Schloss Friedrichsberg

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Jagd und Sommerschloss der Grafen von Castell-Rüdenhausen auf dem Friedrichsberg/Steigerwald bei Abtswind

Das Schloss Friedrichsberg ist ein ehemaliges Jagdschloss auf der Gemarkung des Marktes Abtswind im unterfränkischen Landkreis Kitzingen. Es wurde auf 463 Metern Höhe auf dem Rücken des sogenannten Friedrichsberges im Steigerwald errichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich hieß der Wald um das Schloss „Am Mönchsberg“ und war lange Zeit Eigentum des Zisterzienserkloster Ebrach im Steigerwald. Graf Johann Friedrich tauschte den Bauplatz gegen mehrere Weinberge und einige Baumfelder ein.[1]

Das Schloss wurde im 18. Jahrhundert nahe der Ortschaft Abtswind auf einer Anhöhe der Steigerwald-Steilstufe erbaut, Bauherr war der Graf Johann Friedrich zu Castell-Rüdenhausen, die Steigerwald-Anhöhe trägt seitdem den Namen Friedrichsberg. Das Gebäude wurde im Jahr 1735 im Stile des Barock errichtet. Nach dem Aussterben der alten Linie Rüdenhausen erhielt die neue Linie Castell-Rüdenhausen das Schloss. Es wird von der Familie zeitweise noch bewohnt. Um das Schloss herum entstanden im 20. Jahrhundert weitere Gebäude, unter anderem ein Forsthaus und ein ehemaliges Ausflugslokal, das nicht mehr genützt wird, sowie eine Aussichtsplattform.[2]

Das Schloss wird vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Baudenkmal geführt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um ein einfaches zweigeschossiges Gebäude, das als Rechteckbau angelegt wurde, mit sechs Fensterachsen auf seiner Längsseite. Die Fenster haben Klappläden, die Gewände sind schlicht gehalten. Zentral befindet sich ein Rechteckportal mit Balkenüberdachung. Eine Steintafel enthält das gräflich-castellische Wappen mit der Inschrift „ANO IFGVHZC“ (Iohann Friedrich Graf und Herr zu Castell) und die Jahreszahl 1735.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landrat und Kreistag des Landkreises Kitzingen (Hrsg.): Landkreis Kitzingen. Münsterschwarzach 1984.
  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern I: Franken. München/ Berlin 1999, ISBN 3-422-03051-4.
  • Hans Seidel: Friedrichsberg. In: Jesko Graf zu Dohna (Hg.): Kulturpfad. Auf den Spuren der Grafen zu Castell. Castell 2004. S. 156–157.
  • Walter Schilling: Die Burgen, Schlösser und Herrensitze Unterfrankens. Würzburg 2012, ISBN 978-3-429-03516-7.
  • Karl Treutwein: Unterfranken. Heroldsberg 1978, ISBN 3-7738-1015-5.
  • Karl Treutwein: Von Abtswind bis Zeilitzheim. Geschichtliches, Sehenswertes, Überlieferungen. Volkach 1987.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seidel, Hans: Friedrichsberg. S. 156.
  2. Walter Schilling: Die Burgen, Schlösser und Herrensitze Unterfrankens. S. 262.
  3. Karl Treutwein: Von Abtswind bis Zeilitzheim, S. 82.

Koordinaten: 49° 45′ 44,7″ N, 10° 23′ 31,2″ O