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Schloss Enzesfeld

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Schloss Enzesfeld, links im Talgrund die Pfarrkirche Enzesfeld

Das Schloss Enzesfeld steht erhöht auf einem felsigen Vorsprung des Pfarrkogels in der Schloßstraße Nr. 42 im Westen des Ortes Enzesfeld in der Marktgemeinde Enzesfeld-Lindabrunn im Bezirk Baden in Niederösterreich. Das Schloss, von einem großen Park umgeben, steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).

Die Burg stand vom Anfang des 12. Jahrhunderts bis ins zweite Viertel des 14. Jahrhunderts im Besitz der Engelschalksfelder, bis 1460 der Wallseer und Pettauer, bis 1505 der Spaur, im 16. Jahrhundert landesfürstlich und Tobar, im 17. Jahrhundert Concin, Abensperg-Traun, Brandis, Hoyos, im 18. Jahrhundert Colloredo, Montecuccoli, Zinzendorf, Khevenhüller. Im 19. Jahrhundert gab es häufige Besitzerwechsel, von 1880 bis 1963 war es im Besitz der Familie Rothschild.

Die ursprüngliche Burganlage aus dem 12. Jahrhundert mit einem massiven mächtigen hohen Bergfried wurde im 17. und 18. Jahrhundert umgebaut und vor allem unter dem Freiherrn Nathaniel von Rothschild weitgehend verändert.

Von der ersten Burg des 12. Jahrhunderts ist vor allem noch der hohe Bergfried im Nordwesten erhalten. Im Spätbarock erhielt das im Kern mittelalterliche Gebäude eine neue Fassadierung. Ende des 19. Jahrhunderts wurde es dann im Stil der Burgenromantik späthistoristisch-neobarock überformt.

Die hufeisenförmige, zweigeschoßige Anlage ist nach Südwesten geöffnet. Der Bergfried über einem quadratischen Grundriss besteht aus Bruchsteinmauerwerk mit sorgfältig gehauenen Eckquadern. Daran schließt ein Verbindungsbau zu einem niedrigen nordöstlichen Eckturm mit mächtiger zinnenbekrönter nördlicher Außenmauer, dem ein schmaler Zwinger mit einer zinnenbekrönten Bastion auf einem halbkreisförmigen Grundriss vorgelagert ist. Eine Eckbastion mit Türmchen aus dem 17. Jahrhundert im Norden und Westen des Bergfrieds wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts romantisch-historistisch für Wohnzwecke umgebaut. In der nordöstlichen Hofecke gibt es einen Rundturm unter einem spitzen Kegeldach. Die östliche Hauptfassade unter einem Mansarddach hat einen einachsigen Mittelrisalit, die Fassade ist beim Erdgeschoß gebändert, ebendort gibt es ein Korbbogenportal und korbbogige Fenster, im Obergeschoß zwischen Pilaster.

Im Inneren des Schlosses im Osttrakt führt eine freitragende dreiarmige Treppe durch ein rechteckiges Stiegenhaus auf ein Podest über toskanischen Säulen aus dem vierten Viertel des 18. Jahrhunderts. Ein Speisesaal im Obergeschoß des Südtraktes mit intarsierter Kassettendecke aus dem dritten Viertel des 16. Jahrhunderts wurde 1882 aus dem Schloss Engelstein im Waldviertel hierher übertragen, ebendort gibt es Holzlamberien mit Blendbögen zwischen Pilastern und reiche säulenflankierte Türrahmungen. Hofseitig hat der Südtrakt einen polygonalen Mittelrisalit, ebendort befindet sich im Obergeschoß ein ovaler Saal mit konsolgesimsartigen Wandabschlüssen und einer Lisenengliederung aus dem vierten Viertel des 18. Jahrhunderts.

Der Schlossbrunnen aus Werkstücken des Wiener Stephansdomes mit einem Wasserspeier und kauernden Tieren als Pasticcio stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Commons: Schloss Enzesfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 55′ 14,9″ N, 16° 10′ 33,3″ O