Schloss Iggenhausen

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Schloss Iggenhausen

Das Schloss Iggenhausen ist ein denkmalgeschütztes Profangebäude in der Nähe der Sylbacher Straße in Pottenhausen, einem Stadtteil von Lage im Kreis Lippe (Nordrhein-Westfalen). Das Schloss ist von einem historischen Landschaftspark umgeben, der sich bis an das Ufer der Werre erstreckt.

Geschichte und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schlossanlage ist eines der ältesten Herrenhäuser in Lippe. Es wurde spätestens um 1070 als Villikation des Klosters Corvey urkundlich erwähnt. Andere Quellen sehen die erste Erwähnung des Ortes Iggenhausen (Yegenhausen) bereits zu Beginn des 10. Jahrhunderts, Hans Kiewning bereits im 9. Jahrhundert zur Zeit Königs Arnulf von Kärnten.[1] Von der mittelalterlichen Turmhügelanlage sind im Südwesten noch Teile der Ringmauer und der 1860 trockengelegte Graben erhalten. Die Kapelle des ehemaligen Rittergutes stammt aus dem Jahre 1618, Bauherr war damals der Gutsbesitzer Albert von Brink. Ab 1769 folgten die Freiherren von Blomberg.

Das Herrenhaus ist ein gestreckter Putzbau mit Werksteingliederung in klassizistisch geprägten, neugotischen Formen. Es wurde von 1856 bis 1865 unter der Bauleitung von Ferdinand Ludwig August Merckel für August und Friedrich von Blomberg errichtet. Der Hauptrisalit ist mit einer steinernen Loggia und einem Staffelgiebel ausgestattet und mit Eckeinfassungen und Zinnenaufsätzen geschmückt. Das alte Herrenhaus ist als hofseitiger Nebenflügel einbezogen. Der verputzte symmetrische Fachwerkbau steht über einem hohen Sockelgeschoss. Hofseitig steht ein Sandsteinportal, es ist mit 1816 bezeichnet und zeigt das Wappen der Familie von Blomberg-Iggenhausen. Ab 1941 befand sich das Schloss im Besitz der Freifrau Wiltrud von Eckhardstein, geb. Freiin von Blomberg (1911–1999). Das Gut ist bis heute im Besitz der Freiherren von Eckhardstein.

Der Hof wird rückwärtig vom sogenannten krummen Haus begrenzt. Dies ist ein eingeschossiger Fachwerkbau vom 16./17. Jahrhundert. Der Kern ist aus älterer Zeit. Der Grundriss ist mehrfach, der mittelalterlichen Ringmauer folgend, gebrochen. Zum Park hin wurde um 1860 ein Gewächshaus als Eisenkonstruktion angebaut.

Hofkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Innenhof steht eine Kapelle. Sie ist ein sechseckiger geschlossener Saalbau aus Bruchstein. In den heutigen Bauzustand wurde sie 1648 umgebaut, dass die Kapelle weit älter ist, läßt neben der Bauform auch die Altarausrichtung nach Norden und die Altarplatte erkennen. Die hölzerne Ausstattung aus Eiche ist schlicht und wurde um 1690 eingebaut. Die Glocke aus dem 13. Jahrhundert trägt eine Majuskelinschrift. Die Grabsteine mit Wappen vom 17. und 18. Jahrhundert stammen aus der Gruft der Marktkirche in Lage, in der ursprünglich die Toten der in Iggenhausen ansässigen Familien bestattet wurden.

Gutspark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der inzwischen teilweise verwilderte Gutspark wurde zusammen mit dem Bau des neugotischen Herrenhauses Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt. In dem etwa 2 Hektar großen Park befinden sich zahlreichen Laub- und Nadelgehölze, die noch aus der Entstehungszeit stammen, sowie als eine Besonderheit ein Gewächshaus aus der Zeit um 1860. Der Landschaftspark ist aus einer kleineren barocken Anlage hervorgegangen. Er liegt in der Werreaue und wird von einem Mühlengraben und der trockengelegten Gräfte durchzogen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Iggenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Brand: Ländliche Siedlungen in Lippe - Gefüge und Struktur, Genese und Form. (PDF-Datei; 1,36 MB) S. 38, abgerufen am 4. Mai 2012.

Koordinaten: 52° 0′ 49″ N, 8° 45′ 3″ O