeiten im Drömling, gebaut. Der Architekt war ein Schüler Karl Friedrich Schinkels. Der Baustil orientierte sich an Villen in Berlin-Tiergarten. 1905 übernahm ein Schwiegersohn Rimpaus, Wilhelm Beseler, das Gebäude. Es folgte 1909 ein Umbau im Stile der italienischen Renaissance. Im unteren Teil des Schlossturms befand sich ein Wintergarten.

Schloss Kunrau, Straßenseite

Nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs erfolgten Plünderungen und Zerstörungen, denen das wertvolle Mobiliar des Schlosses zum Opfer fiel. Es folgte bis 1949 eine Nutzung des Schlosses als Flüchtlingsunterkunft. Anschließend wurde das Gebäude zu einem Kulturhaus umgebaut. Die vier Gesellschaftsräume der ersten Etage wurden dafür zu einem großen Saal umgebaut.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Turm des Schlosses ist 22,5 Meter hoch. Von der Innengestaltung blieben Stuckdecken im Eingangsbereich, ein Erkerfenster mit Blick in das Foyer sowie Holzschnitzereien an der Balustrade bis heute erhalten.

Schlossturm

An das Schloss schließt sich ein Schlosspark an, der als Baumpark mit Naturlehrpfad angelegt ist.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das sanierte Schloss war bis 2009 Sitz der Gemeindeverwaltung Kunraus und der Verwaltungsgemeinschaft Klötze. Heute beherbergt das Schloss das Naturerfahrungszentrum mit Ökoschule; Träger ist der Zweckverband Drömling. Der Fremdenverkehrsverein Jeetze-Ohre-Drömling hat hier seine Geschäftsstelle und ein kleines Museum über die Geschichte des Drömling. Im Grünen Saal finden Trauungen statt und die anderen Säle können für Veranstaltungen und private Feiern gemietet werden. Auch nutzen die Vereine aus Kunrau und Umgebung das Schloss für ihre Veranstaltungen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Inspektor Berger: Beschreibung des Rittergutes Cunrau. Berlin 1896.
  • Henriette Beseler: Es war einmal... Über das Rittergut Kunrau. Museums- und Heimatverein Brome e.V., Brome 1997.
  • Corinna Köhlert, Jürgen Blume: Von Schlössern und Burgen in Sachsen-Anhalt. Halle (Saale) 2000, ISBN 3-89812-058-9.
  • Theodor Hermann Rimpau: Die Bewirtschaftung des Rittergutes Cunrau. P. Parey 1887.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Kunrau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 33′ 50,8″ N, 11° 1′ 8,9″ O