Schloss Gödens

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Schloss Gödens
Schloss Gödens-20140923.jpg
Entstehungszeit: 1671
Ort: Sande
Geographische Lage 53° 29′ 7,1″ N, 7° 57′ 53,2″ OKoordinaten: 53° 29′ 7,1″ N, 7° 57′ 53,2″ O
Schloss Gödens (Niedersachsen)
Schloss Gödens
Eingangstor zum Schlosspark
Landpartie im Park von Schloss Gödens
Weihnachtsmarkt vor dem und im Schloss Gödens

Das Schloss Gödens ist ein Wasserschloss in der Gemeinde Sande im Landkreis Friesland in Niedersachsen. Das Schloss war der Stammsitz der Herrschaften von Gödens.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon im Mittelalter stand hier eine Burg, die im 14. Jahrhundert Sitz des Häuptlings Edo Boings war.[1] Nach einer angeblichen Bautätigkeit um 1514 bis 1517 entstand wohl am Ende des 16. Jahrhunderts der heutige Nordflügel.[2] Die Anlage wurde 1653 (lt. Chronogramm) um ein Tor zum Schlosspark ergänzt. Es zeigt das Wappen der Herren von Frydag, die 1646 in den erblichen Reichsfreiherrenstand erhoben wurden. Harro Burchard von Frydag gab dem Wasserschloss seine heutige barocke Gestalt: An den Nordflügel schließt sich nach einem Brand von 1669 seit 1671 im rechten Winkel ein Nordflügel an, der mit einer Laterne gekrönt ist. Eine weitere Haube deckt den polygonalen Treppenturm im Winkel zwischen beiden Bauteilen. Eine prächtige, zweigeschossige, übergiebelte, mit Freitreppe ausgestattete Portalanlage führt ins Innere. Ihre Bauplastik aus Haustein kontrastiert mit der niederländisch anmutenden Backsteinfassade des übrigen Baus. Sehenswert ist die deckenhohe malerische Ausschmückung des Prunksaals mit Darstellungen aus der griechischen Mythologie.

1746 kam Gödens durch Heirat in den Besitz der Familie von Wedel. Die bis heute bewohnte Burg wird von der Stiftung Kulturerbe Schloss Gödens verwaltet[3] und ist nur bei Veranstaltungen, insbesondere während der Landpartie am Pfingstwochenende und des Weihnachtsmarkts am ersten Adventswochenende, teilweise zu besichtigen. Der Schlosspark ist von Montag bis Freitag zugänglich. Das Schloss steht unter Denkmalschutz.[4][5]

Linie Frydag zu Gödens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Frydag zu Gödens entstammt der mittleren Linie der Familie Frydag aus dem Vest Recklinghausen. Der erste Vertreter der Linie war Franz Frydag (1555–1606), der Almuth von Olderbockum, Tochter von Almuth Boing und Erbin von Gödens heiratete. Er hatte mehrere Söhne:

  1. Harro (1578–1637), Herr von Gödens, Drost von Leerort ⚭ I. Catharina Freiin von Innhausen und Knyphausen und ⚭ II. Elisabeth von Haaren
    1. Franz Ico von Frydag (1606–1652), Herr von Gödens, Drost zu Leer, konvertierte 1639 nach Heirat mit Elisabeth von Westerholt aus dem Hause Hackfort im Achterhoek, Gelderland, zur katholischen Religion und wurde 1644 von Kaiser Ferdinand II. in den Reichsfreiherrenstand erhoben
      1. Haro Burchhard (1640–1692), Bauherr von Schloss Gödens, Geheimrat, Reichshofrat
      2. Franz Heinrich (1643–1693), Gesandter in Berlin
        1. Burchhard Philipp (1685–1746), Reichshofrat, Kaiserlicher Gesandter in Schweden und Dänemark -> Vererbt Gödens an Anton Franz von Wedel (1707–1788)
        2. Franz Heinrich († 1730) ⚭ Sophia Elisabeth Gräfin von Aldenburg (1661–1730), Tochter des Grafen Anton I. von Aldenburg
          1. Marie Juliane Gräfin von Frydag zu Gödens, Erbin von Gödens (1684–1727) ⚭ Erhard Friedrich von Wedel-Jarlsberg, Freiherr von Wedel Graf von Jarlsberg (1668–1740)
      3. Carl Philipp (1644–1698), Groß-Prior des Malteser-Ordens in Ungarn
      4. Ico Wilhelm (1649–1719), Jesuit in Maastricht
    2. Herbert (1616–1642), Drost von Emden
    3. Johann Wilhelm (1624–1674), Drost von Emden
      1. Haro Heinrich (1651–1705), Drost in Aurich, Hofrichter ⚭ Esther Charlotte von Münchingen
        1. Haro Burchhard (1677–1757), Drost in Emden
        2. Franz Heinrich (1686–1761), Drost in Leerort ⚭ Sophie Elisabeth von Auer († 9. April 1752) a.d.H. Tirenberg
          1. Georg Wilhelm von Frydag (1712–1782) ⚭ I. Johanna von Schade († 1742), Erbin von Haus Daren, ⚭ II. Anna Elisabeth Wilhelmine von Münchhausen (* 12. Mai 1722; † 20. September 1789), Schwester des Hieronymus von Münchhausen, begründeten den bis heute bestehenden Zweig der Freiherren von Frydag auf Daren
            1. Sophie Charlotte Wilhelmine Elisabeth (1745–1801) ⚭ Karl Wilhelm Ludwig von Cornberg (* 30. Januar 1739; † 16. Februar 1816)
          2. Christian August (* 1716), Drost von Aurich
            1. Haro Christian Wilhelm († 10. Juni 1804), Drost von Aurich, preuß. Oberst
  1. Melchior Ernst (1579–1641), Herr von Uitesterwehr (bei Upleward) ⚭ Beate Sophie von Boineburg a.d.H. Honstein
    1. -> Urenkelin Hendrina († 1748) vererbt Uitesterwehr ⚭ Nikolaus Moritz Frese zu Hinte (1671–1717), Administrator von Ostfriesland

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Samuel Ersch: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, S. 476ff, Digitalisat
  • Hironimus Grestius’s Reimchronik von Harlingerland, S. 40, Digitalisat
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen, Niedersachsen. München 1992, S. 504–505.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Handbuch der Historischen Stätten. Niedersachsen und Bremen. Stuttgart 1969, S. 171.
  2. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bremen Niedersachsen, S. 405–406.
  3. Anwesen bei landpartie-goedens.de, abgerufen am 16. Januar 2013
  4. Denkmalpflege, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, abgerufen am 16. Januar 2013
  5. Hermann Schiefer: Barocke Pracht im Schloss Gödens. In: Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen. Nr. 4, 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Gödens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien