Schloss Einersheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Schloss in Markt Einersheim

Das Schloss Einersheim (auch Schloss Markt Einersheim) ist ein ehemaliger Adelssitz in Markt Einersheim im unterfränkischen Landkreis Kitzingen. Es liegt inmitten des Ortes an der Rechteren-Von-Limpurg-Straße.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ursprüngliche Stammsitz der Grafen von Limpurg-Speckfeld war die Burg Speckfeld, die sich noch heute als Ruine auf dem Schlossberg nordöstlich von Markt Einersheims erhalten hat. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde dieser Sitz aufgegeben und Schenk Vollrath von Limpurg-Speckfeld verlegte die Residenz in den Ort. Zunächst entstand der rückwärtige Fachwerkbau, der noch heute Bestand hat.[1] Nach 1693 saßen hier die Grafen von Rechteren-Limpurg-Speckfeld.

Neuerliche Veränderungen nahm man erst im 19. Jahrhundert vor, als 1859 die Gebäude teilweise abgebrochen wurden. Es entstand ein Neubau an der Hauptstraße im Stile der Neugotik. Im deutsch-französischen Krieg des Jahres 1870 ließ Graf Franz-Ludwig hier ein Lazarett einrichten. Diese Nutzung als Krankenlager und Hospital wurde von den Nachfolgern im Ersten und Zweiten Weltkrieg weiter fortgeführt.

Erst im Jahr 1960 endete die Zeit der Grafen von Limpurg-Speckfeld. Die Anlage wurde an den Gipsfabrikanten Nikolaus Knauf veräußert. Er ließ das Schloss umfassend restaurieren und die fehlenden Möbel im Inneren ergänzen. Heute ist das Schloss in privaten Händen, ein Besichtigung auch der weiträumigen Gartenanlage ist deshalb nicht möglich.[2]

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ordnet den Bau als Baudenkmal ein. Des Weiteren werden die Überreste der Vorgängerbebauung im Boden als Bodendenkmal geführt. Das Schloss Einersheim ist außerdem Teil des Ensembles Ortskern Markt Einersheim.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss besteht aus mehreren Trakten und wird im Norden und Westen von einem Park mit Rosengarten eingerahmt. Ursprünglicher Kern der Anlage ist der rückwärtige Fachwerkbau mit zwei Geschossen. Er entstammt dem 17. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert ergänzte man die Anlage um den Teil, der heute an der Straße zu erkennen ist. Es handelt sich um einen Sandsteinquader-Bau im Stile der Neugotik.[3]

Er weist mehrere Erker, Fialen und einen Zwerchgiebel auf. Die Fenster sind mehrfach gekehlt. Sohlbänke und Stürze, sowie teilweise Überdachungen verzieren sie zusätzlich. Die Toreinfahrt wird von einem Korbbogen überspannt. Ein Allianzwappen bekrönt diesen Bogen. Durch die neue Bebauung entstanden zwei Innenhöfe. Besondere Bedeutung im Inneren hat ein Raum im Obergeschoss des Westflügels. Er entstammt noch der Erbauungszeit und weist eine stuckierte Decke mit Felderung, Wappen, Putten und Eierstabprofil auf.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landrat und Kreistag des Landkreises Kitzingen (Hrsg.): Landkreis Kitzingen. Münsterschwarzach 1984.
  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern I: Franken. München/ Berlin 1999, ISBN 3-422-03051-4.
  • Walter Schilling: Die Burgen, Schlösser und Herrensitze Unterfrankens. Echter Verlag, Würzburg 2012, ISBN 978-3-429-03516-7, S. 287–288.
  • Karl Treutwein: Unterfranken. Heroldsberg 1978, ISBN 3-7738-1015-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Dehio: Handbuch der deutschen Baudenkmäler. S. 607.
  2. Walter Schilling: Die Burgen, Schlösser und Herrensitze Unterfrankens. S. 287
  3. Karl Treutwein: Unterfranken. S. 230.
  4. Walter Schilling: Die Burgen, Schlösser und Herrensitze Unterfrankens. S. 287

Koordinaten: 49° 41′ 15″ N, 10° 17′ 30″ O