Schloss Klippenstein

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Schloss Klippenstein

Das Schloss Klippenstein befindet sich in Radeberg bei Dresden. Das unter Denkmalschutz[1] stehende Schloss beherbergt seit Dezember 1953 das „Heimatmuseum Radeberg“ und seit April 2015 die „Dauerausstellung zur Radeberger Industriegeschichte“[2].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht
Fürstenreittreppe

Die heute bekannte erste urkundliche Erwähnung der Radeberger Burg stammt aus dem Jahr 1289. Die Hauptburg auf einem Kegel aus Lausitzer Granit (Zweiglimmer-Granodiorit) bestand aus einem steinernen Wohnturm mit fünf Stockwerken, dem 70 Ellen (etwa 40 Meter) hohen Bergfried und zwei weiteren Gebäuden. Den dreieckigen Burghof umschloss die Burg mit dem Zwinger. Zum Schutz des östlichen Zuganges erhielt die Burg auf einem Felssporn einen Wehrturm, der bis 1810 als Gefängnis genutzt wurde. Dieser ist später umgangssprachlich „Eulen- oder Hungerturm“ genannt worden und heute begehbar. Der zum früher wesentlich größeren und bis an die Vorburg heranreichenden Schlossteich angestaute Hofegrundbach (auch Käsebach genannt) und die Große Röder, die direkt unterhalb der östlichen Außenmauer verlief, schützten die Burg zusätzlich.

Im Lehnbuch von 1349/1350 des Markgraf Friedrich dem Älteren wurden im Districtus Radeberg vier Vorwerke erwähnt. Der Fluss Pulsnitz wurde 1391 für über 250 Jahre Grenze zwischen der böhmischen Oberlausitz und der Markgrafschaft Meißen und Radeberg erhielt damit eine strategische Bedeutung.

Während der Hussitenkriege wurde die Feste um 1430 zerstört, aber danach wieder aufgebaut. Kurfürst Friedrich der Sanftmütige suchte 1463 in der Radeberger Burg Schutz vor der Pest.

Herzog Moritz ließ 1543 die Burg durch Hans von Dehn-Rothfelser zum Amts- und Jagdschloss Klippenstein ausbauen. Damit sollte dieser strategisch wichtige Ort besser militärisch abgesichert werden. Weitere Schlossbauten entstanden in Moritzburg und Tharandt. Der Abschluss des Schlossbaus erfolgte 1546. Das Ergebnis war eine Dreiflügelanlage mit charakteristischen Renaissancegiebeln und Zwerchhäusern. Die schwertseitig angelegte Fürstenreittreppe mit niedrigen und sehr tiefen Stufen führt vom unteren Schlosshof zur höher gelegenen Hauptburg - sie ermöglichte das Reiten bis in den oberen Hof.

Auf Befehl von Kurfürst Moritz wurde 1551 das Amtserbbuch für das Amt Radeberg (Teil des Meißnischen Kreises) erstellt. Kurfürst „Vater“ August weilte 1554 auf Schloss Klippenstein. Auf Befehl des Kurfürsten wurden im Jahr 1590 etwa 120 Jagdhunde gehalten. Die Hundeställe befanden sich auf der gegenüberliegenden Seite der Großen Röder, die heutige an dieser Stelle existierende Brücke trägt den Namen Hundestallbrücke. Oberlandbaumeister Wilhelm Dilich zeichnete 1627 im Auftrag des Kurfürsten die älteste erhaltene Ansicht des Schlosses Klippenstein und der Stadt. Landbaumeister Ezechiel Eckhardt gestaltete 1628 das Schloss um.[3]

1868 geweihte Gedenktafel für August Friedrich Ernst Langbein

Der Dichter August Friedrich Ernst Langbein wurde 1757 im Schloss geboren. Vater Ernst Ludwig Langbein war Justizamtmann und Großvater Johann Balthasar Langbein war Amtmann des Amtes Radeberg, dessen Sitz im Schloss war.

Ein größerer Umbau der Hauptburg erfolgte 1772, die damit ihre heutige Gestalt erhielt. Spätestens seit dieser Zeit wurde das Schloss hauptsächlich durch die Amtsverwaltung mit dem Rentamt (Finanzverwaltung) und dem Justizamt (einschließlich Amtsgefängnis) genutzt. Das Amtsburglehen kam 1840 zur Stadt Radeberg, und 1856 erfolgte die Bildung des Gerichtsamtes im Schloss. Die Umwandlung vom Gerichtsamt zum Amtsgericht erfolgte 1879. Die Auflösung des Amtsgerichtes fand 1952 statt. Die Eröffnung des Heimatmuseums, zuerst in einigen durch die Auflösung des Amtsgerichts frei gewordenen Räumen, erfolgte im Dezember 1953. Der Einsturz der Fürstenreittreppe auf sieben Meter Länge ereignete sich im Jahr 1985. Der entstandene Schuttkegel zerstörte den unteren Hof. Im April 2015 ist die ständige Ausstellung „Industriegeschichte der Stadt Radeberg“ (auch Industriemuseum genannt) eröffnet worden.

Die Stadt Radeberg wurde 1993 Eigentümer des Schlosses, und es begannen umfangreiche Sanierungsarbeiten. Am 16. Juni 1993 ist der Verein Schloss Klippenstein e.V. gegründet worden, der aus dem 1990 gebildeten Kuratorium Schloss Klippenstein hervorgegangen ist[4]. Der Zweck der Arbeit des Vereins besteht in der Förderung der Restaurierung und der historisch getreuen Wiederherstellung und Erhaltung von Schloss Klippenstein.

Bauliche Erweiterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. April 2016 ist dem Stadtrat unter dem Titel „Schloss Klippenstein - barrierefreie touristische Erschließung“ die Errichtung eines Außen-Aufzuges als Beschlussvorlage vorgeschlagen worden. Baubeginn war Ende 2017. Im Zusammenhang mit dieser Baumaßnahme sollen die Sanierung des Schlossgartens mit Anlage einer neuen Veranstaltungsfläche und der Bau einer neuen, zusätzlichen Außentreppe erfolgen.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katja Altmann: Schloss Klippenstein in Radeberg - eine baugeschichtlich interessante Anlage mit musealer Nutzung. In: Sächsische Heimatblätter Heft 1/1995, S. 36–38
  • Katja Altmann, Angela Stuhrberg: Von der Burg zum Schloss - Eine Baugeschichte des Klippensteins. in: Stadt Radeberg/Museum Schloss Klippenstein: Burg und Amt zu Radeberg. Radeberger Blätter zur Stadtgeschichte Bd. 1, Radeberg 2004, S. 33–48
  • Friedrich Bernhard Störzner: Das Schloss zu Radeberg, in: Was die Heimat erzählt. Arwed Strauch, Leipzig 1904, S. 13–15. (Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, Digitalisat der SLUB Dresden)
  • Radeberger Kulturleben: Heimatschrift für Radeberg und Umgebung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Klippenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bauliche Kulturdenkmale der Kernstadt Radeberg. Stadtverwaltung Radeberg, 14. Juni 2007, S. 25, abgerufen am 5. August 2014 (PDF; 113 kB).
  2. Website Museum Schloss Klippenstein
  3. Chronik des Schlosses Klippenstein
  4. Website Verein Schloss Klippenstein e.V.
  5. Beschlussvorlage SR032-2016 Große Kreisstadt Radeberg

Koordinaten: 51° 7′ 9,7″ N, 13° 55′ 31″ O