Schloss Flischbach

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Das 1953 abgegangene Schloss Flischbach befand sich in dem gleichnamigen Ortsteil Flischbach der Oberpfälzer Gemeinde Schönthal im Landkreis Cham. Die archäologischen Befunde aus Mittelalter und früher Neuzeit im Schlossbereich gelten als Bodendenkmal.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Flischbach weist auf eine Besiedlung im 10. und 11. Jahrhundert hin. Eine sich nach diesem Dorf nennende Ministerialenfamilie wird am 27. April 1112 mit einem Wolker de Vlinspach erstmals urkundlich fassbar. Ein Werhart de Flinspach wird zwischen 1139 und 1146 als Zeuge in einer Tradition des Klosters Prüfening genannt. Zwischen 1150 und 1160 sind Eticho et Pertzold de Flindesbach erwähnt. Im Oberbayerischen Urbar von 1282 wird der Ort Flinspach dem Amt Wetterfeld zugehörig genannt. 1303 taucht wieder ein Wernhardus de Flinspach auf, der einen Wald an das Kloster Schönthal verkauft, 1317 wird dessen Bruder Konrad erwähnt. Für den Wernhart wird Herzog Rudolf I. als Lehnsherr genannt. Der gleichnamige Sohn des Wernhart tritt 1358 letztmals als Zeuge in Erscheinung.

Im frühen 14. Jahrhundert scheint ein Teil der Besitzungen des Geschlechts an die Eyttenharter gelangt zu sein. Zumindest werden in dem wittelsbachschen Teilungsvertrag von 1331 zwei Sitze in Flinsbach erwähnt, davon einer der eyttenharter. 1402 wird Hanreich Eyttenhartz als Besitzer von Flinsbach genannt. Später ist dieses unter Wolfgang Eyttenharter erstmals als Landsassengut bezeichnet. Die Erben dieses Wolfgang scheinen 1545 die Hälfte von Flinsbach an Sebastian Pruckner verkauft zu haben. Der andere Teil kam 1570 an Georg Wurmrauscher, auf den die Notthafft folgten. 1587 kam der Besitz an Hans Wolff Beham. 1588 ging die Ortschaft an Hans Halbritter über. Von diesem übernahm Johann Sebastian Gemmel den Besitz. Nach seinem Tod 1612 wurde Flinsbach wieder in ein oberes Gut, das sein Sohn Hans Georg erhielt, und in ein unteres Gut, das seinem Sohn Georg zugesprochen wurde, geteilt. 1693 kam Unterflinsbach zusammen mit Oberflinsbach an Philipp Jakob Tucher, der den Besitz bereits 1699 weiterverkaufte. In der Folge wechselten beide Landsassengüter oftmals den Besitzer; von 1785 bis 1838 war das Schloss in den Händen der Familie von Scheller, danach gelangte es in bäuerlichen Besitz. Letzte Eigentümer war die Familie Zwicknagle, welche das Bauwerk abbrechen ließ.

Lage und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss stand auf einem kleinen nach Nordosten abfallenden Hang des am Flischbach gelegenen Dorfes. Es war ein einfacher zweigeschossiger Rechteckbau mit einem Mansarddach und einem kuppelbekrönten Dachreiter. Das Gebäude war von einer dreieckigen Mauer umgeben, welche auch die Nebengebäude mit einschloss. In dieser Form dürfte das Schloss im 18. Jahrhundert entstanden sein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Ernst: Burgenbau in der südöstlichen Oberpfalz vom Frühmittelalter bis zur frühen Neuzeit. Teil II: Katalog (= Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands. Band 16). Dr. Faustus, Büchenbach 2001, ISBN 3-933474-20-5, S. 81–82.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liste der Baudenkmäler in Schönthal

Koordinaten: 49° 20′ 9,1″ N, 12° 35′ 37,2″ O