Schloss Freisaal

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Schloss Freisaal von Norden[Anm. 1]

Das Schloss Freisaal liegt eingebettet in den Grünlandgürtel im Süden der Landeshauptstadt Salzburg in Österreich. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg. Das Schloss befindet sich inmitten eines kleinen Weihers.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Freisaal leitet sich von Freudensaal her, wobei -saal auf das mittelhochdeutsche sal (= Wohnsitz, Haus, Halle) zurückgeht. Der Name des Bauwerks ist demnach als ‚Lusthaus‘ oder ähnlich aufzufassen. Frühere Schreibvarianten sind Freyensall, Freysahl, Freudensall und dergleichen.[1]

Das kleine Schloss wurde 1392 erstmals urkundlich erwähnt. Es diente bereits dem Fürsterzbischofs Pilgrim II. von Puchheim als Lusthaus, auch die späteren Fürsterzbischöfe nutzten es als Landsitz. Schloss Freisaal war auch der Ort, an dem die neu gewählten Fürsterzbischöfe die Zeichen ihrer weltlichen Macht empfingen und an dem ihr feierlicher Einzug in die Stadt ihren Ausgang nahm.

Das Schloss wurde 1491 von Georg Zandl um „60 Pfund Pfennige“ verkauft[1] und 1549 unter dem designierten Erzbischof, Administrator Ernst von Bayern, im manieristischen Stil neu errichtet. Seither ist es als Wasserschloss von einem Weiher umgeben.

1839 wird berichtet, dass sich das Schloss in Privatbesitz befindet und die anliegenden Gründe für militärische Übungszwecke in Anspruch genommen werden.[1] (1898 wurde in unmittelbarer Nachbarschaft die Hellbrunner Kaserne errichtet, das heutige Altersheim in der Hellbrunnerstraße.)

1906 wurde das seit Jahren unbewohnte Schloss im Auftrag des Eigentümers, Alfred Hyra, von Architekt Josef Schubauer (1861–1930) renoviert und im Villenstil verändert;[2] dabei wurde auch der Fachwerkbau im Innenhof errichtet. Diese Veränderungen wurden später teilweise wieder rückgängig gemacht.

Das Erscheinungsbild des äußerlich etwas unscheinbaren Schlosses wurde im Jahr 2008 durch eine angeblich erforderliche, aber wenig stilgerechte Ufersicherung mittels Blocksteinsatz – an Stelle von Weidenfaschinen – deutlich beeinträchtigt.

Im Obergeschoss befinden sich Wandmalereien, wobei ein monumentales Fresko von Hans Bocksberger d. Ä. (1558), das den feierlichen Einzug des Fürsterzbischofs Michael von Kuenburg im Jahr 1558 zeigt, auf die frühere Bedeutung des Bauwerks hinweist.

In den Jahren 1967 bis 1989 lebte und arbeitete der österreichische Maler Lucas Suppin im Schloss. Vor 1970 versuchte er unter der Leitung des Bundesdenkmalamtes, die nach einer unglücklichen Renovierung nach 1950 in Mitleidenschaft gezogenen Fresken wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Als akademischer Maler verband ihn viel mit dem Schloss und dessen Malereien.

Der Besitz ist heute in privater Hand und nicht öffentlich zugänglich. Eigentümer ist seit 2006 eine Stiftung, deren Vorstand Erich Schumann, der Chef der Verlagsgruppe WAZ, Anfang 2007 verstarb.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Benedikt Pillwein: Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. Band 5: Das Erzherzogthum Salzburg oder der Salzburger Kreis. Verlag Joh. Chr. Quandt, Linz 1839, S. 347; online auf Google books, abgerufen am 7. Juni 2013.
  2. Das Schloß Freisaal bei Salzburg. In: Wiener Bauindustrie-Zeitung, Jahrgang 1911, Nr. 22/1911 (XXVIII. Jahrgang), S. 173 f. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wbz.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b Altan sowie der Erker an der Westfront stammen aus 1906/07. – Siehe Einzelnachweis Das Schloß Freisaal bei Salzburg, 1911.

47.78694444444413.0575Koordinaten: 47° 47′ 13″ N, 13° 3′ 27″ O