Schloss Bützow

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Schloss Bützow (2017)
Wappen und Terrakottenschmuckfries am Nordteil des östlichen Flügels.

Das Schloss Bützow liegt in der Stadt Bützow südlich von Rostock in Mecklenburg-Vorpommern.

Baulichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ursprüngliche Renaissanceschloss ist seit dem Umbau 1910/1911 ein schlichter, dreigeschossiger Putzbau mit hohem Satteldach. Aus dem 13. oder 14. Jahrhundert stammen die Grundmauern und die ehemalige, im Erdgeschoss befindliche und in zwei Jochen kreuzrippengewölbte Kapelle. Mit der Errichtung des linken Vorbaus an der dem Schlossplatz zugewandten Fassade wurde vermutlich im 16. Jahrhundert als Stiegenturm begonnen. Fertiggestellt wurde er nach 1566, als das Gebäude zu einem herzoglichen Schloss umgebaut wurde, mit einem schlicht gegliederten Giebel. Auf der Nordostseite befindet sich ein behelmter, dem Gebäude vorgesetzter Treppenturm. Der Eckturm an der Südseite stammt vom Umbau der Jahre 1910/11.[1]

Von der ursprünglichen Inneneinrichtung ist durch den Umbau 1910/1911 wenig erhalten geblieben. So wurden die ursprünglich hölzernen und bemalten Decken durch Stahlbetondecken ersetzt.[2] Am Nordteil des östlichen Flügels sind Wappen und ein Terrakottenschmuckfries zu sehen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht der Bischofsburg vor dem Umbau im 16. Jahrhundert. Der heute noch existierende Teil ist der linke Gebäudeteil im Bild
Das Schloss nach dem Umbau im Jahr 1760

Im Jahr 1171 wurde die slawische Burg (castrum Butissowe) im Land Bützow (Terra Butissowe) erwähnt. Um 1180 wurde Bützow dann unter Bischof Berno bischöfliche Residenz des Bistums Schwerin und blieb es bis zur Reformation. Aus dieser Zeit stammt die gotische kreuzrippengewölbte Kapelle, die bis zum Jahr 2000[3] das Heimatmuseum beherbergte. Im 13. Jahrhundert wurde die Burg zerstört, danach wieder aufgebaut. Die Güter und auch die Burg wurden Anfang des 14. Jahrhunderts an die Familie von Bülow verpfändet. Erst dem Schweriner Bischof Albrecht von Sternberg gelang es im Jahr 1357, nachdem er mehrere Mitglieder der Familie von Bülow mit dem Bann belegt hatte, im Juni 1363 zum Vergleich zu kommen. Darin gestand er dem Hause Bülow die bischöflichen Residenzen in Bützow und Warin zu.

Das Stift Bützow ging im Zuge der Reformation im Jahr 1540 an Herzog Ulrich von Mecklenburg als Stiftsadministrator. Dieser baute die Burg 1556 zu einem Renaissanceschloss um, an der Fassade sind noch steinerne Wappentafeln von ihm und seiner Frau Elisabeth von Dänemark zu sehen; das Schloss war wohl als Wittum für sie vorgesehen, doch starb sie bereits 1586, lange vor ihrem Mann. Sie erbaute aber in Bützow (wie an etlichen anderen Orten) ein Armenhaus. Das Schloss diente dann dem Stiftshauptmann als Sitz und ab 1713 der Herzogin Sophie-Charlotte als Witwensitz, bis sie 1749 verstarb.

Im Herbst 1760 wurde durch Herzog Friedrich von Mecklenburg (1756–1785) die Friedrichs-Universität Bützow gegründet, die teilweise im Schloss untergebracht war. Schon im April 1789 wurde die Universität wieder mit der Universität Rostock vereinigt und damit in Bützow aufgelöst.

Von 1812 bis 1879 war das Kriminalkollegium (Obergericht) im Schloss angesiedelt. Im Jahr 1910/1911 wurde das Schloss restauriert und umgebaut. Den Auftrag dazu erhielt der Oberlandbaumeister Adolf Prahst.[4] Teile des Schlosses wurden abgerissen. Nach dem Zweiten Weltkrieg, während der DDR-Zeit, waren in dem Gebäude das Kulturhaus und später eine Bibliothek und ein Museum untergebracht. In den 1980er Jahren befanden sich im Untergeschoss das Restaurant Ratskeller, im Erdgeschoss eine Bibliothek, in der ersten Etage das Stadtmuseum und im zweiten Obergeschoss eine Musikschule. Nach der Wende stand das Gebäude leer und wurde erstmals 1993 und dann noch einmal 2001 an private Investoren verkauft. Im Jahr 2010 begann die tiefgreifende Renovierung des Schlosses. Es soll als Wohngebäude genutzt werden.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Schlie: Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. Band 4: Die Amtsgerichtsbezirke Schwaan, Bützow, Sternberg, Güstrow, Krakow, Goldberg, Parchim, Lübz und Plau. Schwerin 1896, S. 71 ff. archive.org
  • Dirk Handorf: Die Bischofsburg in Bützow. In: Josef Traeger: Das Stiftsland der Schweriner Bischöfe um Bützow und Warin. St.-Benno-Verlag, Leipzig 1998, S. 14–15.
  • Neidhardt Krauß: Schlösser, Gutshäuser und Parks in Mecklenburg-Vorpommern. Hinstorff Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-356-00950-8.
  • Jan Tißler: Blick in die Geschichte. Nutzungen des Schlosses. Schweriner Volkszeitung, Band 53, 1998, S. 9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schloss Bützow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Mecklenburg-Vorpommern. Neubearbeitung. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2000, ISBN 3-422-03081-6, S. 90
  2. Gert Steinhagen: Steinerne Bischofsburg entdeckt Schweriner Volkszeitung, Bützower Zeitung, 19. Oktober 2011
  3. Krummes Haus Bützow (Memento des Originals vom 11. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.amt-buetzow-land.de, amt-buetzow-land.de
  4. Fritz Hoßmann: Setzte bauliche Akzente in der Stadt. Landbaumeister Adolf Prahst hinterließ an vielen Stellen in Bützow seine Spuren / Alle Häuser tragen seine spezielle Handschrift. Schweriner Volkszeitung, Bützower Zeitung, 4. Juni 2011
  5. www.svz.de

Koordinaten: 53° 50′ 49,7″ N, 11° 58′ 35,8″ O