Schloss Fürstenberg (Fürstenberg an der Weser)

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Schloss Fürstenberg vom Wesertal aus gesehen
Innenhof von Schloss Fürstenberg

Das Schloss Fürstenberg befindet sich in Fürstenberg (Weser) im Landkreis Holzminden im Naturpark Solling-Vogler und ist Sitz der 1747 gegründeten Porzellanmanufaktur Fürstenberg.

Das unter Denkmalschutz stehende Schloss beherbergt seit 1957 das Museum Schloss Fürstenberg der Porzellanmanufaktur.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem „Vorstenberch“ (Forstinberg), dem Felsrücken des Kathagenberges, entstand eine Turmburg zur Sicherung des Heerweges und der Wesergrenze gegenüber der Brunsburg und der Stadt Höxter auf der anderen Weserseite. Diese kam um 1300 zum Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel und wurde 1355 erstmals urkundlich erwähnt. 1382 war die Turmburg Eigentum des Herzogs Otto I. von Braunschweig-Göttingen und gehörte zum Fürstentum Göttingen.

Einer von Johannes Letzner berichteten Sage zufolge gehörte die Burg im Frühmittelalter zur Grafschaft Dassel.[1]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste bildliche Darstellung von Schloss Fürstenberg als Merian-Kupferstich um 1650
Schloss Fürstenberg, etwa 18. Jahrhundert
Wehrden mit Weser und Fürstenberg, naive Ansicht auf Porzellan, 19. Jahrhundert
Schloss Fürstenberg oberhalb der Weser, Foto von 1909

Um 1600 baute Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel die Befestigungsanlage zu einem Jagdschloss um, dessen Fassade im Baustil der Weserrenaissance errichtet wurde. Das Jagdschloss war zugleich Sitz des Amtes Fürstenberg, von wo aus die fürstlichen Ländereien und Waldgebiete verwaltet wurden. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Schloss nur noch teilweise als Jagdschloss genutzt und Karl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel beauftragte seinen Hofjägermeister Johann Georg von Langen mit der Errichtung einer Porzellanmanufaktur, die am 11. Januar 1747 gegründet wurde und deren Sitz seit etwa 1750 im Schloss war.

Die bisherigen Amtsgebäude wurden nach außerhalb des Schlosses verlegt und weitere Fertigungsgebäude sowie Brennöfen im Schloss errichtet. Von 1807 bis 1813 gehörte das Schloss mit der Manufaktur zum napoleonischen Königreich Westphalen und kam nach dem Wiener Kongress zum Herzogtum Braunschweig. Im 19. Jahrhundert soll die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff die Porzellanmanufaktur in Fürstenberg als das „rauchende Schloss“ bezeichnet haben. [2]

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1972 wurden neben dem Schloss neue Produktionsgebäude für die Porzellanmanufaktur errichtet und die Produktion im Schloss eingestellt. Die nachträglichen Anbauten am ursprünglichen Schloss wurden wieder entfernt. Das heute unter Denkmalschutz stehende Schloss beherbergt seit 1957 das Museum der Porzellanmanufaktur und gibt einen Überblick über deren Produktion von den Anfängen zur Zeit des Rokoko bis zum heutigen Tage.

Seit 1997 wurden auch Theateraufführungen durch die 2015 aufgelöste Schlosstheater GmbH aufgeführt. Des Weiteren gibt es seit Jahren einen Traditionellen Weihnachtsmarkt der Kunsthandwerker und einen Ostereiermarkt im Schloss in Fürstenberg.

Wegen umfangreicher Modernisierungsarbeiten war das Schloss vom Oktober 2015 bis zum März 2017 geschlossen. Die Ausstellung wurde in dieser Zeit in der Alten Remise gezeigt. Rund fünf Millionen Euro wurden in die Sanierung der historischen Anlage und in die neugestaltete Porzellanausstellung investiert. Am 5. März 2017 wurde das neue Museum im Schloss Fürstenberg mit einem Festakt im Beisein des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil eröffnet.[3] Zu sehen sind neben der neu gestalteten Dauerausstellung jetzt auch eine Besucherwerkstatt, sowie themenbezogene Sonderausstellungen.[4]

Im ehemaligen Kavalierhaus des Schlosses ist das Schlosscafé und Restaurant Lottine eingerichtet. Hier werden alle Speisen auf Fürstenberger Porzellan serviert.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Andreas Friedrich: Das Schloß Fürstenberg, S. 165–167, in: Wenn Steine reden könnten. Band IV, Landbuch-Verlag, Hannover 1998, ISBN 3-7842-0558-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Fürstenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Wigand: Der Corveysche Güterbesitz, 1831, S. 163
  2. Weserbergland: unterwegs im Märchenland
  3. http://www.der-loewe.info/porzellan-zum-sprechen-bringen
  4. http://www.fuerstenberg-schloss.com/museum/dauerausstellung
  5. http://www.fuerstenberg-schloss.com/schlossensemble/cafe-restaurant

Koordinaten: 51° 43′ 56,1″ N, 9° 23′ 56,7″ O