Schloss Ambras

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Artikel Schloss Ambras und Schloss Ambras Innsbruck (Kunstmuseum) überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. Luftschiffhafen (Diskussion) 17:51, 27. Nov. 2017 (CET)
Südfassade vom Park aus, im Vordergrund der Spanische Saal

Das Schloss Ambras ist ein großes Schlossareal an der heutigen südöstlichen Stadtgrenze der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck im Stadtteil Amras, ein bis zur Eingemeindung 1938 eigenständiges Dorf. Es besteht aus dem Ambraser Hochschloss, dem Ambraser Unterschloss, sowie dem Spanischen Saal, nebst einiger weiterer Verwaltungsgebäude. Das Anwesen liegt auf 635 Meter Höhe inmitten eines weitläufigen Schlossparks, in dem sich kulturhistorische Denkmäler befinden. Der Gebäudekomplex wird von der Burghauptmannschaft Österreich verwaltet, der Schlosspark Ambras von den Bundesgärten Österreich. Im Inneren des Ambraser Hoch- und Unterschlosses befindet sich das Kunstmuseum Schloss Ambras Innsbruck.

Schloss Ambras gehört zu Tirols wichtigsten und besucherstärksten touristischen Attraktivitäten und zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Österreichs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ambras war die Burg der Grafen von Dießen-Andechs, deren Vorfahren schon im 10. Jahrhundert dort ad umbras (im Schattigen) residierten (quellenmäßig dokumentiert für das 11. Jh.). 1133 wurde die Burg von Heinrich dem Stolzen zerstört. Nach 150 Jahren wurde sie wieder aufgebaut. Der letzte Andechser, Herzog Otto VIII. von Meranien, war mit Elisabeth, Tochter des Grafen Albert III. von Tirol, verheiratet; nach Ottos Tod 1248 erbte Albert dessen Herrschaftsgebiet. 1253 starb Albert und nun fiel Ambras dem zweiten Ehemann Elisabeths, Gebhard IV. von Hirschberg zu. Elisabeth starb 1256 ohne Kinder; so erbte der Ehemann der anderen Albert-Tochter, Adelheid, Meinhard I. aus Görz, Ambras und das entstehende Land Tirol.

Ambras blieb landesherrliche Anlage. Zusammen mit der benachbarten Burg Straßfried – zu der Zeit die wichtigere, dort saß ein Landhauptmann – kontrollierte sie die Wege zwischen Innsbruck, der Innbrücke bei Hall, dem Mittelgebirgsplateau und dem unteren Silltal.

Nach dem Tod der letzten Görzerin, Margarete von Tirol, fiel die Burg 1363 an die Habsburger. Kaiser Maximilian I. nutzte sie als Jagdschloss.

In der Renaissance wurde die mittelalterliche Burg von Erzherzog Ferdinand II. (1529–1595) ausgebaut. Er verwandelte Ambras in ein Prunkschloss und überschrieb es seiner heimlich geehelichten bürgerlichen Frau Philippine Welser.

Als Tirol nach 1665 nicht mehr Sitz eines Landesfürsten und weitgehend der höfischen Repräsentation entzogen war, diente das Schloss bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts unterschiedlichen Zwecken wie Truppenquartier und Militärspital. Zuletzt war es bis 1842 Militärkasserne,[1] ehe das Schloss im 19. Jahrhundert Ambras unter dem Statthalter von Tirol 1855–1861, Erzherzog Karl Ludwig, wieder für Wohnzwecke ausgebaut wurde.

Das Museum k.k. Anbraser Sammlungen wurde 1880 eröffnet.

Nach 1913 sollte Schloss Ambras Sommersitz der Familie von Erzherzog Franz Ferdinand werden.[2] Der Thronfolger wurde aber 1914 ermordet. Nach der Abschaffung der Monarchie fiel Ambras 1919 mit dem Habsburgergesetz an die Republik Österreich.

1922 wurde das Museum wiedereröffnet, nachdem die 1913 begonnen Umbauten durch Ausbruch des 1. Weltkriegs 1914 eingestellt werden mussten.

Nachdem das Museum durch den 2. Weltkrieg geschlossen war, erfolgte die Wiedereröffnung nach 1948.

Die silberne Euro-Gedenkmünze Österreichs aus dem Jahr 2002

Die erste silberne Euro-Gedenkmünze Österreichs zeigt Schloss Ambras.[3]

Bauanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Ambras auf einem Stich von Matthäus Merian (Mitte des 17. Jahrhunderts)

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der ursprünglichen Burg der Grafen Andechs ist im heutigen Baubestand nichts mehr erhalten, da sie 1133 zerstört wurde. Bergfried, Palas und die Grundmauern der Kapelle stammen aus dem 13. und 14. Jh., als Ambras sich im Besitz der Görzer befand.

Das Kreuzgewölbe des Palas geht auf Sigmund den Münzreichen zurück.

Der Wandel zum Renaissanceschloss vollzog sich durch die Umbauten von Erzherzog Ferdinand II. (1529–1595), der die Burg im Juni 1564 um 15.300 fl. erwarb. Baumeister waren Giovanni und dessen Sohn Alberto Luchese, nach Plänen des Architekten Giovanni Battista Guarienti (Johann Guarient; oder Quarient), wobei Ferdinand II, nachweislich die Bauentwicklung im Planungsstadium mitbestimmte. Dabei wurde auch der Spanische Saal errichtet und mit dem Bau des "Unterschlosses" begonnen, einer unregelmäßigen, im Osten geöffneten, als Fünfeck konzipierten selbständigen Anlage, um die Bibliothek und das Museum unterzubringen. Es war damals einer der frühesten expliziten Museumsbauten überhaupt und ist heute der einzige noch erhalte der Renaissance, in der die Sammlungen immer noch ausgestellt sind. Auch entstanden das "Ballspielhaus", das "Beamtenhaus" und das "Schlosswärterhaus".

  • 1564–1567 Umbau Hochschloss und Ausbau des westlich gelegenen Vorschlosses (mit Küche und Speisesaal)
  • 1569–1571 Spanischer Saal
  • 1570–1572 "Kornschütt" mit Bibliothek, Antiquarium und Jagdrüstkammer
  • 1572–1583 "Kunst- & Wunderkammer" sowie drei Rüstkammern
  • 1589 Nachträglicher Anbau der "Heldenrüstkammer" (abgetragen 1881)[4]
Historische Aufnahme von Schloss Ambras in der Ansicht des 18. Jahrhunderts.

Im 19. Jahrhundert wurde Ambras von Architekt Ludwig Förster und später dessen Sohn Heinrich unter dem Statthalter von Tirol (1855–1861), Erzherzog Karl Ludwig wieder für Wohnzwecke ausgebaut.[5]

  • 1855–1858 neugotische Zubauten:
    • Aufgestocktes viertes Stockwerk des Bergfrieds mit bekrönendem Türmchen
    • Treppenturm an der Südfront
    • Balkone an der Nord- und Westfassade
    • Neuer Tortrakt
    • Neue Fassade der Westseite des Spanischen Saals in Stufengiebelform
    • Badehaus im Keuchengarten (nicht mehr erhalten)
  • 1863–1867 St.-Nikolaus-Kapelle durch August Wörndle im neugotischen Stil gestaltet
  • 1860 romantische Auffahrtsrampe zum Hochschloss geführt

Einige baufällige Gebäude mussten abgetragen werden, etwa 1880/81 die Heldenrüstkammer und das Ballspielhaus sowie das Sommerhaus im Keuchengarten. Das Vorschloss drohte abzurutschen, weshalb es um das Stockwerk des Speistraktes zurückgebaut wurde.

Die Umwandlung wiederum in ein Museum wurde ab 1877 durch Johann Deininger durchgeführt

  • Neue Fassade beim Spanischen Saal in Form eines Gurtgesims mit horizontalem Aufbau
  • Treppenturm an der Südfront

Das Museum k.k. Anbraser Sammlungen wurde 1880 eröffnet. Im 20. Jahrhundert wurde versucht, die neugotischen Zubauten unter Erzherzog Karl Ludwig wieder rückgängig zu machen, um einem Anblick nahezukommen, wie er durch den frühesten Stich von 1649 des Matthäus Merian bekannt ist. Bereits ab 1913 verschwanden durch den Wiener Dombaumeister Ludwig Simon wieder das vierte Geschoß des Bergfrieds sowie der Gang im Innenhof.

1997 wurde mit der Bauernrüstkammer des Kellergeschoßes ein neuer Eingangsbereich für den Spanischen Saal geschaffen. Ein abgetreppter Terrassenvorbau verstört postmodern die Westfront des Spanischen Saals.

2017 wurde mit dem "Ferdinand Café & Bistro Schloss Ambras" eine neue Gastronomie durch den KHM-Museumsverband in den historischen Räumlichkeiten der »Gotischen Küche« im Hochschloss geschaffen. Die Adaptierung wurde durch den Architekten Christian Knapp des Architekturbüros Kohlmayr, Lutter, Knapp - Gewinner des American Architecture Prize 2017 in den zwei Kategorien Restaurierung und Interior Design -[6][7] umgesetzt.

Innenhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grissailemalereien an der Nordseite des Innenhofs im Hochschloss von Schloss Ambras.

Der Innenhof des Hochschlosses wurde bei der Umgestaltung zum Renaissanceschloss durch Erzherzog Ferdinand II. mit Grisaillemalerei al fresco ausgeschmückt. Mitte des 19. Jahrhunderts dann, durch die Umbauten von Architekt Ludwig Förster, sollten im Innenhof für die bessere Begehbakeit der Räumlichkeiten des ersten und zweiten Stockwerks verglaste Umgänge zur besseren Begehbarkeit der Räumlichkeiten errichtet werden. Die Pläne wurden aber nur im zweiten Stockwerk ausgeführt, wobei eine Loggia aus ferdinandeischer Zeit entfernt wurde. Im Zuge des Rückbaus des Schlosses ab 1913 wurde dieser Gang wieder entfernt.[8] Die letzte größere Restaurierung des Hofes fand in den Jahren 1984–1991 statt.

Schlosspark Ambras[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlosspark Ambras

Der Schlosspark Ambras umgibt das Schloss oberhalb des Stadtteiles Amras. Gleich nach dem Haupteingang sieht man den Großen Weiher. Das mit einer Mauer umgebene Areal ist großteils als englischer Landschaftspark angelegt. Sehenswert ist die Bacchusgrotte, der Keuchengarten und der künstliche Wasserfall, der von einem Seitenarm des Aldranser Bachs gespeist wird. Am nördlichen Eingang des Parks befinden sich die Reste des Kirchturms der ehemaligen St. Georgskirche. Der Park ist seit 1928 im Besitz der Republik Österreich und wird von den Bundesgärten verwaltet. Seit dem Jahr 2007 steht die Anlage unter Denkmalschutz. Im Wesentlichen hat der Ambraser Schlosspark über die Jahrhunderte seine Dreiteilung um das mittig gelegene Renaissanceschloss erhalten: Den Wildpark östlich des Schlosses, west- und nordseitig den landschaftlichen Parkteil und den Keuchengarten als Renaissancegartenanlage[9] an der Südseite.

Geschichte des Schlossparks Ambras[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzherzog Ferdinand II. ließ beim Umbau der Ambraser Burg zum prächtigen Renaissance-Schloss den Schlosspark ab 1567 gestalten. 1574 sind einer detaillierten beschreibung des Stephanus Venandus Pighius Wälder, Fischteiche, Wildgehege, Weingärten, Gärten und Gartenhäuser dokumentiert. Der heutige Wildpark mit Laubmischwald, Felsen, Schluchten, Wegen, Brücken und künstlichem Wasserfall geht auf diese Gestaltungsphase zurück. Westlich und südlich des Hochschlosses gestaltete man Lustgärten. Diese Gartenpartien wurden nach dem Tod des Erzherzogs im Jahr 1595 nicht erhalten: sie wurden landwirtschaftlich genutzt. Der Felsenkeller, die Bacchusgrotte und einige andere Gartengebäude blieben bestehen.

Erzherzog Karl Ludwig ließ ab 1855 als Tiroler Statthalter die Sommerresidenz ausbauen. Dabei gestaltete man die nördlichen und westlichen Partien als Landschaftsgarten. Im Park wurden Solitärbäume und Baumgruppen gepflanzt, im unteren Bereich wurde ein großer Teich angelegt.

In der 2. Hälfte 20. Jahrhunderts erfolgten einige Veränderungen des Parks: Der Bau der Autobahn erforderte eine Flächenreduktion an der Nordseite. Der Bereich des Keuchengartens, einige der ehemals nicht begrünten Höfe und der Zugang vom Westtor wurden entsprechend dem Zeitgeschmack der 1970er Jahre neu gestaltet. Im Wildpark baute man einen Spielplatz.

Kulturdenkmäler des Schlossparks Ambras[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bacchusgrotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von einem starken Pfeiler und vier Gurtbögen gestützte Grotte, ursprünglich "Felsenkeller" genannt, wurde im Auftrag von Erzherzog Ferdinand II. im Park von Schloss Ambras angelegt. Ein Kellergebäude, das auf dem Stich von 1649 des Matthäus Merian zu sehen ist, wurde 1882 abgebrochen. 1574 wird die Bacchusgrotte erstmals im Reisebericht von Stephanus Pighius im Zusammenhang mit der Empfangszeremonie der fürstlichen Gäste geschildert. Den Höhepunkt dieses Rituals stellte die „Trinkprobe“ dar: „verborgene Ketten und Gitter“ hielten dabei die Gäste fest, die sich nur durch das Austrinken eines weingefüllten Gefäßes, des „Willkomms“, befreien konnten. Deshalb wurde die Grotte nach dem römischen Gott des Weines als „Bacchusgrotte“ bezeichnet. Nach bestandener Trinkprobe trugen sich die Gäste mit einem Sinnspruch in eines der drei Trinkbücher ein, die heute noch in den Sammlungen von Schloss Ambras Innsbruck erhalten sind. Sie beinhalten Autogramme wichtiger Persönlichkeiten der Zeit. Ebenfalls bis heute erhalten sind die für den Ritus verwendeten Trinkgläser. Bei den „verborgene Ketten und Gitter“ dürfte es sich um das unvergleichliche an der Rückseite in Eisenschnitttechnik mit floral-grotesker Ornamentik und Jagdmotiven dekorierten Kunstkammerstück des Ambraser Trinkstuhls gehandelt haben: einen aus Eisen gefertigten Stuhl, der durch Scharniere an der Vorder- und Rückseite zusammenklappbar ist. Wer sich auf den Stuhl setzte, wurde durch einen hoch komplexen verborgenen Mechanismus mit Greifarmen an Schultern und Gliedmaßen festgehalten. Der Ambraser Fangstuhl ist heute ein Höhepunkt der Kunst- und Wunderkammer Erzherzog Ferdinands II., wo er sich, einem Eintrag im Nachlassinventar von 1596 zufolge, ursprünglich im siebten Kasten befand.

Seit Anfang des 16. Jahrhunderts wurden ausgehend von Italien europaweit in Gärten und Schlössern nach antikem Vorbild künstliche Grotten angelegt. Als Vorbilder dienten die römischen Nymphaeen des 2. und 3. Jahrhunderts. Darunter verstand man Brunnen- und Höhlenanlagen, die den Nymphen, weiblichen Naturgeistern, geweiht waren.

Keuchengarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Hochschlosses, vor dem Spanischen Saal, liegt der s.g. Keuchengarten. Die sprachliche Herkunft von Keuchen (mhd.) "Gefängnis" dürfe auf den mittelalterlichen, trapezförmigen dreigeschoßigen "Gefangnusturm" an der Südostecke zurückgehen, der beim Umbau zum Renaissanceschloss um 1563 gänzlich in den Neubau einbezogen wurde. Der Keuchengarten liegt auf einem vertieften Terrassenniveau und damit im deutlichen Kontrast zum Höhenniveau des Unterschlosses und seinem Vorhofbereich, der erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begrünt ist. Zur Regentschaft Erzherzog Ferdinands II. wurde im Zentrum des Keuchengartens ein von neun Beetkompartimenten unterteilten Gartengevierts angelegt, in dessen Zentrum ein runder Pavillon mit Säulen und Zwiebeldach errichtet wurde. Im Südosten befand sich das s.g. "Sommerhaus", eine Rotunde, in der Wasserscherze zu erleben waren: ein Ahorntisch, der durch wasserbetriebene Räder zum Drehen gebracht werden konnte und wo die Gäste mit Wasser bespritzt werden konnten.[10] Das Sommerhaus ist nicht mehr erhalten, genauso wenig wie das den Keuchgarten im Osten begrenzende Ballspielhaus. Heute noch besteht ein sechseckiges, gemauertes, turmartiges Gartengebäude an der Nordostecke sowie ein am Hang erhöht liegender Treppenturm in knapper Entfernung darüber.

Nach dem Tod Ferdinands II. 1995 wurde der Keuchengarten in einen Obstanger umgewandelt.

Im 19. Jahrhundert ließ Erzherzog Karl Ludwig ab 1855 als Tiroler Statthalter die Sommerresidenz ausbauen, wobei der Keuchengarten ein nierenförmiges Schwimmbecken mit umgebender formaler gärtnerischer Gestaltung nach Plänen von Heinrich Förster erhielt. Es wurden Buchsbaum-, Eiben- und Blutberbertitzenhecken sowie beschnittenen Buchsbaumkugeln und Eibenkegeln gepflanzt. Seither zeigt der Gartenraum diese landschaftlichen und formalen Umgestaltungen der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Ende des 20. Jahrhunderts kam noch ein gartenhistorisches Zitat der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts hinzu: 1997 gestalteten die Bundesgärten Österreich nach einem Entwurf von Maria Auböck und János Kárász einen Teil des Keuchengartens im Sinne der Renaissance nach einem österreichischen Gartenmusterbuch von Hans Puechfeldner um 1592–94, das in Prag für Kaiser Rudolph II. verfasst worden war.[11]

Kunsthistorisches Museum - Schloss Ambras Innsbruck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unterschloss ist bis heute zum Exponat seiner selbst als ältestes Museum der Welt geworden.

Das Kunstmuseum Schloss Ambras Innsbruck ist das älteste Museum der Welt und zählt zu den international bedeutendsten Kunstmuseen: Das Museum zeigt im Kern die Sammlungen des Renaissancefüsten Erzherzog Ferdinand II. (1529–1595), einen der bedeutendsten Sammler der Habsburger Dynastie. Für die Sammlungen ließ er eigens das Ambraser Unterschloss errichten, einen der frühesten Museumsbauten überhaupt,[12] und der einzige noch erhaltenen der Renaissance, in dem die ursprünglichen Sammlungen heute noch gezeigt werden. Die gezeigten Objekte der Rüstkammern und der Kunst- und Wunderkammer sind an Anzahl und Qualität überragend. Das Museum enthält die einzige noch am Ort erhaltene Kunst- und Wunderkammer der Renaissance. Ferdinand II. setzte hier das systematische Sammeln und Präsentieren um und damit gilt das Museum als der Beginn des modernen Museumswesen.

Erreichbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss kann mit der Innsbrucker Mittelgebirgsbahn Igler (Straßenbahnlinie 6) von der Stadt aus erreicht werden (Haltestelle Schönruh). Von Schönruh, einer bewaldeten Felsklamm am Paschberg zwischen Aldrans und Stadt, erreicht man das Schloss durch einen mittelsteilen Spaziergang abwärts. Von der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 3 erreicht man das Schloss mit einem Spaziergang steilen Anstiegs.

Die Bushaltestelle "Schloss Ambras" am Anfang der Schlossstraße wird von der Postbuslinie 4134 ins östliche Mittelgebirge sowie von der Sehenswürdigkeitenbuslinie des Innsbruck Tourismus TS (The Sightseer) bedient, wurde aber nie durch eine Buslinie an das Netz des städtische Nahverkehrs der IVB (Innsbrucker Verkehrsbetriebe) angebunden.

Die Parkplatzsituation für den Individualverkehr in der Schlossstraße ist prekär und spitzt sich seit der Öffnung der nahe gelegenen Autobahnabfahrt Innsbruck-Mitte im Jahre 2006 zunehmend zu. Bereits seit Ende der 1970er Jahre sind wiederholt Konzepte für erweiterten Parkplatz (zwischen Schlossstraße und Aldranser Straße, im Bereich der ersten Kehre der Aldranser Straße sowie für das Dach der Einhausung der Inntal-Autobahn beim Bichlweg)[13] ausgearbeitet worden, von denen bislang von der Stadt Innsbruck jedoch noch keine umgesetzt wurde.[14] Der vorhandene Parkplatz deckt nicht den Bedarf und führt zu erheblichen Einbußen an Museumsbesuchern sowie zu touristischem Imageverlust. Seit April 2018 ist die Schlossstraße als eine Parkstraße ausgewiesen und damit der städtischen Parkraumbewirtschaftung zugeführt, um zumindest eine minimale Entschärfung um Dauerparker und Wanderer ins südöstliche Mittelgebirge herbeizuführen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

alphabetisch geordnet

  • Gerd Braun: Schloß Ambras als Sommerresidenz des Erzherzogs Carl Ludwig. In: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs. 45, 1997, S. 87–109.
  • Gerd Braun: Schloß Ambras in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In: Tiroler Heimat. 62, 1998, S. 125–150.
  • Gerd Braun: Schloß Ambras in Tirol. In: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege. 36, 2, 1995, S. 99–111.
  • Monika Frenzel: Die Gärten von Schloß Ambras bei Innsbruck. Eisne fürstliche Anlage aus dem 16. Jahrhundert. In: Die Gartenkunst. 3, Nr. 2, 1991, S. 189–194.
  • Josef Garber: Schloß Ambras. (= Die Kunst in Tirol. 14). Filser, Wien 1928.
  • Elisabeth Scheicher: Schloß Ambras und seine Sammlungen. (= Kleine Kunstführer. 1228). Schnell & Steiner, Regensburg 1981, ZDB-ID 51387-8.
  • Ludwig Igálffy von Igály: Die Ambraser Trinkbücher Erzherzog Ferdinands II. von Tirol. Erster Band (1567–1577) Transkription und Dokumentation. (= Schriften des Kunsthistorischen Museums. 12). Wien 2010, ISBN 978-3-85497-192-4.
  • Albert Ilg, Wendelin Boeheim: Das K.K. Schloss Ambras in Tirol. Beschreibung des Gebäudes und der Sammlungen. 1. Auflage. Adolf Holzhausen, Wien 1882. (Nachdruck: BiblioBazaar u. a., 2009, ISBN 978-1-110-23378-6)
  • Florian Martin Müller: Die römischen Meilensteine in Schloss Ambras. In: Sabine Haag (Hrsg.): All'Antica. Götter und Helden auf Schloss Ambras. Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien. Schloss Ambras – Innsbruck, 23. Juni bis 25. September 2011. Wien 2011, ISBN 978-3-99020-006-3, S. 18–23.
  •  Eduard von Sacken: Über die Rüstungen und Waffen der k. k. Ambraser Sammlung In: Mittheilungen der k.k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale. 2, 1857
  • Franz Weller: Die kaiserlichen Burgen und Schlösser in Bild und Wort. Zamarski, Wien 1880, S. 432–446. (Volltext online)
  • Heinrich Zimmermann: Die Renaissance. (…) Erzherzog Ferdinand von Tirol und seine Sammlung in Schloss Ambras. In: Albert Ilg (Hrsg.), Moriz Hoernes (u. a. Mitarbeiter): Kunstgeschichtliche Charakterbilder aus Österreich-Ungarn. Tempsky u. a., Wien u. a. 1893, S. 194–209. (Volltext online 1), (Volltext online 2), (Volltext online 3). (Alternativen wegen jeweils fehlerhafter Digitalisierung).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Ambras – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Veronika Sandichler: Castrum Ameras. 13.-20. Jahrhundert. Ansichten - Modelle - Pläne. Kunsthistorisches Museum Sammlungen Schloß Ambras, Innsbruck 1995.
  2. Besichtigung des Schlosses Ambras durch den Erzherzog-Thronfolger (…). In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 17609/1913, 31. August 1913, S. 8, Mitte links (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.
  3. Schloss Ambras auf der 10 Euro Silbermünze (Memento vom 5. April 2008 im Internet Archive)
  4. Elisabeth Scheicher: Schloss Ambras. In: Johanna Felmayer: Die Kunstdenkmäler der Stadt Innsbruck : die Hofbauten. (= Österreichische Kunsttopographie. Band 47). Wien 1986, S. 508–623.
  5. Veronika Sandichler: Kunsthistorisches Museum Sammlungen Schloß Ambras. Innsbruck 1995.
  6. Winner in Architectural Design / Restoration & Renovation. Abgerufen am 22. Januar 2018.
  7. Winner in Interior Design / Hospitality. Abgerufen am 22. Januar 2018.
  8. Veronika Sandichler: Kunsthistorisches Museum Sammlungen Schloß Ambras. Innsbruck 1995.
  9. Schlosspark Ambras. Eintrag auf der Webseite des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft. Abgerufen am 24. Jänner 2016.
  10. Monika Frenzel: Gartenkunst in Tirol - von der Renaissance bis heute. Tyrolia-Verlag, Innsbruck/ Wien 1998, ISBN 3-7022-2124-7, S. 50–55.
  11. Eva Berger: Historische Gärten Österreichs. Garten und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930. Band 2. Böhlau, Wien/ Köln/ Weimar 2003, ISBN 3-205-99352-7, S. 619–622.
  12. Elisabeth Scheicher: Schloss Ambras. In: Johanna Felmayer: Die Kunstdenkmäler der Stadt Innsbruck : die Hofbauten. (= Österreichische Kunsttopographie. Band 47). Wien 1986, ISBN 3-7031-0621-2, S. 508–623.
  13. Stadtblatt Innsbruck: Parkplatzlösung für Amras. 11. August 2010, abgerufen am 19. Januar 2018.
  14. Stephan Gstraunthaler: Schloss Ambras: Kaum Parkplätze. 8. Oktober 2015, abgerufen am 19. Januar 2018.

Koordinaten: 47° 15′ 23″ N, 11° 26′ 5″ O