Schloss Heiligenhoven

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Schloss Heiligenhoven
Herrenhaus von Schloss Heiligenhoven Nordansicht

Herrenhaus von Schloss Heiligenhoven Nordansicht

Entstehungszeit: 1363
Burgentyp: Herrenhaus
Erhaltungszustand: Alle Teile erhalten
Bauweise: Bruchstein
Ort: Lindlar
Geographische Lage 51° 0′ 50,5″ N, 7° 21′ 21″ OKoordinaten: 51° 0′ 50,5″ N, 7° 21′ 21″ O
Höhe: 226 m ü. NN
Schloss Heiligenhoven (Nordrhein-Westfalen)
Schloss Heiligenhoven

Das Schloss Heiligenhoven liegt in Lindlar im Oberbergischen Land, Nordrhein-Westfalen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Heiligenhoven um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Herrenhaus von Schloss Heiligenhoven Südansicht
Innenhof

Es handelt sich dabei um eine ehemalige Burg, die 1363 erstmals Erwähnung findet. Die heutige Anlage mit Vorburg und einem von Wassergräben umgebenen Herrenhaus stammt aus dem Jahre 1758 bis 1760. Der Name des Schlosses ist abgeleitet von einer alten Flurbezeichnung, inghoven = Hellinghoven, der Hof in der Helling.

1425 wurden erstmals die Besitzverhältnisse urkundlich erwähnt, Heiligenhoven befand sich im Besitz von Johann van Eyckelinckhoyven, genannt de Wrede, Rittmeister. 1461 erwarb Aillff von Eyckelynckhoyven, genannt de Wrede das Gut Ober-Heiligenhoven. 1573 wechselte es abermals den Besitzer, es ging an die Eheleute Wilhelm von Steinrod. Es blieb bis 1663 im Besitz dieser Familie, dann wurde es am 2. Juni 1663 an den Vetter der Familie, Adolf Schenck von Niddegen, übertragen. Er starb 1666 an der Pest, sein Grabstein ist im Mauerwerk der Lindlarer St.-Severinus-Pfarrkirche eingelassen.

1748 erwarb Johann Joseph Reichsritter von Brück, Schultheiß des Amtes Steinbach, das Gut. Er ließ ein neues Herrenhaus errichten. Im 19. Jahrhundert kaufte die westfälische Adelsfamilie der Freiherren von Fürstenberg das Anwesen. Nach 1925 wohnte auf Heiligenhoven Fernandine Theresia Freiin von Fürstenberg, die, bedingt durch die allgemein schlechte wirtschaftliche Lage, gezwungen war, einzelne Grundstücke des ehemaligen Rittergutes zu verkaufen.

Das Schloss wurde 1928 vom Kreis Wipperfürth gekauft, der zur Minderung der Arbeitslosigkeit Notstandsarbeiten durchführen ließ. Dabei wurden große Waldstücke gerodet, auf denen die Höfe Eibachhof, Krähenhof, Tannenhof, Wiedfeld, Nußbüchel, Dutztal, Im alten Hau, Kesselberg und Weiersbachhof entstanden. Während der Zeit des Nationalsozialismus diente das Schloss als Lager für den Reichsarbeitsdienst, anschließend bis 1940 dem Landdienst als Unterkunft. Vom 11. Juli 1943 bis 14. April 1945 waren in dem Schloss die Kölner Wehr-Bezirks-Kommandos untergebracht.

1956 wurde das Schloss an die Adam-Stegerwald-Stiftung verkauft, die es in eine Erholungsstätte umwandelte. 1973 brannte das Herrenhaus ab und wurde kurz darauf in neobarocker Formensprache vollkommen neu errichtet. Heute ist das Schloss Eigentum des Landschaftsverbandes Rheinland, beherbergt die Verwaltung des LVR-Freilichtmuseum Lindlar und kann für Seminare und Tagungen angemietet werden. Die Schülerherberge in der denkmalgeschützten Vorburg, die Schulklassen einen mehrtägigen Museumsaufenthalt ermöglicht, ist zwischenzeitlich in das Gelände des LVR-Freilichtmuseum Lindlar umgezogen. Seit Mai 2012 befindet sie sich im Gut Dahl am Nordtor des Museumsgeländes und ist barrierefrei.

Schlosspark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der öffentlich zugängliche Schlosspark von Schloss Heiligenhoven wurde um 1800 im Stil englischer Landschaftsparks angelegt. In dem landschaftlich reizvoll gelegenen Park befindet sich ein Weiher und verschiedene sehr alte Bäume. Ein schöner Wanderweg (5 Minuten) führt von hier aus in das LVR-Freilichtmuseum Lindlar.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Heiligenhoven – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien