Schloss Hohenschönhausen

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Schloss Hohenschönhausen
Bürgerschloss Hohenschönhausen
Zustand im Jahr 2010

Zustand im Jahr 2010

Daten
Ort Berlin, Hauptstraße 44
Baumeister unbekannt
Baujahr um 1690; später mehrfache Umbauten
Höhe ca. 17 m
Grundfläche 360 m²
Koordinaten 52° 32′ 57″ N, 13° 30′ 21″ OKoordinaten: 52° 32′ 57″ N, 13° 30′ 21″ O

Das Schloss Hohenschönhausen (auch: Bürgerschloss Hohenschönhausen) ist ein Gutshaus, das sich im Ortsteil Alt-Hohenschönhausen des Bezirks Lichtenberg von Berlin befindet. Es ist in den 2010er Jahren im Besitz des Fördervereins Schloss Hohenschönhausen und steht auf der Berliner Denkmalliste.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

13. bis 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Bebauung des heutigen Schlossareals fand zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert statt, das Gelände wurde damals vermutlich von einer Schulzenfamilie bewohnt. Ende des 15. Jahrhunderts errichtete die Adelsfamilie von Röbel darauf einen Gutshof, den der Kaufmann Adam Ebersbach am 2. Juli 1736 erwarb. 1817 kaufte der Staatsrat Friedrich Scharnweber, preußischer Reformer und enger Mitarbeiter des preußischen Staatskanzlers Karl August Fürst von Hardenberg, das Gut. Im Jahr 1890 wurde das Anwesen an die Terrain-Erschließungsgesellschaft des Aachener Bankiers Henry Suermondt verkauft und anschließend parzelliert. 1893 ging das Schloss in Besitz des Kaufmannes Gerhard Puchmüller, der zahlreiche Umbauten durchführen sowie das Vestibül mit Malereien dekorieren ließ.

Schloss Hohenschönhausen, Radierung von Otto Hennig (1920)

Der Erfinder und Unternehmer Paul Schmidt war 1910 bis 1929 bislang letzter Privateigentümer des Gutshauses. 1930 gelangte das Schloss in den Besitz der Stadt Berlin und diente zunächst als Sozialeinrichtung. Von 1945 bis 1989 war darin eine Geburtsklinik untergebracht. Nach der Wende gelangte das Anwesen in das Eigentum des Berliner Senats, der 1993/94 eine Nutzung als Heimatmuseum plante, was jedoch an der Finanzierung scheiterte.

21. Jahrhundert: Kulturelle Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1998 gründete sich der Förderverein Schloss Hohenschönhausen, der im Februar 2008 das Gutshaus mit dem dazugehörigen Grundstück erwarb und sich seitdem intensiv um die Restaurierung und Revitalisierung des Hauses kümmert. Von 2003 bis 2006 fand eine Dachsanierung statt, 2009 wurden vier Räume in der oberen Etage rekonstruiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Förderverein führt regelmäßig Veranstaltungen verschiedener Art wie Ausstellungen, Lesungen, Vorträge und Konzerte in den neu gestalteten Räumlichkeiten des Schlosses durch. Zu den bekannten Persönlichkeiten, die an diesen Veranstaltungen teilgenommen haben, zählen unter anderem die ehemalige Eiskunstlauf-Weltmeisterin Christine Errath,[1] die Kabarettisten Peter Ensikat[2] und Dieter Hildebrandt[3] sowie die österreichische klassische Gitarristin Johanna Beisteiner, die auch Ehrenmitglied des Fördervereins ist.[4]

Im Zeitraum 2015 bis voraussichtlich 2018 wird das ehemalige Gutshaus im Auftrag des Fördervereins in zwei Bauabschnitten umfassend saniert und rekonstruiert. Fördermittel kommen von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie, von der Stiftung Deutscher Denkmalschutz, vom Landesdenkmalamt Berlin und von Spendern.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bärbel Ruben: Das Gutshaus Hohenschönhausen. Eine unendliche Schloßgeschichte. Decent Verlag, Blumberg 1998, ISBN 3-9806204-2-5.
  • Rolf Meyerhöfer: Das Schloss Hohenschönhausen im Spiegel der Lokalzeitungen. In: Hohenschönhausener Kalenderblätter. 2. Auflage. Heft 9. Berlin September 2001.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Hohenschönhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schloss-Salon am 22.10.2010. Eintrag einer Veranstaltung mit Christine Errath im Schloss Hohenschönhausen auf der Webseite des Freundeskreises BROD. 2010.
  2. Ihr könnt ja nichts dafür! Lesung mit Peter Ensikat auf Schloss Hohenschönhausen, Veranstaltungsankündigung auf der Webseite des Be.bra verlages, April 2011.
  3. Veranstaltungsprogramm 2012 auf Schloss Hohenschönhausen. Webseite der Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain, 2012.
  4. Johanna Beisteiner: Biographie. Offizielle Webseite von Johanna Beisteiner. Juli 2011.
  5. Informationen auf dem Baustellenschild, September 2017.